[Interview] DRAGONY

DRAGONY - das sind sechs Jungs aus Österreich, die bereits mit ihrer ersten CD "Legends" die Power-Metal-Szene gehörig erschüttern und ein wahres Fest für Anhänger der epischen Töne darstellen. Diese Band ist der legitime Nachfolger von Bands wie Rhapsody of Fire, Helloween oder Hammerfall. Anlässlich der neuen CD sprach ich mit Sänger und Oberdrachenkiller Siegfried "Sigi" Samer.
Interview wurde geführt von Steelbound am 29.10.2011

Hi Sigi, danke, dass du dir die Zeit für das Interview nimmst! Kannst du einen Überblick geben, wie es bei DRAGONY gerade ausschaut?
Naja, es gibt viel zu tun! Da denkt man, nach einer scheinbar ewig langen Zeit der Albumproduktion wäre man endlich mal an einem Ziel angelangt, aber in Wirklichkeit geht’s ja jetzt erst los.
Wir schauen nun natürlich, dass wir soviel Promo wie möglich für das Album machen können, bemustern natürlich auch Plattenfirmen und Magazine – vielleicht lässt sich ja ein Deal an Land ziehen, das wär schon fein.
Ansonsten geht’s natürlich auch im Livesektor zur Sache, so haben wir am 5. November jetzt mal die offizielle CD-Präsentation von „Legends“ in Wien anstehen, und natürlich werden auch noch weitere Gigs in den nächsten Monaten folgen. Ideal wäre natürlich eine kleine Tour auch mal im Ausland, vor allem Länder wie Deutschland, Tschechien oder Slowenien wären super, weil es da ja doch eine gute Metal-Szene auch für melodischen Metal gibt!
Man sieht also – langweilig wird’s uns nicht!
Viele unserer Leser kennen DRAGONY sicher noch gar nicht so gut. Sage doch kurz etwas zur Bandgeschichte und wer dahintersteckt.
Ja gegründet wurde die Band 2007, und war ursprünglich eher als Studioprojekt gedacht, denn eigentlich wollten wir eine Art Rockoper draus machen, und dazu eben einige österreichische Szenegrößen einladen. Wir hatten dazu auch schon eine massive Background-Story konzipiert, die locker für zwei Alben gereicht hätte... aber irgendwann fanden wir dann eine komplette Bandbesetzung, und es wurde dann schnell klar, dass es etwas witzlos wird, wenn man nur ewig im Proberaum steht und an zig Songs bastelt, die aber nie jemand hört, haha.
So wurde dann aus dem ursprünglichen „Dragonslayer Project“ eben jetzt DRAGONY, und wir sind nun auch schon seit 2008 als „richtige“ Band auch viel live unterwegs, und haben ja auch schon einige Gigs mit namhaften Genrebands spielen dürfen, wie z.B. SERENITY, EDENBRIDGE, AXXIS, FIREWIND oder auch SONATA ARCTICA.
Für das erste Album haben wir jetzt eben die Hintergrund-Story auf einen ziemlich rudimentären Rahmen zusammengekürzt, einfach nur, um die Songs ein bisschen inhaltlich zusammenzuhalten... aber man merkt den ursprünglichen Rockopern-Charakter natürlich schon noch an den zahlreichen Vokalisten, die wir dabei haben, wie eben Tom Tieber von ECLIPTICA, Kati Bilak von SIREN'S CRY und natürlich auch Ralf Scheepers von PRIMAL FEAR an den Vocals, oder eben auch an den zahlreichen Gast-Gitarristen.

Euer neues Album „Legends“ ist bereits inoffiziell veröffentlicht, man kann es bei euch bestellen, richtig? Wie sieht es denn momentan mit der Labelsuche aus, und was macht ihr, wenn ihr eines findet? Stellt ihr dann den Verkauf erst mal ein, bis das Album über das Label in die Läden kommt?
Ja, wir haben das Album zunächst mal in kleiner Auflage herstellen lassen, damit wir es eben mal präsentieren können; aber primär versuchen wir natürlich schon, vielleicht irgendwo einen netten Labeldeal zu bekommen, was uns natürlich die Promoarbeit ziemlich erleichtern würde. Aber dass es heutzutage natürlich sehr schwierig ist, wo unterzukommen, ist auch bekannt – der Markt ist halt irgendwo auch übersättigt, auch im melodischen Metalbereich.
Wir werden also sicher mal die vorhandene kleine Auflage „ausverkaufen“ - einfach bei uns auf der Website www.dragony.net oder unseren Facebook-, Reverbnation oder MySpace-Profilen vorbeisurfen und bestellen - und dann mal weitersehen. Wenn sich in Punkto Vertriebsvertrag nichts tut mit einem Label, dann werden wir sicher in Eigenregie auch noch weitere Exemplare herstellen lassen und diese dann im Eigenvertrieb promoten. Man hat ja heute dank des Internets auch gute Möglichkeiten, selbst ohne Label-Backing seinen Bekanntheitsgrad zumindest ein bisschen aufzubessern. Daher sind wir auch für Interviewgelegenheiten wie diese super dankbar!
„Legends“ ist ja auch erst unser erstes Album, insofern haben wir natürlich einiges an Promotion-Arbeit vor uns, um den Namen DRAGONY mal nach draußen zu bringen – und untrennbar mit MÖGLICHST GLORREICHEM METAL zu assoziieren, haha!
DRAGONY sind in meinen Augen eine typische Power-Metal-Band. Welche Bands oder Musiker sind denn eure Vorbilder in musikalischer Hinsicht, wen hört ihr gerne? Gibt es Bands, die jeder bei euch in der Band mag?

Auch wir sehen uns als klassische Power Metal Band, wobei wir eher noch den Terminus „Glory Metal“ bevorzugen – ganz einfach um auszudrücken, dass es bei uns einfach auch irgendwo klischeehaft zugeht und wir es eben gerne „over-the-top“ haben; ich finde einfach, das gehört zum klassischen Metal dazu, und ich glaube, viele Fans dieser Richtung schätzen das auch an den Genrebands – und bei uns ist glaub ich ziemlich klar, was man bekommt, wenn man sich die CD ansieht und reinhört, haha!
Vorbilder auf musikalischer Ebene gibt’s natürlich einige, und die hört man bei uns auch sicher deutlich raus: Da zählen definitiv Bands wie EDGUY und AVANTASIA, HAMMERFALL, KAMELOT, NIGHTWISH und natürlich HELLOWEEN und GAMMA RAY oder auch SONATA ARCTICA und STRATOVARIUS dazu. Eben der klassische deutsche Powermetal, kombiniert mit etwas skandinavischem Bombast – glorreicher geht’s ja kaum mehr, haha!
Und ja, bei Sachen wie AVANTASIA und GAMMA RAY sind wir uns alle einig eigentlich, da stehen wir alle drauf... ansonsten gibt’s natürlich schon Variationen. Ich höre zum Beispiel auch gerne Classic Rock á la DEEP PURPLE, URIAH HEEP und RAINBOW, oder auch Achtziger-Hardrock der Marke EUROPE, BON JOVI, und auch BRUCE SPRINGSTEEN zählt zu meinen absoluten Favoriten. Unser Schlagzeuger fühlt sich dagegen eher im progressiven Eck sehr wohl und steht sehr auf OPETH, beispielsweise, und auch der Rest der Band zieht sich gern mal progressivere Kost wie SYMPHONY X und DREAM THEATER rein. Also wir hören nicht „nur“ klassischen Power Metal – aber bei DRAGONY gibt’s definitiv genau das, hehe.

Auf „Legends“ sind diverse Gastmusiker vertreten, unter anderem Ralf Scheepers und Tom Buchberger (Serenity). Wie seid ihr auf die Idee gekommen, Gastmusiker aufs Album zu holen? Plant ihr, das bei weiteren Alben auch zu machen?
Ja wie schon erwähnt gründet das darin, dass unser Konzept ursprünglich das einer Rockoper war, und wir da naturgemäß mit Gastsängern und Gastmusikern arbeiten wollten. Wir haben natürlich dann auf „Legends“ letztlich den Gästeanteil doch drastisch zurückgeschraubt, weil sonst von der Haupt-Band ein bisschen zu wenig übrig geblieben wäre. Aber auf ein paar ausgewählte Gäste wollten wir natürlich nicht verzichten, und mich freut es, dass es dann doch so viele geworden sind.
Van Alen, seines Zeichens derzeit Gitarrist bei ECLIPTICA beispielsweise spielte schon vor einigen Jahren mit mir gemeinsam in einer Band, und da hat es mich besonders gefreut, dass er auch wieder ein Gastsolo bei genau jener Nummer beigesteuert hat, die ich damals schon für diese Band (ELEFTHERIA) geschrieben hatte und die wir damals auch schon gemeinsam gespielt hatten.
Und das wir natürlich sehr froh – und auch überrascht, haha! - waren, dass Ralf Scheepers uns seine Stimme für „Burning Skies“ geliehen hat, versteht sich von selbst; er ist einer der besten Metal-Sänger der Welt, und da freust du dich als Sänger natürlich, wenn du mit so jemandem ein Duett machen kannst, und derjenige ja quasi „deine“ Songs singt. Also ich glaub, ich weiß jetzt ein bisschen, wie sich Tobi Sammet bei seinen AVANTASIA-Sachen gefühlt hat, haha!
Ob wir auf dem nächsten Album wieder so viele Gäste haben werden, lässt sich derzeit noch gar nicht sagen; also ich glaube es wird entweder so sein, dass wir NOCH mehr Bombast und NOCH mehr Rockopern-Charakter reinbringen – oder dass wir komplett davon weggehen und eher ein reines DRAGONY-only Album machen ohne Gastbeteiligung, haha. Das wird aber stark davon abhängen, wie die neuen Songs sich entwickeln, und in welche Richtung die dann gehen.
Aber Gastmusiker sind natürlich immer fein, weil doch jeder seinen eigenen Stil hat und eine eigene Note reinbringt, was für noch mehr Abwechslung sorgt.

Auf „Legends“ erzählt ihr eine Geschichte, die sich durch das Album zieht. Was war zuerst da: Die Musik oder die Geschichte?
In diesem Fall eigentlich zuerst die Geschichte! Zwar sind so die ersten ein, zwei Songs schon entstanden, als die Geschichte noch eher nur theoretisch existierte, aber sagen wir es so: Die Geschichte war dann weitaus schneller ausgearbeitet als die Songs drumherum, haha. Und letztlich haben wir dann wie erwähnt ja die Story doch sehr gekürzt und eben als sehr „rudimentären“ Handlungsrahmen belassen... so bleibt eigentlich sehr viel der Fantasie des Hörers überlassen, und die Story erklärt nur ansatzweise, worum es in den Songs geht... Was vielleicht ganz gut so ist, so kann jeder Hörer, der das möchte, seine eigene Geschichte erleben und sich selber seine Szenen dazu ausmalen. Man muss ja nicht immer alles so detailliert erzählen wie es z.B. RHAPSODY OF FIRE tun, die aber natürlich eine erstklassige Band in diesem Genre sind, von der wir uns auch gerne ein Scheibchen abschneiden, haha.
Was ist deine Meinung über Konzeptalben und welche Funktion erfüllen sie? Inwieweit sollte die Musik vom Text abhängig sein und umgekehrt?

Im Idealfall schaffst du es, dass sich Musik und Text perfekt ergänzen, und sich die Inhalte auch in den musikalischen Wendungen widerspiegeln. Das ist meines Erachtens bei Musicals immer hervorragend ausgearbeitet; bei Metal-Konzeptalben wird das aber meistens nicht so im Detail gemacht. Hier waren natürlich die ersten beiden AVANTASIA-Scheiben definitiv richtungsweisend, da die ja im Prinzip nichts anderes waren als Musical mit etwas mehr Schlagzeug und Gitarren, haha. Ach ja, und ein paar wirklich hammergeilen Sängern und Sängerinnen! Und Musical-Elemente gibt’s bei uns ja auch, besonders deutlich wohl bei „Alcador“, wo es schon stark in diese Richtung geht und ich als großer MEAT LOAF-Fan natürlich auch die Werke von Jim Steinman auf den ersten beiden „Bat Out Of Hell“-Scheiben zum Vorbild genommen habe.
Ich persönlich steh auf Konzeptalben, beispielsweise gehört VIRGIN STEELE zu meinen absoluten Lieblingsbands – es gibt daher ja auch den einen oder anderen Tribute-Moment auf „Legends“ an David DeFeis und seinen Sangesstil, haha – und die haben ja auch immer hervorragende Texte und Hintergrundgeschichten.
Wir haben es auf „Legends“ sicher verhältnismäßig simpel gehalten – aber wir wollten eben auch richtig eingängig bleiben. Ich hör zwar auch mal gerne Sachen wie PAIN OF SALVATION, die dich als Hörer richtig fordern und wo es auch beim zigsten Mal Durchhören noch neue Details zu entdecken gibt – aber zum Partymachen funktioniert einfache Musik schlicht und ergreifend besser, und da legt man dann auch gerne mal HAMMERFALL, SABATON oder GRAVE DIGGER auf. Und wir verstehen DRAGONY einfach als Unterhaltungs-Band, und wir freuen uns, wenn wir unsere Zuhörer für ein paar Minuten in andere Welten entführen und das Publikum kurzweilig unterhalten können, ohne dass man sich jetzt stundenlang mit der „Literatur dahinter“ auseinandersetzen muss.
Es gibt definitiv Platz für beide Herangehensweisen – DRAGONY steht aber definitiv für eingängigen, leicht zugänglichen melodischen Metal, der mit klassischen Elementen unterhalten will, und wer uns schon mal live erlebt hat, der weiß auch, dass wir das immer mit einem gewissen Augenzwinkern machen.
Wie lief bei euch der Songwriting-Prozess ab? Es gibt euch immerhin schon seit 2007, wann standen die finalen Versionen der Songs?
Hm, also meistens lief das so, dass entweder einer der beiden Gitarristen oder ich mit einem mehr oder weniger detailliert ausgearbeiteten Grundgerüst eines Songs kommen, dieser wird dann im Proberaum präsentiert und jeder überlegt sich seine Parts... dann wird das natürlich auch in der Livesituation getestet, und schließlich in der Pre-Production aufgenommen. Die finalen Versionen sind aber dann letztlich erst wirklich bei den Aufnahmen zum Album entstanden; denn auch hier wurde noch im Studio einiges gemacht, vor allem was die Orchestrationen und die Chöre angeht – da kamen dann am Ende noch einige Dinge hinzu, an die wir vorher noch gar nicht gedacht hatten. Hier kam auch viel Input von unserem Studiotechniker Frank Pitters, der auch quasi als Produzent agiert hat und hier viele tolle Ideen hatte. Ohne ihn wäre „Legends“ auch sicher nicht das Album geworden, das es jetzt ist – da haben Frank und Jakob Grabmayr von den WildOneMusic – Studios echt sensationelle Arbeit geleistet! Und ja, das Mastering von Mika Jussila hat dann noch sein Übriges getan; der Mann weiß halt auch ganz genau, wie europäischer Metal klingen muss!
Ich bedanke mich sehr für das Interview und wünsche noch viel Erfolg!
Herzlichen Dank! Und nicht vergessen... immer schön glorreich bleiben! 
Links zu DRAGONY:
http://dragony.net/
https://www.facebook.com/pages/Dragony/191242050890578
http://www.reverbnation.com/dragony
http://www.myspace.com/officialdragony
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