PowerMetal4ever.de

[Review] AMARANTHE - Amaranthe

AMARANTHE - Amaranthe

Stil: Modern Metal
Label: Spinefarm Records
Songanzahl: 12 Songs
Webseite:

http://www.facebook.com/pages/Amaranthe/147104251981642

Wertung: 13/15 
Reviewer: Sonata | 16.4.2011




 

Was passiert, wenn sich ein Screamer, ein weiblicher Vocalist und ein männlicher Vocalist in einer Band zusammentun? Richtig, es entsteht ein gesanglich vielschichtiges Album, welches zugleich aber auch eine gewagte Mischung darstellt.
So sind die Jungs und Mädels von Amaranthe seit 2008 unterwegs.
Was damals noch im Underground seine Anerkennung fand, wird schon 3 Jahre später als ein heißer Favorit auf DAS Debütalbum 2011 gehandelt.
Kopf hinter der Sache ist Olof Morck, der schon bei Bands wie Dragonland seine Finger im Spiel hatte und genau weiß, wie man gute Musik komponiert und schreibt.

Amaranthe haben bereits 2008 eine 4-Song EP aufgenommen, wodurch sie bereits damals eine relativ ordentliche Fangemeinde aufbauen konnten. Jene 4 Songs befinden sich auch auf dem Debütalbum, welches über Spinefarm Records vertrieben wird.
Eröffnet wird die Platte mit dem bereits bekannten „Leave everything behind“, welches auch Namensgeber der damaligen EP war. Sofort wird deutlich, auf welche Schiene Amaranthe aufspringen wollen. Grundsätzlich ist der Sound sehr nah am melodischen modernen Power Metal angelehnt, aber durch die Mischung der 3 Sänger wird das ganze etwas aufgelockert und lässt sich rein oberflächlich betrachtet also gut und gern als „Modern Metal“ betrachten.

Die Strophen teilen sich Jake E. und Andy Solvestrom und sofort entfaltet die Mischung ihre ganze Stärke. Energische Power Metal Vocals treffen Death Metal artige Screams umrundet von Power Metal lastigen Riffs. In der Bridge erhält Elize Einzug und veredelt diese mit ihrer glasklaren Powerstimme. Im Chorus kommt alles zusammen und entfacht ein kleines Feuerwerk. Man muss Olof Morck also definitiv zugute halten, dass dieses Experiment mehr als nur gut funktioniert hat und die 3 Vocalists perfekt miteinander harmonieren.
Nach dieser Spielart läuft es auch mit den Songs 2-5 ab, ehe mit „Amaranthine“ eine Ballade auf den Hörer trifft.

Diese kommt zugegebenermaßen SEHR schmalzig daher und wird vor allem von Elize dominiert, die sowohl die erste Strophe als auch den ersten Chorus komplett für sich allein beansprucht. Im Anschluss darauf setzen wie es bei vielen Balladen typisch ist die Drums inklusive der Riffs ein und Jake E. probiert sich an der 2. Strophe. So sanft die erste Strophe noch rüberkam, so brachial wirkt die 2. schon fast. Ich hätte mir hier etwas mehr Piano von Jake gewünscht, obgleich die Vocals an sich nicht schlecht klingen. Sie passen in der Form einfach nicht so gut zum Gesamtpaket. Selbst Andy bekommt noch seinen Part nach dem 2. Chorus und reißt den Hörer mit ein paar gekonnten Screams aus dem kitschigen Balladentraum, ehe dieser wieder Einzug erhält, da Chorus Nr. 3 einsetzt.
Anfangs konnte mich „Amaranthine“ noch begeistern, aber mit jedem Durchlauf wurde der Song schwächer und schwächer. Am Ende wirkt der Track doch irgendwie zu unausgewogen, weswegen er fast schon negativ auffällt.

Mit „Director’s Cut“ und „Enter the Maze“ sind auch 2 Songs vertreten, die von der grundlegenen Spielzeit jedes Songs etwas abweichen. So bringt erstgenannter Song fast 5 Minuten mit sich und „Enter the Maze“ kommt immerhin auf 4 Minuten. Besonders „Director’s Cut“ leidet unter der meines Erachtens nach zu langen Spielzeit. Der Song wirkt total in die Länge gezogen und besticht leider größtenteils mit Langeweile. Der Refrain baut keinen Druck auf und Spannung ist auch weit und breit nicht zu erkennen. Mit großem Abstand der schwächste Song auf dem Album. „Enter the Maze“ zieht sich da noch etwas besser aus der Affäre und punktet mit einem relativ unscheinbaren Chorus, der sich mit fortnehmender Dauer im Ohr festsetzen kann.

Alles in allem bringt das Album eigentlich nur ein großes Problem mit sich. Es ist nach einer Woche ziemlich ausgelutscht. Was einen bei den ersten paar Durchläufen noch wegflasht und den Suchtfaktor immer größer werden lässt, entpuppt sich später eben als ein großes Problem. Dadurch, dass die ersten 5 Songs einfach die gleiche Schiene fahren und enorm starke Melodien mit sich bringen, ist das Pulver einfach schnell verschossen, während sich in der 2. Hälfte des Albums nur noch ein Song von dieser Sorte in Form von „Call out my name“ finden lässt. Sowohl Tracklist als auch manch ein Song wirken also eher wie ein Fehlschlag. Eventuell hätte man 2 Nummern, die bereits auf der 2008er Ep vorzufinden waren, weglassen sollen und lieber neues Material schreiben sollen, welches der Qualität der ersten paar Songs gerecht wird. Die Tracklist aufzulockern, wäre ebenso kein großes Problem gewesen.

Dennoch möchte ich anmerken, dass ich hier grad auf höchstem Niveau Negativpunkte hervorhebe, da das Debüt an und für sich eine wirklich großartige Platte ist, die mit unzähligen Hits wie „Automatic“ oder der Single „Hunger „ ausgestattet ist. Dennoch fallen grad bei derart starken Alben die Fehler viel deutlicher ins Gewicht, weswegen sie auch nicht verborgen bleiben.

Trotz alledem bleibt zu sagen, dass alle Fans des Modernen Power Metals bedenkenlos zugreifen können und auch Neulinge könnten viel Spaß mit dem Werk haben, da es teilweise schon fast poppig wirkt und sehr eingängig daher kommt.

 

Nach oben






Kommentar zu dieser Seite hinzufügen:
Dein Name:
Deine Nachricht: