[Review] ALESTORM - Back Through Time
ALESTORM - Back Through Time
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Die Piraten sind wieder los! Alestorm setzen nach dem starken „Black Sails at Midnight“ wieder die Segel und reisen diesmal sogar zurück in der Zeit.
Diesmal haben sich die Schotten auch 2 Jahre Zeit gelassen, ehe sie was neues produziert haben und ich kann vorwegnehmen, dass es der Vielfältigkeit zugute kam.
Das Ganze beginnt direkt mit dem ballernden Titeltrack „Back Through Time“, der von einem kleinen netten Intro eingeleitet wird. Zum ersten Mal kommen sogar Blastbeats zum Einsatz, was aber aufgrund der Zeitreisen-Thematik sogar ganz gut passt. Der Refrain kommt allerdings wieder ganz typisch daher und kann ohne weiteres mitgegrölt werden. Die orchestralen Parts tun ihr übriges, um das ganze Soundgewand der mal wieder einwandfreien Produktion noch fetter wirken zu lassen.
„Shipwrecked“ ist die erste Single, zu der auch ein wunderschönes Video abgedreht wurde, dass man besonders ernst nehmen kann. Kleinwüchsige Menschen, die so tun, als würden sie Geige spielen, haben aber doch schon ihren Reiz.
Man muss Alestorm einfach lassen, dass sie auch eine gesunde Portion Selbstironie besitzen und eben das macht sie so unfassbar sympathisch. Zurück zum Song. Jener bringt von der ersten Sekunde an gute Laune und lädt zum schunkeln ein, wobei das Tempo doch schon etwas höher sein dürfte. Für mich sogar der bislang genialste Song, den die Schotten veröffentlicht haben, wenn gleich er jetzt nichts innovatives mit sich bringt. Will ich gute Laune haben, schmeiß ich einfach direkt „Shipwrecked“ an und alles is bestens. Gilt grundsätzlich für fast alle Songs der Piratenbande.
Mit „Buckfast Powersmash“ stellen Alestorm unter Beweis, dass sie auch die härtere Trashschiene ohne weiteres fahren könnten. Da liegt natürlich der Vergleich zur genreinternen Konkurrenz in form von Swashbuckle nahe. So fühlen die sich ja sehr zuhause im Thrash Bereich und zelebrieren ebenso Pirate Metal. Allerdings muss ich auch hier Alestorm hervorheben, da sie auch diesem Vergleich mehr als nur locker standhalten. Wie der Titel schon sagt, drückt er zumeist ordentlich auf die Tube, was eigentlich nur in den Strophen etwas abhanden kommt. Genial sind auch die immer wiederkehrenden Spielereien auf dem Keyboard, die dem Hörer mit Sicherheit ein breites Grinsen ins Gesicht zaubern werden. Das macht die Band einfach aus. Nen‘ knüppelharten Thrash Pirate Metal Song rauszuhauen, der trotzdem eine gewisse Ironie mit sich bringt.
Bei „Rum“ wird auch endlich mal das Lieblingsgetränk besungen und wer spätestens da nicht irgendwas alkoholisches in den Händen hält, ist selber Schuld. Natürlich ist der Text ziemlich sinnfrei, man huligt halt einem Getränk, aber wenn ich Alestorm höre, erwarte ich Spaß und gute Laune, genau das bekomme ich auch.
Besonders hervorheben möchte ich gen Schluss aber noch den Rausschmeißer „Death Throes of the Terrorsquid“, der wirklich etwas nie dagewesenes in diesem doch recht klein besiedelten Genre hervorbringt. Prinzipiell geht der Track in die etwas ernsthaftere Richtung, die auch Alestorm in ihren Schlachten gern mal ansteuern und erinnert ein wenig an „Chronicles of Vengeance“. Allerdings wird man im Mittelteil doch relativ überraschend von einem Black Metal Part der feinsten Sorte getroffen. Es erinnert schon fast ein wenig an die frühen Dimmu Borgir, was bei einer Band wie Alestorm sicher nicht zu erwarten war. Das Ganze bringt eine gewisse Epicness rein, die den Song einfach zu etwas besonderem macht. Klar geht der Refrain auch mal wieder gut ins Ohr, dennoch ist dieser Part die Kirsche auf der Sahnetorte.
Zum Schluss kann ich nur eins sagen. Wer gern mal in das Piratenfeeling eintauchen will oder einfach nur gute Laune haben möchte, der kommt um Alestorm definitiv nicht drumherum. Das Album ist alles in allem etwas vielschichtiger als der Vorgänger, wirkt aber in der Mitte etwas abgestumpft durch Songs wie „Scraping the Barrel“, die eher wie eine Überbrückung als wie eine Bereicherung wirken. Ist es besser als der Vorgänger? Schwer zu sagen, weil es irgendwie „anders“ wirkt als Gesamtpaket. Jeder Fan der ersten 2 Werke wird 100%ig Gefallen daran finden, aber obs jetzt Alestorms bisheriges Meisterstück ist oder nicht, sei mal dahin gestellt.
p.s.: „Rumpelkombo“ ftw!
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