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[Artikel] DRAGONLAND - Die Veränderung

Dragonland – Die Veränderung




Die schwedische Band Dragonland hat eine durchaus interessante Biographie - vom melodischen Power Metal hin zu sehr verstricktem, sinfonischen Material.
Doch was steckt hinter dieser Entwicklung und welche Alben sind für wen empfehlenswert?
Artikel geschrieben von Steelbound am 28.4.2011



 

Schweden, 1999.

 

Zwei junge Schweden gründe ihre eigene Band – der Name? „Dragonland“. In der Metalszene, die sich gerade von den frühen bis Mitt-Neunzigern erholt, was besonders der Power Metal nötig hatte, welcher durch Bands wie Edguy, Hammerfall und Rhapsody einen neuen Antrieb erhielt, können Jonas Heidgert und Nicklas Manusson, unterstützt von den kurze Zeit später hinzugestoßenen Gitarristen Daniel Kvist und Bassisten Christer Pedersen, mithilfe einer einfachen Demo-CD namens „Storming Across Heaven“ schnell Fuß fassen. Das liegt aber nicht nur an der grundsätzlich großen Nachfrage nach Power Metal-Bands, sondern auch an dem offensichtlich hohen Potential der vier Jungs, von denen Sänger Jonas damals sogar noch zugleich sang und Schlagzeug spielte.

 

Dies erkannte auch das heute leider bankrotte griechische Metal-Label Black Lotus Records, die die Band für zwei Alben beherbergten.

 

Das erste dieser beiden Alben sollte einschlagen wie eine Bombe: 2001 erstaunten Dragonland auf der ganzen Welt mit ihrem Gespür für Melodien, Eingängigkeit und einem komplexen Lyrik-Gerüst, welches auf der eigens ersonnenen Fantasy-Saga „The Dragonland Chronicles“ basierte. Somit gelang es ihnen, mit ihrem Debüt-Album „The Battle of the Ivory Plains“ sowohl von Fans als auch von der Presse überdurchschnittliche gute Rückmeldungen zu erhalten.

 

Auslöser dafür war aber nicht unbedingt nur die gute Musik, sondern auch das technische Können der Band, allen voran ein Mitglied, welches erst drei Wochen vor den Aufnahmen zu „The Battle of the Ivory Plains“ zu der Band gestoßen ist: Gitarrist Olof „Olle“ Mörck, welcher den abgegangenen Daniel Kvist ersetzte. Heute ist dieser nämlich auch für zwei andere bekannte Bands als Gitarrist verpflichtet: Die Melodic Death-Metaller Nightrage und die neue Modern Death/Power Metal-Band Amaranthe, welche 2011 ihr erstes Album, das einfach „Amaranthe“ heißt, auf den Markt brachte und mit einer eingängigen Kombination aus Power und Death Metal sowie modernen Elementen von sich hören macht.


 

 

Zusammen mit Olle Mörck stieg auch ein erster Keyboarder bei Dragonland ein, Elias Holmlid, welcher ein echter Glücksfall war, wie sich später herausstellen sollte.

 

Auf das Gitarrenlastige Album „The Battle of the Ivory Plains“ folgte bereits ein Jahr später die Fortsetzung der „Dragonland Chronicles“, das Album „Holy War“.

 

Auf diesem brillierte Elias Holmild mit seinem virtuosen Spiel, was die Keyboardgestützten Songs nur begünstigten. Mit „Holy War“ übertrafen Dragonland sich noch einmal selber und brachten zugleich ihre Saga zu einem Ende. Der Erfolg erfreute nicht nur die Band und die Fans, sondern auch Black Lotus Records – welche die Band aber an ein ungleich größeres Label verloren.

 


 

Der Erfolg von Dragonland lockte Century Media Records an, diese Chance nahm die Band wahr. Und Dragonland machten ihrem Namen mehr als alle Ehre: 2004 folgt das wiederum noch erfolgreichere Epos „Starfall“. Mit diesem legen Dragonland den Grundstein zu dem Ruf, den sie heute bei Fans aus aller Welt haben. Zwar regiert nach wie vor der melodische Power Metal auf „Starfall“, doch halten komplizierte, sinfonische Strukturen und Passagen Einzug auf der CD – Dragonland beweisen, wie gut sie wirklich sind. War dies mit dem mehr oder weniger einfachen Power Metal nicht möglich, umso besser ist dies an den klassischen Arrangements zu erkennen. Man begeistert gleichermaßen Fans des leichten Materials mit Songs wie „Starfall“, als auch Liebhaber vertrackter Songs, so zum Beispiel mit dem dreiteiligen Stück „Book of Shadows“, welches zu großen Teilen instrumental gehalten ist, und der Gesang sich zumeist bloß als ein weiteres Instrument einbindet, statt eine führende Rolle in der Melodieführung zu übernehmen.

 


 

Es wird also erst auf „Starfall“ offenbart, welch ein Genie Dragonland mit Elias Holmlid engagierten, Holmlid dankte es der Band mit seiner hervorragenden musikalischen Ausbildung und zeichnete für sämtliche orchestrale Arrangements verantwortlich.

 


 

2006 folgt eine Kehrtwende im Sound der Band: Auf „Astronomy“ sind Einflüsse verschiedener Genres, von Black und Death Metal über Soundtrack-Elemente bis hin zu dem traditionellen Power-Sound. Schon im Opener, „Supernova“, wird aber deutlich, dass Dragonland progressiver zu Werke gehen als auf früheren Alben. Jeder Song wartet mit Tempowechseln auf, Dragonland agieren nicht mehr nach dem einfachen Strophe-Refrain-Strophe-Solo-Prinzip. Vielmehr wird jetzt Wert auf Abwechslung gelegt, die Songs sind nicht mehr vorhersehbar. In Kombination mit den diversen Einflüssen anderer Stilarten entstehen Dragonland komplett neu. So wagt man sich in „Astronomy“ in harte finnische Melodic Death/Power-Sounds, „Direction: Perfection“ hingegen überrascht mit einem Wechsel von klar gesungenen und geschrienen Vocals.

 

Höhepunkt des Albums ist zweifelsohne eine weitere Trilogie, „The Old House on the Hill“. Unterteilt in drei Kapitel setzen Dragonland alles auf eine Karte: Filmscore-Metal. Im Vergleich mit Rhapsody of Fire, welche den Begriff gerne für ihre Musik benutzen, erscheinen Dragonland aber sehr viel stärker. Mit den klassischen Instrumenten erzeugt die Band eine Stimmung, die der eines Horror/Mystery-Films in nichts nachsteht. Vollständig ohne Gesang regt die Trilogie die Fantasie der Hörer mit kurzen Samples an, was alles in dem gruseligen Höhepunkt „The Thing in the Cellar“ mündet. Mit Kapitel drei, „The Ring of Edward Waldon“, laden Dragonland zu einer 6-minütigen Reise durch komplexe Soundwelten ein.

 

 


 

 

Somit ist die Veränderung abgeschlossen – bisher.

 

Präsentierten sich Dragonland auf den ersten beiden Alben „The Battle of the Ivory Plains“ und „Holy War“ noch fest im melodischen Power Metal verankert, entwickelt sich die Band bereits mit „Starfall“ in eine deutlich orchestralere Richtung weiter, diese Entwicklung findet ihren vorläufigen Höhepunkt auf dem komplizierten, aber dafür umso stärkeren aktuellen Album „Astronomy“.

Für 2011 kündigte die Band übrigens bereits ein neues Album an, welches etwas mehr in die Richtung der ersten beiden Alben gehen soll, aber nicht die neuen Elemente über Bord wirft.  



 

 

Dragonland – The Battle of the Ivory Plains - 2001
Dragonland legen den Grundstein für ihren Ruf. Gleich mit ihrem Debüt-Album heimsen sie positive Kritiken von Fans und Presse ein, was nicht nur dem überhaupt vorhandenen Verlangen nach Power Metal geschuldet ist, sondern auch an dem Material, welches viele damalige Bands um ein vielfaches übertrifft. Virtuosität wird bei der Band großgeschrieben.

14/15 

Dragonland - Holy War - 2002
Die Fortsetzung und das Ende der „Dragonland Chronicles“. Produktionstechnisch auf einem sehr hohen Niveau wiederholen Dragonland ihren Erfolg des Vorgänger-Albums. Keyboarder Elias wird mehr eingebunden und arrangiert das klassische Intro und Outro. Zudem beweisen Dragonland Stil, indem sie mit „Forever Walking Alone“ eine dichte Atmosphäre kreieren.
13,5/15

Dragonland - Starfall - 2004
Ein ästhetisches Meisterwerk zwischen Melodic Metal und Soundtrack. Die Schweden läuten eine neue Richtung ein und präsentieren sich selbstsicher – eingängige Melodien in Verbindung mit noch hintergründigen klassischen Elementen ergeben die pefekte Kombination des alten und neuen Sounds. Dragonland wandern auf einem schmalen Grat, behalten aber alte Fans und gewinnen zugleich neue.
14/15

Dragonland - Astronomy - 2006
Ein Album, welches nach einem ersten Durchlauf schwer und unnahbar wie ein Fels wirkt, sich aber mit jedem Hören mehr und mehr erschließt, bis es „klack“ macht und Songs wie „Supernova“ oder „Astronomy“ sich als Ohrwürmer ins Gehirn gebohrt haben. Mit „The Old House on the Hill“ liefern Dragonland ihr bisher komplexestes, aber auch virtuosestes Werk ab.
13,5/15  







Kommentare zu dieser Seite:
Kommentar von Chris, 29.09.2011 18:51:16:
Darüber haben wir auch schon in den News berichtet! :)

Kommentar von Dragonland Habitat, 29.09.2011 18:35:15:
Man lese und staune: http://www.metalstorm.net/events/news_comments.php?news_id=14646&page=&message_id= Neues Album am 14.11.2011!!! GEIL!! Und dann auch noch die Fortsetzung zu Holy Wars!

Kommentar von Chris, 29.04.2011 13:08:15:
Doch! Die ziehen das nämlich komplett durch, während Rhapsody das bloß in ihre Songs einbinden.

Kommentar von Danny, 28.04.2011 22:11:52:
"Filmscore-Metal. Im Vergleich mit Rhapsody of Fire, welche den Begriff gerne für ihre Musik benutzen, erscheinen Dragonland aber sehr viel stärker." NEVER ;)



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