[Interview]: BLIND GUARDIAN - Markus (Gitarre)

BLIND GUARDIAN - Keine andere Band verkörpert die deutsche Power Metal-Szene mehr als diese Band. Ihre Qualität hat die Band bereits mit unzähligen Alben und noch viel mehr Konzerten bewiesen. Und ein weiterer Beweis dafür erwartet die gespannten Fans - am 30.7.2010 ist es soweit: GUARDIAN werden ihr neues Epos "At the Edge of Time" veröffentlichen. Das ist etwas zum feiern, und dafür habe ich mich mit Gitarrist Marcus unterhalten.
Interview wurde geführt von Steelbound am 2.7.2010
Chris: Hi Marcus, wie geht's dir?
Marcus: Abgesehen von der unerträglichen Hitzewelle sehr gut. 37 Grad in Deutschland braucht kein Mensch! 37 Grad ist geil, wenn du irgendwo Strand hast, und Seeluft, und Wasser übehaupt, aber hier weht kein Wind kein gar nichts, hier knallt einfach nur die Sonne einen Tick zuviel.
Chris: Kann ich nur zustimmen, so geht's mir auch. Ihr habt bald ein neues Album am Start, "At the Edge of Time" am 30.7., wie seid ihr damit zufrieden?
Marcus: Wir sind so zufrieden, dass man eigentlich gar nicht mehr zufriedener sein kann. Es ist meiner Meinung nach die beste Produktion, die wir je hatten, soundtechnisch, es ist die allererste Produktion, bei der absolut keine Pannen vorkamen, was komplettes Neuland ist für Blind Guardian, normalerweise explodiert da immer irgendwas. Aber hier lief zum ersten Mal wirklich alles absolut glatt. Auch vom kompositorischen her stellt die Platte für mich eigentlich die beste Blind Guardian-Platte bis jetzt dar, weil sie es zum ersten Mal wirklich perfekt schafft, alle Aspekte, die Blind Guardian ausmachen, zu vereinen. Das heißt, du hast wirklich die ganzen klassischen Old-School-Blind Guardian-Sachen drin, die schnellen harten Sachen, du hast die progressiveren Sachen, die Mitte der 90'er irgendwann dazugekommen sind, du hast die bombastischen, orchestralen Sachen, da hast du auch eine ganz neue Geschichte, wir konnten zum ersten Mal mit einem Orcherster arbeiten, was eine unglaubliche Erfahrung war für uns. Und das alles vereint auf einem Album! Glücklicher können wir eigentlich gar nicht sein.
Chris: Da hast du mir schon fast meine nächste Frage weggenommen, haha.
Marcus: 'tschuldigung! (lacht)
Chris: "At the Edge of Time" ist ein sehr abwechslungsreiches Album, es spiegelt alle eure Phasen wieder. War das von Anfang an beabsichtig?
Marcus: Nein. Sowas kannst du nicht planen, wenn wir anfangen, Stücke zu schreiben, gibt's nie irgendeinen Masterplan. Das Einzige, was von Vornherein feststeht, ist, dass die nächste Platte anders klingen soll als die Letzte.Weil wir keinen Bock haben, das gleiche Album zwei Mal hintereinander rauszubringen und uns zu wiederholen, das ist wirklich das Einzige, worauf wir am Anfang achten.Wenn wir sehen, wir haben ein Stück, das entwickelt sich so wie ein Stück vom letzten Album, dann ist es eigentlich direkt wieder raus. Wir wollen wirklich was Anderes machen. Und dass dann so ein Rundumschlag geworden ist, der die gesamte History von Blind Guardian umfasst, das konnte vorher keiner ahnen. Das hat sich während der Aufnahmen erst immer weiter dahinkristallisiert. Was eventuell eine Rolle gespielt hat, ist die Tatsache, dass wir diesmal anders vorgegangen sind als normalerweise. Wir machen normalerweise, nachdem wir von einer Tour kommen, erstmal eine Pause, um den Kopf wieder freizukriegen. Wenn du so viel auf Tour bist, hast du natürlich extrem viel die alten Stücke im Kopf, du spielst sie jeden Tag. Normalerweise machen wir mindestens zwei Monate Pause nach der Tour. Das ging dieses Mal nicht, da wir die Anfrage bekommen hatten, ob wir denn gerne für "Sacred 2", das Computerspiel, einen Song schreiben möchten, was wir dann auch gemacht haben, mit "Sacred", beziehungsweise jetzt "Sacred Worlds", der Opener des Albums jetzt. Um das zu machen, hatten wir keine Zeit für so eine Pause, wir mussten wirklich unmittelbar nach der Tour anfangen und haben dadurch die ganze Energie und das ganze Adrenalin von der Tour mit ins Songwriting genommen. Ich weiß es nicht, ich kann nur spekulieren, ich kann im Nachhinein nicht analysieren, warum die Platte jetzt so geworden ist, wie sie geworden ist, aber das ist auf jeden Fall was, was zum ersten Mal anders war als sonst, und was ich gar nicht schlecht fand.
Chris: "Sacred" habt ihr bereits Ende 2007 geschrieben, war das damals bereits in dieser Form fertig, wie es jetzt auf dem Album steht?
Marcus: Nein, das Original ist etwas anders. Das Intro und das Outro gab es in dieser Form noch nicht, das ist jetzt erst von einem echten Orchester gespielt worden, aber auch die Metal-Nummer an sich ist etwas kürzer, es gab ein paar andere Gesangsparts. Ein bisschen dran gearbeitet haben wir noch, das war aber im Großen und Ganzen schon das selbe Stück. Es war das erste Mal auch wieder in der Geschichte von Blind Guardian, dass wir eine Nummer schon lange vor der Veröffentlichung live gespielt haben, wir haben das Stück auf den ganzen Festivals 2009, die wir gespielt haben, im Set gehabt. Wir konnten dadurch schonmal Reaktionen der Leute antesten. Die waren alle sehr positiv, das ist natürlich auch eine schöne Bestätigung für uns. Aber jetzt im Endeffekt: Die Album-Version ist schon etwas anders als die Version, die ursprünglich im Spiel war, dadurch hat sie eben den etwas anderen Namen bekommen, aus "Sacred" wurde "Sacred Worlds", um zu zeigen, dass es eben nicht das gleiche Stück ist. "Sacred" war die erste Nummer, die wir für dieses Album geschrieben haben und es war ein guter Einstieg.
Chris: Auch die Riffs fallen diesmal etwas härter aus, wenn man auf Stücke wie "Tanelorn" oder "A Voice in the Dark" betrachtet. Freut dich das als Gitarrist oder ist das eher bedeutungslos?
Marcus: Bedeutungslos ist es nicht, die Abwechslung macht's. Ich hätte auch keinen Bock drauf, wenn wir Zehn Mal eine Nummer wie "Tanelorn" auf der Platte hätten, das ginge mir dann doch zu sehr auf den Sack, das ist mir dann auch zu langweilig. Es macht Spaß, so schnelle, harte Sachen wieder zu spielen, die eigentlich ja nie wirklich raus waren aus dem Blind Guardian-Sound. Es gibt immer Leute, die sagen "Oh, ich will Guardian zu Somewhere Far Beyond-Zeiten". Klar, damals waren die Platten insgesamt schneller und vielleicht auch härter als spätere Alben von uns, aber schnelle Nummern waren bei uns ja nie raus. Wir haben dann ja später auch schnelle Nummern gehabt, auf "A Twist in the Myth" gab's "This will Never End", oder auf "A Night at the Opera" war "Punishment Divine". Aber diesmal haben wir einfach mehr von diesen Klopper am Start gehabt, und es macht Spaß. Wir haben vor vier Wochen haben wir mal einen Probe-Block gemacht, wo wir mal 40 Nummer eingeprobt haben, die wir für die Tour mal warmhalten wollten. Und da waren eben auch von der neuen Scheibe Stücke dabei. Von der Gitarre her ist es schön anspruchsvoll, teilweise wirklich so schnell, dass du wirklich warmgespielt sein musst, weil du ansonsten echt ein Problem mit deinem rechten Arm kriegst, aber das gehört ja dazu.
Chris: In welchem Maße warst du denn an der Arbeit am neuen Album ivolviert?
Marcus: Songwriting-Technisch gar nicht. Alle zwei Jahre schreibe ich ein, zwei Nummern. Die Stücke sind alle komplett von André und Hansi gewesen. Die beiden haben sich seit vielen Jahren auch als die Hauptsongwriter herauskristallisiert und das funktioniert auch hervorragend. Da haben weder ich noch Frederik ein Problem mit. Uns interessiert einfach nur, dass das, was am Ende unter Blind Guardian rauskommt, die bestmögliche Qualität hat. Ich gehe da auch nicht mit dem Ego ran, dass ich ein Stück geschrieben haben muss. Wenn ich ein cooles Stück geschrieben habe, okay, wenn nicht, dann nicht.
Chris: Du hast es erwähnt, Hansi schreibt das Meiste, unter anderem die Lyrics. Woran hat er sich diesmal orientiert und hatten andere Mitglieder Einfluss darauf?
Marcus: Textlich könnten wir theoretisch Einfluss darauf nehmen, aber ist eigentlich noch nie passiert. Hansi muss das Zeug singen, da wollen wir ihm auch gar nicht reinreden. Textlich hat er wieder stark an Literatur orientiert, "Wheel of Time" ganz offensichtlich an den "Rad der Zeit"-Büchern von... ähhhh... (Robert Jordan! - Anm. d. Red.), "Ride into Obsession" basiert auch auf diesen Geschichten. "Tanelorn" haben wir wieder von Michael Moorcock's "Ewigem Helden", den wir auch schon öfters textlich dabei hatten. "Sacred Worlds" basiert natürlich auf dem PC-Spiel.
Ich weiß es jetzt alles nicht genau, aber häufig ist es eben Literatur gewesen.
Wie gesagt, wir könnten Einfluss nehmen, aber ich weiß nicht, ob ich jetzt so der Text-Schreiber bin. Beim Songwriting kommt die Musik immer zuerst. Der Text erst hinterher. Und während der Songwriting-Phase, sprich während das Lied entsteht, singt Hansi irgendwas. Das muss noch nichtmal Sinn machen, da geht es nur um die Melodik und die Rhythmik der Worte. Bei diesen "Arbeits-Texten" kristallisieren sich manchmal irgendwelche Schlagworte heraus, die uns allen sehr gefallen, und die wir dann versuchen zu behalten. "Nightfall" war so eine Sache, Hansi hatte dann in seinem Arbeitstext das Wort "Nightfall" und da haben wir dann gesagt das gefällt uns, und wir nehmen das einfach als Titel. Das sind dann so kleine Einflussmaßnahmen, die wir ab und zu ergreifen, aber im Großen und Ganzen sind Texte komplett Hansis Ding.
Chris: Die Produktion ist diesmal enorm Fett ausgefallen, besonders das Orchester bei "Sacred Worlds" und "Wheel of Time" sticht besonders hervor. War es euch wichtig, dass es diesmal auch Songs gibt, die richtig pompös klingen?
Marcus: Wir sind immer bemüht, eine gute Produktion zu haben, aber diesmal hatten wir eine Maxime, nämlich so natürliche Sounds wie möglich zu haben. Auf dem Schlagzeug sind zum Beispiel überhaupt keine Samples, es ist ein rein natürlich aufgenommenes Schlagzeug. Wir haben das erste Mal in der Geschichte von Blind Guardian mit einem echten Orchester arbeiten können, was ein unglaublicher Unterschied ist im Vergleich zu allem was wir vorher gemacht haben, weil du kannst zwar Keyboards und Computer toll programmieren und wirklich sehr gut klingende Ergebnisse da rausholen, wenn du orchestrale Sachen haben möchtest, aber es kommt einfach nicht an den Sound von einem 90-Mann-Orchester ran. Und dass wir dieses Mal richtig die Gelegenheit hatten, endlich mal so etwas zu machen war ein unglaublicher Schritt nach vorne für uns und den will ich auch nie wieder zurücknehmen! (lacht) Das hat die gesamte Produktion nach vorne gebracht und wie gesagt, natürliche Sounds waren uns sehr wichtig. Und wir sind, grade was die Produktion angeht, sehr glücklich mit dem Endergebnis, denn es sind Natur-Sounds, die wie du schon sagtest, sehr fett klingen, die brachialen Stücke klingen sehr brachial... einfach perfekt. Auch bei anderen Sachen, bei "Wheel of Time" hörst du einfach das Orchester, und wenn im Hintergrund im Orchester irgendeiner "Pling" macht, dann kannst du's trotzdem noch hören, denn es war uns sehr wichtig, dass alles sehr transparent kommt.
Chris: Mit welchem Orchester habt ihr denn gearbeitet?
Marcus: Das war das Prager Symphonie-Orchester. Das ist auch in Prag aufgenommen worden.
Chris: Ihr habt an einigen verschiedenen Orten aufgenommen, wie auch eure Studio-Videos gezeigt haben.
Marcus: Nenn es "Outsourcing", wenn du so willst, wir haben die gesamten Kernaufnahmen in unserem eigenen Studio gemacht, alle Gitarren, alle Bässe, Gesänge, Schlaugzeuge, haben wir bei uns zuhause gemacht, in den Twilight Hall Studios, wo wir seit "Nightfall" so ziemlich alles aufnehmen. Das hat sich bewährt, da gibt es keinen Grund, etwas zu ändern, aber für anderen Angelegenheiten war es nicht nötig, dass wir Leute hätten einfliegen lassen müssen. Wir haben eine Geigerin gehabt, die das in der Türkei eingespielt hat, und viele andere, ich habe den Überblick verloren. Wozu das ganze Orchester hierher holen, wenn wir nicht auch einfach nach Prag gehen können? Wir haben die Leute einfach da aufnehmen lassen, wo die es gewöhnt sind, und wo es funktioniert hat. Charlie (Bauernfeind – Anm. d. Red.), unser Produzent, hat ein Auge auf alles gehabt, weil er logischerweise nachher alles zusammenbauen musste und das hat hervorragend funktioniert.
Chris: Ihr habt auch Riverdance-Damen benutzt, wie seid ihr denn darauf gekommen?
Marcus: Die Idee kam glaube ich von Charlie. Das ist etwas, da denkst du im Vorfeld nicht drüber nach. Wenn du als Metalband irgendwo sitzt und ein Stück schreibst, denkst du garantiert nicht an Stepptänzer, aber die Nummer hat eine Eigendynamik entwickelt. Das war ursprünglich eine normale Blind Guardian-Mittelalter-Nummer, die hatte von der Melodie her schon keltische Einflüsse. Das ist ja nichts neues für Guardian, aber wir haben diesen Schritt nie so konsequent bis zum Ende gemacht. Diesmal sind wir halt wirklich den ganzen Schritt gegangend und Charlie kam dann irgendwann an und sagte "So, das ist Blind Guardian meets Riverdance". Und die Idee war genial, muss ich sagen. Es passt hervorragend, ich wäre selber im Traum nicht auf die Idee gekommen, ich habe da überhaupt nicht drüber nachgedacht, dass man da jemanden zu tanzen lassen kann. Aber es funktioniert super. Es ist etwas besonderes, haben wir noch nie gemacht, und keine Ahnung ob wir's jemals nochmal machen werden – aber für diese Nummer war es optimal!
Chris: Ihr seid bekannt dafür, dass ihr Klassiker covert – diesmal handelt es sich um "You're the Voice" von John Farnham. Wie such ihr euch diese Songs aus?
Marcus: Das passiert mehr oder weniger zufällig. Also "The Voice" ist sogar eine Nummer, die wir schon früher mal covern wollten, ich glaube das war im Rahmen zu "Forgotten Tales", aber im Endeffekt haben wir es damals nicht weiterverfolgt, und als wir diesmal überlegt hatten, dass wir eine Cover-Version aufnehmen wollten, kam das Stück direkt wieder ins Gespräch. Das Witzige war, dass wir uns fast alle nur noch an den Refrain erinnern konnten, weil jeder den noch im Hinterkopf hatte, von der restlichen Nummer wusste keiner mehr was. (lacht) Das musste man sich dann erstmal wieder besorgen und draufschaffen. Aber es ist einfach eine geile Pop-Nummer, die man etwas härter spielen kann. Gerade die Gesangsmelodien, das passt ganz gut.
Wir haben zwar in unserer Geschichte schon Metal-Sachen gecovert, z.b. "Trial by Fire" von Satan, aber wir lassen uns nicht darauf festlegen, wenn wir Bock haben, was anderes zu machen, was mit Metal gar nichts zu tun hat, wie eben "You're the Voice", oder "Mr. Sandman", das haben wir dann ja "verrockt", und das waren Nummern, die im Original wirklich gar nichts mit Metal zu tun hatten. Wir suchen uns einfach Nummern raus, die wir geil finden, aus welchen Gründen auch immer, aber wenn das im Guardian-Konzept funktioniert dann ist das gut, wenn es gar nicht funktionieren würde, würden wir da logischerweise auch von Abstand nehmen. Wir lassen uns einfach nicht drauf festnageln, dass wir als Metal-Band nur Metal-Klassiker covern dürfen, das wäre uns zu langweilig.
Chris: Mit "Curse My Name" habt ihr wieder eine sehr typische Blind Guardian-Nummer im Stile von "Skalds and Shadows" und "The Bard's Song" dabei. War vorher geplant, so eine Nummer mit reinzunehmen?
Marcus: Nein. Wie gesagt, es gibt keinen Masterplan im Vorfeld. Es gibt nie die Planung "Okay, wir brauchen die Folk-Ballade, wir brauchen drei schnelle Nummern, wir brauchen irgendwas bombastisches", das würde bei uns auch nicht funktionieren. Das einzige was immer feststeht, wir wollen uns nicht wiederholen. Ich könnte mich nicht hinsetzen und sagen "So, heut schreib' ich einen Bard's Song".
Chris: Was haltet ihr von diesen Boxsets, die Nuclear Blast verkaufen? In eurem Falle handelt es sich ja um eine Nachbildung der Pyramide vom Artwork.
Marcus: Ich finds okay. Wenn im Vorfeld angekündigt wird, das Album kommt bald, und das gibt es in 150 verschiedenen Versionen, dann finde ich das okay. Der Fan kann sich dann selber überlegen "Ja, Pyramide finde ich geil, ich kauf mir die Version" oder der nächste Fan sagt "Ph, Pyramide geht mir voll am Arsch vorbei, ich möchte die Musik haben und kauf mir das ganz normale Album ohne irgendeinen Firlefanz", dann hat jeder die Wahl. Was ich immer ein bisschen zwiespältig finde, ist wenn Special Editions zwei Monate später rauskommen, also alles zeitversetzt passiert. Denn dann geht der Fan natürlich zum Release-Tag erstmal in den Laden und kauft sich das Album, wobei er denkt, das sei die Version, mehr gibt's nicht, und dann zwei Monate später kommt 'ne neue Version mit einem neuen Stück, und wieder zwei Wochen später kommt dan noch 'ne Version, wo wieder ein anderes Stück drauf ist, das finde ich dann irgendwo sehr grenzwertig. Aber wenn im Vorfeld alles klar ist und jeder weiß, das Album kommt in verschiedenen Versionen kann sich jeder die Version wählen, die ihm gefällt, es ist ja keiner gezwungen, sich die Pyramide zu kaufen, jeder kann natürlich sagen "Pyramide brauch ich nicht, will ich nicht."
Chris: Blind Guardian werden oft mit Drachen assoziiert, ist es euch da wichtig, dass der Drache als solcher auch Teil des Artworks wird?
Marcus: Uhm...nö. Das ist bei uns definitv kein Muss, wir hatten mal auf ein paar Covern Drachen drauf, die dann in das Konzept des jeweiligen Covers wunderbar reingepasst haben, aber es ist definitv nicht so, dass wir vorher überhaupt über ein Cover nachdenken und sagen "Oh, da muss aber irgendwo ein Drache landen". Drachen passen, der Drache ist natürlich das Fantasy-Tier schlechthin und da wir nun mal sehr im Fantasy-Bereich unsere Wurzeln haben, passt das auch und macht auch Sinn. Wir haben prinzipiell ein Problem damit, wenn man uns irgendwie festnageln, wenn man uns auf irgendwas limitieren will. Wir sind definitiv mehr als die "Tolkien-Band", wir haben zwar "Nightfall" gemacht, was komplett auf dem Herrn der Ringe basiert, aber auch viel mehr Stücke, die damit gar nichts zu tun haben, und genauso mit Drachen. Aber wir müssen jetzt auf keinen Fall auf jedem Cover einen Drachen haben.
Chris: Das neue Album hat wieder 4 Jahre gebraucht um zu erscheinen, genauso wie beim Vorgänger und beim Vorvorgänger, brauchen die Stücke einfach so lange um zu reifen, oder nehmt ihr euch diese Zeit, oder ist das Zufall?
Marcus: Es ist auf jeden Fall nicht so, dass wir rangehen und sagen "so, jetzt haben wir 4 Jahre Zeit". Man muss dazu auch sehen, dass wir gar nicht vier Jahre an einem neuen Album arbeiten, sondern, um beim aktuellen Album zu bleiben, als "Twist" rauskam, waren wir ja erstmal anderthalb Jahre auf Tour. Während wir auf Tour sind, ensteht bei uns musikalisch überhaupt nichts neues. Das können wir nicht, hat bei uns nie funktioniert und wird wahrscheinlich auch nie funktionieren. Also musst du diese anderthalb Jahre, die wir auf Tour sind, von diesen 4 Jahren abziehen. Dann brauchen wir im Schnitt ein Jahr, um neue Stücke zu schreiben, die wir für ein Album brauchen, manchmal mehr, manchmal weniger, aber da nehmen wir uns definitiv alle Zeit, die wir brauchen, da wir keinen Bock haben, einen Schnellschuss an den Start zu bringen oder irgendwie Kompromisse einzugehen. Das heißt, wir haben zum Beispiel 8 Stücke fertig, und Nummer 9 und 10 sind zwar soweit, dass man sie als fertig bezeichnen könnte, wir aber nicht so zufrieden sind, dann schreiben wir weiter an denen. Bis wirklich alle in der Band sagen: "So, jetzt sind alle 10 Stücke so geil, das nehmen wir jetzt auf." Und dasselbe wiederholt sich dann bei den Aufnahmen. Die letzte Platte, reine Aufnahmezeit waren ungefähr sieben Monate mit Mix. Und da hatten wir diesmal eben das Glück, dass wir diesmal überhaupt keine technischen Pannen hatten, dadurch sind wir schnell und ruhig durchgekommen. Hätte es Pannen gegeben, hätten wir uns auch mehr Zeit genommen, denn das Endergebnis wird nur gut, wenn du auch die entsprechende Zeit investierst.
Von daher sind diese 4 Jahre zwar gegeben, aber wenn wir es eben nicht schneller hinkriegen, dann ist es so.
Chris: Natürlich, das Ergebnis soll ja auch gut sein.
Marcus: Genau, das ist das Einzige war für uns wichtig ist. Wenn wir einen Schnellschuss rausbringen – natürlich könnten wir auch jedes Jahr eine Platte rausbringen, ist kein Problem, 10 Stücke zu schreiben – kann man machen, aber die werden nie die Qualität haben, die wir haben wollen. Qualität ist uns wesentlich wichtiger als die Quantität.
Chris: Im September geht ihr auf eine große Europa-Tour. Was erwartet ihr davon?
Marcus: Viel Spaß, hoffentlich! Wir haben vor 4 Wochen den ersten Probe-Block gespielt, da haben wir 40 Nummern geprobt, wir werden Anfang nächsten Monats nochmal ein paar weitere Stücke proben, und aus den ganzen Kandidaten wollen wir dann jeden Abend einen schönen Set zusammenbauen, der sich auch jeden Tag ändern soll, weil wir keinen Bock haben, jeden Tag das Gleiche zu spielen. Am Stage-Design und Licht arbeiten wir gerade noch mit unseren Leuten, aber auch da wollen wir natürlich was schön fettes auf die Beine stellen. Ich muss sagen, ich freu mich extrem drauf, da Live spielen wirklich das geilste am ganzen Job ist, es ist schön Stücke zu schreiben, es ist sehr geil, sie aufzunehmen, und zu hören, wie sie langsam wachsen, aber für mich das absolute Highlight ist und war auch immer auf die Bühne zu gehen und die Sachen zu spielen, weil du das direkte Feedback der Leute kriegst.
Chris: Ist es für dich wichtig, vor einer großen Kulisse zu spielen – bei euch ist das Haus immer voll – oder ist das egal?
Marcus: Wichtig ist mir die Stimmung, die Atmosphäre. Ob nun 100.000 Leute in Wacken durchdrehen oder 6000 in der Philippshalle oder noch eine kleinere Show, das ist mir relativ egal. Wichtig ist nur die Verbindung zwischen Band und Publikum. Dass wir eben auf die Bühne kommen, Vollgas geben und die Fans nehmen den Ball auf, spielen den zurück, und du hast dieses Feedback von Energie, das ist das was ein Konzert besonders ausmacht. Beides hat seinen Reiz. Wenn du auf Riesen-Festivals spielst, ist natürlich der Hammer! Auf der anderen Seite ist der direkte Draht, den du zu den ersten Reihen hast, viel viel schlechter, als bei einer normalen Show, denn bei den großen Festivals ist ja schon allein der Fotograben 10, 15 Meter weit, bis dann die ersten Fans da stehen. Eine kleine Club-Show kann supergeil sein, und wenn du im Gegensatz dazu am nächsten Tag ein Festival spielst, hat das auch seinen Reiz. Ist alles geil.
Chris: Ihr habt diverse Vorbands auf der Tour, bei manchen Dates sogar gleich 3 auf einmal. Das wären Van Canto, Steelwing und Enforcer – habt ihr euch die selber ausgesucht?
Marcus: Das waren Vorschläge, die wir von Plattenfirmen, Bekannten, Verwandten, Freunden bekommen haben. Van Canto kennen wir ja nun schon länger, da haben wir ja beide Platten bei uns im Studio aufgenommen, die haben auch den Bard's Song von uns gecovert. Steelwing und Enforcer sind an uns rangetragen worden, passt aber ganz gut und da schauen wir einfach mal. Wir hatten ja auch auf den letzten Tour junge Bands dabei, die grad am Starten waren. Ich bin gespannt.
Chris: Wie bereitest du dich auf deinen Auftritt als Gitarrist vor?
Marcus: Man spielt sich warm. Normalerweise lass ich mir, eine Stunde, bevor wir auf die Bühne gehen, 'ne Gitarre bringen, und fang dann an mich ganz langsam warmzumachen. Das geht dann am Anfang mit ein paar ganz einfachen Skalen los, oder ein paar Riffs durchzocken und während man sich dann langsam aufwärmt, guckt man, was heute auf der Setlist steht, es gibt ja immer das ein oder andere Stück, was schwieriger zu spielen ist, da geht man die schwierigen Punkte nochmal durch. Wenn ein Stück neu im Set ist, spielt man das vielleicht sogar nochmal ganz durch, um sich einfach den Ablauf nochmal in den Kopf zu rufen, damit man dann nicht auf der Bühne steht, 'n Blackout hat und denkt "Scheiße, was kommt denn jetzt?!?" und das war's dann auch schon.
Chris: Was sind so die Dinge, die du während einer Tour am liebsten machst?
Marcus: Punkt eins ganz klar live spielen (lacht)... Was aber extrem geil ist, wenn du in anderen Städten und Ländern bist, wo du vorher noch nicht warst, kannst du natürlich extrem den Touristen rauslassen, denn wirklich zu tun hast du nur 2, 3 Stunden am Tag, den Rest des tages bist du frei und kannst Sightseeing-Touren machen und Land und Leute kennenlernen und das macht richtig viel Spaß. Wenn du zum 20. Mal in einer Stadt bist, da kennst du dann natürlich auch alle Sehenswürdigkeiten, das wird dann langweilig. Du darfst es aber nicht unterschätzen. Eine Tour ist natürlich was anstrengendes, 6 oder 7 Wochen am Stück mit einem Nightliner durch die Gegend gurken, da freust du dich natürlich auch auf den Tag, den du einfach nur im Hotel verbringst und dich einfach nur ausschläfst und abschaltest. Ich habe grundsätzlich meinen Laptop dabei, spiele auch gerne mal eine Runde World of Warcraft, sofern Internet vorhanden ist, einfach alles um abzuschalten und die Batterie wieder aufzutanken.
Chris: Du sagtest es, auf einer Tour kommt man viel rum, ihr wart zum Beispiel auch eine der wenigen Bands, die in Thailand gespielt haben. Merkt man Unterschiede zu anderen Ländern?
Marcus: Das war damals Abenteuer pur. Wir haben in Bangkok gespielt, '95 oder '96, und was da abgegangen ist, haben wir überhaupt nicht begriffen. Wir sind am Flughafen angekommen und da wurden wir schon von was weiß ich wie vielen Fernseh-Teams mit Kameras begrüßt. Wir hatten einen Bus, der uns abgeholt hat am Flughafen, der sah aus wie eine Mischung aus dem Batmobil und keine Ahnung was, auf jeden Fall war auf die Seite breit ein Blind Guardian-Logo aufgemalt, innendrin war Mini-Bar und DVD-Anlage, ich weiß nicht, was alles, wir hatten eine Polizei-Eskorte von 8 Polizisten auf Motorrädern, die uns durch Bankok transportiert haben. Während der Fahrt sind außen am Bus die Seiten aufgeklappt worden, da waren riesige Lautsprecher, die die ganze Stadt mit Blind Guardian beschallt haben. Am Hotel stand ein riesiges Banner, "Das soundso-Hotel heißt Blind Guardian willkommen" und wir standen nur da und dachten "Was geht denn hier ab?" (lacht). Du merkst natürlich, wenn du rumkommst die Unterschiede. Jedes Land hat kulturelle Eigenschaften, die andere Länder vielleicht nicht haben und das macht's ja auch so spannend. Gerade wenn du zum ersten Mal in einem Land bist. Du weißt nicht, wie die Leute drauf sind, du weißt nicht, wie sie auf bestimmte Sachen von uns reagieren. Wenn du schon 20 Mal in einer Stadt gespielt hast, kann ich dir zum Beispiel sagen, die reagieren auf die Nummer enthusiastischer als auf andere. Wenn du das Land nicht kennst, alles ist neu, alles ist aufregend, alles ist spannend.
Chris: Habt ihr auf dieser Tour auch wieder Oliver Holzwarth und Michael Schüren dabei?
Marcus: Die sind am Start, ist die Tour-Besetzung, sprich Blind Guardian plus die beiden – gern gesehenen – Gast-Musiker Olli am Bass und Michael am Keyboard.
Chris: Ihr könntet die beiden doch auch gleich in die Band aufnehmen, denn Bassist und Keyboarder habt ihr ja fest nicht dabei.
Marcus: Könnten wir, müssen wir aber nicht (lacht). Die Frage kommt öfters. Es gibt bei uns überhaupt keine Veranlassung dazu, das Line-Up zu ändern, Guardian sind wir vier, und das wird sich auch nicht ändern. Es ist teilweise schon schwer genug, mit vier Leuten Entscheidungen zu fällen, wenn vier Leute unterschiedlicher Meinung sind, das muss man sich nicht noch schwieriger machen. Ich glaube, die beiden sind eigentlich auch ganz zufrieden mit ihrer Position. Die wissen, dass sie bei uns immer gern gesehene Gäste sind, auf jedem Album und bei jeder Tour, können aber unabhängig davon tun und lassen was sie wollen, in ihrer Freizeit. Beide haben ihre eigenen Bands, die werden von uns praktisch informiert, wann es bei uns wieder akut wird, wann wir sie bräuchten, bis jetzt hat das immer wunderbar gepasst.
Chris: Euch als Band gibt es schon recht lange, da habt sicher auch das Aufkommen des Internets und der MP3's miterlebt. Wie siehst du das?
Marcus: MP3 und Internet ist eine zwiespältige Sache. An sich ist das Internet etwas, das ich liebe. Ich habe Internet zuhause, grundsätzlich, auf meinem Handy, ich habe überall Internet und find's auch klasse. Ich habe auch mit MP3's an sich keinen Stress, ich bin ein Riesen-Fan von meinem Ipod, den ich auf Tour prinzipiell dabei habe, in dieser kleinen Kiste habe ich 80 GB Musik drauf, wenn ich die früher mit CD's hätte mitnehmen wollen, hätten wir einen Extra-Bus nehmen müssen. Von daher: Tolle Sache, tolle Entwicklung. Das Problem bei der ganzen Geschichte ist, dass die Musikindustrie diese Entwicklung etwas verpennt hat und jetzt mit aller Kraft versucht, verzweifelt dagegen anzurennen, was Blödsinn ist. Du kannst das Internet nicht zurücknehmen, du kannst es nicht kontrollieren, du kannst nur damit leben und versuchen, es für dich zu nutzen, was viele Bands ja schon mit Myspace und Youtube und Schießmichtot alle versuchen, und das ist auch der richtige Weg, das Internet als Promotion-Tool für dich zu nutzen. Viel schneller und einfacher kannst du Leute weltweit wohl nicht mehr erreichen. Der große Nachteil bei MP3's ist, dass sich meiner Meinung nach das Musikverständnis der Leute komplett geändert hat. Als ich Teenie war und angefangen habe, mich für solche Musik zu interessieren, das war '81 irgendwann. Maiden haben "Killers" rausgebracht. Das war mein Einstieg in die Szene. Für mich war es wirklich etwas Besonderes, ein neues Album, auf das ich monatelang gewartet hatte, zu kaufen. Ich wusste, das sollte dann irgendwann rauskommen, ich bin jeden Tag in jeden Plattenladen gegangen und habe gefragt "Habt ihr's schon?" - "Nein, nächste Woche" und als es dann irgendwann kam, ich hab's sofort gekauft und bin nach Hause und dann haste mich eine Woche lang nicht mehr gesehen weil ich nur auf meinem Bett gelegen habe, die Platte lief rauf und runter, ich habe das Cover analysiert, ich habe die Texte gelesen, ich hab mir die Fotos angeguckt, was auch immer. Und genau das gibt's meiner Meinung nach heute fast nicht mehr, weil die Kids Musik nur noch als eine Art "Fast-Food" ansehen. Das heißt, die gehen in die Schule, auf dem Schulhof drückt Kid A Kid B eine Festplatte mit wer weiß wie vielen Terabyte Musik in die Hand, dann geht Kid B nach Hause und hat zu Hause die Gelegenheit, vielleicht 0,1 Prozent der Musik überhaupt mal anzuhören, weil mehr Zeit haben die gar nicht mehr. Und am nächsten Tag gibt's die nächste Festplatte. Dadurch verliert die Musik den kompletten Stellenwert, den sie früher mal hatte, sie wird wirklich nur noch als Nebenprodukt wahrgenommen, "Oh, ich mach irgendwas und dabei lass ich ein bisschen Mucke laufen", aber dieses Ereignis, Band XY bringt ein neues Album raus, wie es damals für mich war, das sehe ich heute nicht mehr bei den Leuten, oder bei sehr vielen Leuten. Und genau das ist das Gefährliche. Weil wenn die Leute denken, dass man sich ja alles umsonst im Netz laden kann, kapieren sie nicht, dass wenn sie alles für lau ziehen, es in 10 Jahren keine Musik mehr geben wird. Was wir machen: Eine Eigenproduktion, kostet sehr viel Geld. Das Ganze ist unser Job. Es wird ja keiner auf die Idee kommen, zum Bäcker um die Ecke zu gehen und zu sagen "So, ich nehm mir jetzt mal 10 Brötchen mit, stell dir vor ich lad die runter und passt schon, tschüss, aber ich find deine Brötchen super!". Da sagt der Bäcker auch "Merkst du noch was?". Wenn der Musiker das sagt, nimmt das irgendwie keiner Ernst, aber Fakt ist, wenn niemand mehr Platten kauft, werden Bands sich keine guten Produktionen mehr leisten können, Bands werden sich nicht mehr die Zeit nehmen, irgendwelche guten Stücke zu schreiben, und das Ganze wird irgendwann zum Eigentor. Grade auch für neue Bands ist es sehr schwer geworden, weil die Plattenfirmen der neuen Band keine Zeit mehr geben, zu wachsen. Als wir unseren Vertrag bekommen haben, haben wir ein Debüt-Album aufgenommen, das verkaufte sich damals recht gut, und die Plattenfirma sagte "Cool, die Band können wir aufbauen". Dann haben wir die Chance gekriegt und 'ne zweite Platte gemacht, und eine Dritte und so weiter. Und heute sind wir da, wo wir heute sind. Wenn du heute als Newcomer kommst, hast du genau einen Versuch. Entweder die Plattenfirma verdient richtig Geld mit dir, oder du bist sofort wieder weg. Und dann nützt dir auch dein Myspace nichts mehr. Wie gesagt, eine sehr zwiespältige Sache.
Chris: Aber besonders im Metal ist es so, dass die Fans die Alben eher kaufen, man will ja auch die Lyrics lesen und etwas in der Hand haben.
Marcus: Ja, ich seh das genau so! Ich hab an sich auch überhaupt kein Problem damit, wenn jemand sagt "Pass auf, die Band kenn ich nicht, ich hab was drüber gelesen, ich lad mir mal 1, 2 Nummern runter und hör mir die mal an". Da habe ich überhaupt keine Stress mit wenn der sagt "Jo, find ich geil, kauf ich mir", ist alles gut. Wie gesagt: Internet als Promotion-Tool, super Sache. Sofern der Fan dann auch wirklich bereits ist, dafür zu bezahlen, ist alles okay. Natürlich müssen die Preise stimmen, es gibt sicherlich Plattenfirmen, die die Preisschraube gewaltig nur nach oben drehen wollen, das ist auch Schwachsinn, weil alles muss irgendwo in einem Verhältnis bleiben. Wie gesagt, allein im Metal-Bereich haben wir natürlich schon bessere Karten, weil die meisten Bands ja wirklich runde Produkte abliefern, wo mehr als ein nettes Stück auf der Platte drauf ist, anders als im Pop-Sektor wo du vielleicht eine Hit-Single hast und danach 9 mal Schrott auf dem Album. Klar, da würde ich auch keine 10 Euro für ausgeben. Aber wenn ich eine Platte höre und die geil finde, will ich auch das Original haben.
Chris: Gutes Schlusswort, damit wäre ich am Ende. Willst du noch was sagen?
Marcus: Die Single ist jetzt draußen, jeder der einen ersten Eindruck vom Album haben möchte, kann sich da mal reinhören und alternativ auf unserer Homepage schon Samples von jedem neuen Stück des Albums, das heißt man kann mal reinlauschen. Album kommt am 30.7. - ich hoffe, dass jeder Blind Guardian-Fan in den Laden rennt und sie sich zumindest mal anhört, ich hoffe, ihr werdet begeistert sein, und: Wir sehen uns auf Tour!
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