[Review] ANCIENT BARDS - Soulless Child
ANCIENT BARDS - Soulless Child
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Die Italiener von ANCIENT BARDS machen sich auf um den zweiten Teil ihrer "Black Crystal Sword Saga" zu erzählen. Symphonic Power Metal aus Italien. Viele würden jetzt bereits wild kreischend die Flucht ergreifen, aber Gott sei Dank sind wir hier unter uns. Also schnell auf den Drachen geschnallt und los geht der Flug.
Das Album beginnt, ganz in der Tradition aller Bands dieser Gattung, mit einem epischen Intro, welches aufgrund seiner musikalischen Dramaturgie teilweise an diverse Werke von Hans Zimmer erinnert. Eine Erzählstimme leitet ebenfalls in das Album ein, bis mächtige Chöre den ersten Song "To the Master of Darkness" eröffnen. Spätestens jetzt weiss der Hörer wo der power metallische Hammer hängt. Schnelle Drums, aufwändige Orchestrierung und die wunderbar klare und sanfte Stimme von Sängerin Sara Squadrani versetzen einen umgehend in jenes ferne Land, welches hier besungen wird.
Der Drachenflug nach Noland beginnt mit einem barocken Intro und zeigt als die Gitarre einsetzt wie wunderbar Klassik und Metal harmonieren. Der Song besticht vor allem durch seine liebevoll ausgearbeiteten Harmonien und den sehr eingängigen Refrain. Erinnert vor allem im Mittelteil sehr an FAIRYLAND's "At the Gates of Morken".
Ganz in dieser Tradition stehen auch das relativ hart beginnende "Broken Illusion", welches mit dem meiner Meinung nach besten Chorus des Albums gesegnet ist und eine fast unbezahlbare Wohlfühlatmosphäre erzeugt, und das in galopp artigem Rhythmus nach vorn preschende "Valiant Ride", welches sich zwar nur bedingt vom vorher genannten Song unterscheidet, allerdings mit der wohl eingängigsten Grundmelodie des Albums daher kommt.
Die große Überraschung des Albums ist wohl "Through my Veins". Hier treffen einfühlsame Passagen auf harsche Vocals, welche dem Song etwas ganz besonderes verleihen und den Chorus in andere Ebenen versetzten. Das Zusammenspiel zweier sehr gegensätzlicher Gesangsarten geht oft daneben, gerade bei Bands die dies nur selten in ihre Musik verarbeiten. Hier hat es prächtig funktioniert. Mit dieser Tatsache sollte sich der Song bei vielen Fans sicher zu einem Geheimfavoriten entwickeln.
Leider etwas belanglos kommt die Ballade "All that is true" rüber. Mit fast 10 Minuten Spielzeit viel zu lang und gerade wegen dieser Überlänge auch etwas Ereignisarm, wenn auch die Soundtrack Passage im Mittelteil für Gänsehaut sogt.
Das Zwischenspiel "Dinanzi Al Flagello" ist wohl eher als Intro zum nächsten Titel gedacht und kann daher auch wegen "eher niedrigem kompositorischen Aufwandes" übersprungen werden.
Auf zum Titeltrack, welcher erneut fast 10 Minuten lang ist. Allerdings anders als noch bei der Ballade zu keiner Sekunde langweilig und mit dem wohl besten Keyboard Solo des Albums. Viele Breaks und Harmoniewechsel machen den Song zu einem echten Highlight. Allerdings sind hier im Gegensatz zum Rest des Albums zur kompletten Erschließung des Songs mehrere Durchläufe nötig.
Ähnlich verhält es sich auch mit dem epischen Rausschmeißer "Hope dies last", welcher in eine ähnliche Kerbe schlägt wie der Titeltrack, allerdings in allem noch eine Schippe drauflegt. Noch epischer, noch aufwändiger, noch abwechslungsreicher. Hier heißt es einfach nur noch zurück lehnen und genießen. Nach über einer Stunde Spielzeit ist die epische Reise dann vorbei.
Fazit: ANCIENT BARDS legen mit ihrem zweiten Album Soulless Child einen astreinen Symphonic Power Metal Kracher ab, welcher aufwändig komponiert und liebevoll in Szene gesetzt wurde. Viele Chöre, viel Bombast, Double Bass an allen Ecken und Enden, hier und da ein Keyboard Solo, ein wenig Abwechslung und die über allem thronende Stimme von Frontfrau Sara Squadrani. An der Produktion gibt es auch wenig zu bemängeln, einzig die manchmal etwas zu laut abgemischten Lead Vocals trüben das Bild ein wenig. Allerdings ist auch hier wieder zu sagen das es meckern auf hohem Niveau ist.
Auch ANCIENT BARDS werden das Genre nicht neu definieren. Da die Genre Götter von RHAPSODY OF FIRE allerdings mittlerweile dem Fantasy abgeschworen haben bilden ANCIENT BARDS mehr als nur eine gute Alternative, die ich hiermit jedem Fan von symphonischem Power Metal wärmstens empfehle.
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