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[Interview] ARJEN LUCASSEN - Star One



Arjen Lucassen sollte eigentlich jedem Metal-Liebhaber ein Begriff sein und was auch immer dieser Mann in die Hände nimmt, es kann nicht schlecht werden! Nach 8 Jahren durften sich Fans des sympathischen Holländers endlich auf einen Nachfolger zum Debüt von Star one freuen. Bekannt ist der Mastermind allerdings vor allem für sein Hauptprojekt Ayreon. In einem Interview stand uns der gute Mann nun Rede und Antwort!
Interview von Sonata am 5.11.2010

 



Hi Arjen! Erstmal eine ganz simple Frage. Wie geht’s dir?

Ich bin ziemlich beschäftigt, aber ansonsten eigentlich gut, danke. Momentan läuft viel in Sachen Promotion für das neue Star One Album, aber das ist ein gutes Zeichen.

Dein letztes Output “Victims of the Modern Age” ist ziemlich beeindruckend und vor allem die Produktion ist wirklich gigantisch geworden.

Danke für das Kompliment!

Warum mussten 8 Jahre ins Land ziehen, bis ein Nachfolger zu “Space Metal” auf uns los gelassen wurde?
 

Ich suche immer nach neuen Herausforderungen und ich hasse es einfach, mich zu wiederholen. In der Zwischenzeit habe ich eben an vielen anderen Projekten gearbeitet. In den ganzen 8 Jahren haben die Fans immer wieder nach einem zweiten Star One Album gefragt und nach dem relativ atmosphärischen Guilt Machine Release war es mal wieder an der Zeit, voll abzurocken.



Erneut hast du mit exakt denselben Sängern zusammengearbeitet wie schon auf dem Debüt. War es dir wichtig, dass du für den Fall eines zweiten Releases eben auch genau dieselben Leute mit dabei hast?

Sie sind einfach die Besten in dem, was sie tun und aus diesem Grund auch unersetzlich. Außerdem ergänzen sich ihre Stimmen perfekt, weil sie eben alle total unterschiedlich klingen.

Du meintest, dass es dieses Mal kein richtiges Konzeptalbum im Stile von Ayreon sein wird. Dennoch hat lässt jeder Song den Einfluss von post-apokalyptischen Filmen erkennen. Welche Filme aus diesem Bereich waren denn besonders ausschlaggebend?

Zuerst habe ich die Musik vollendet und weil der Sound diesmal ziemlich düster und heavy ausfiel, habe ich entschieden, dass die Lyrics auf post-apokalyptischen Filmen wie Blade Runner, Planet der Affen oder Clockwork Orange basieren sollten.

Wie lange hat es denn letztlich gedauert, dieses Album fertig zu stellen?
 

Das Schreiben der Texte, die Aufnahmen und der Mix haben in etwa ein Jahr in Anspruch genommen.

War da in der Vergangenheit z.B. vor 2 Jahren mal der Moment, wo du dir dachtest „Es wäre mal wieder an der Zeit, ein neues Star One Album zu machen“ oder war es eventuell sogar genauso geplant, dass es eine große Lücke von 8 Jahren geben würde?
 

Oh nein, Ich plane niemals so weit im Voraus. Normalerweise folge ich einfach meiner Inspiration und schaue, wo sie mich hinführt.


Wie sieht’s denn mit deinem Hauptprojekt Ayreon aus? Gibt’s vielleicht sogar schon einige Vorbereitungen oder denkst du darüber momentan noch gar nicht nach?

Natürlich würde ich sehr gern eine weitere Ayreon Platte machen, aber momentan bin ich noch nicht bereit dafür. Also gibt es da keine konkreten Planungen für den Moment.

Aber vielleicht gibt es da ja schon ein paar Sänger, die für einen etwaigen Release in Frage kommen würden.

Ich habe eigentlich nicht wirklich so intensiv Musik gehört, als das ich da in irgendeiner Form Auskunft geben könnte. Aber ich werde sicherlich wieder mit einer Wunschliste aufkreuzen!

Natürlich darf diese Frage dann eigentlich gar nicht fehlen. Was sind denn allgemein deine Planungen für die Zukunft?

Ich werde nun endlich ein Soloalbum machen, welches ich mir selbst schon ca. 10 Jahre lang verspreche. Ich habe absolut keine Ahnung, wie es klingen wird, aber das werden wir sehen. Ich denke aber, dass es nicht besonders heavy ausfallen wird, weil meine Stimme dazu nicht passen würde.

Besteht denn die Möglichkeit, dass es vielleicht erneut eine Live CD geben wird, was Star One betrifft? Da tut sich dann natürlich ebenso die Frage auf, ob sogar eine kleine Tour in Frage kommt?

Es gibt keine exakten Planungen, aber es ist eine Option. Allerdings wäre es sehr schwierig, zeitintensiv und teuer, die 10 Musiker, die in der ganzen Welt verstreut leben, zusammenzubekommen. Die haben ja auch alle ihre eigenen Bands, Projekte, Proben und Konzerte.

Welche Musik bevorzugst du eigentlich ganz privat? In all deinen Projekten erkenne ich Einflüsse der 80er. (Anmerkung: Natürlich meinte ich die 70er, das war letztlich nur ein Schreibfehler…Soll vorkommen )

Du meinst sicher die 70er, Ich mag die 80er allgemein nicht so wirklich! Aber ja, ich höre ziemlich viel Kram aus den 60ern und 70ern, aber ich versuche ebenso auf dem neuesten Stand zu bleiben, was aktuelle Entwicklungen angeht. Ich höre allgemein sehr viele verschiedene Musikstil, aber es ist schwierig für mich geworden, nicht die Art von Musik zu hören, die meiner nahe ist. (Prog. And Metal). Das liegt wohl einfach daran, dass ich selbst auch ein Musiker bin, aber irgendwo ist es ja schon fast eine Schande.

Wie sieht es bei dir mit dem Songwriting Prozess aus, planst du, was deine nächsten Texte beinhalten sollen oder kommt dir nach und nach einfach irgendwas in den Sinn?

Eigentlich lasse ich die Musik einfach auf mich zukommen, was die Texte angeht oder eben auch eine ganze Geschichte. Natürlich können da auch Filme einen großen Einfluss ausüben, wie man es eben bei Star One bemerkt. Ich plane an und für sich fast alles, aber es wird letztlich nie genau so, wie ich es geplant habe, haha!
 


Mit Ayreon zeigst du uns immer sehr viele musikalische Einflüsse wie z.B. den Power Metal, Death Metal, Progressive Metal, Hard Rock und so weiter. Ist das eine deiner Stärken, dass du viele Musikstile miteinander verbinden kannst?

Ich denke, dass auch genau das der Grund dafür ist, warum so viele Leute meine Musik mögen, es ist ziemlich abenteuerlich. Das bedeutet einfach nur, dass du dich manchmal auf diverse Parts oder Stile einlassen musst, die dir grundsätzlich eigentlich gar nicht zusagen, aber irgendwie magst du es trotzdem. Aber vielleicht ist es auch genau das, was es so interessant gestaltet. Oftmals ist es einfach so, dass man den Part, mit dem man anfangs absolut nichts anfangen konnte, am Ende dem vorzieht, den man von Anfang an eigentlich am meisten mochte. Wow, das klang alles ziemlich kompliziert…Ich hoffe, du weißt, was ich meine. :-)

Ich denke, dass Steve Lee ein sehr gutter Freund von dir war…Er war außerdem auch ein Teil des letzten Ayreon Releases und seine Performance war beeindruckend, wie man es von ihm sowieso gewohnt ist. Wie hast du seinen Tod erlebt, wenn ich das fragen darf?

Es hat mich umgehauen und ich habe es bist jetzt noch nicht so wirklich realisiert. Wir haben eine lange Vergangenheit und trafen uns in den 80ern das erste Mal, als er für meine Band Vengeance vorgesungen hatte. Er war ein großer Sänger und ein absoluter Gentleman. Das hätte einfach keinem netteren Menschen passieren können…

Vielen Dank für dieses Interview und deine offenen Worte. Ich wünsche dir alles Gute für deine Zukunft!

Gern geschehen, danke für dein Interesse an meiner Musik!

Cheers,
Arjen.

 






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