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[Review] ASKING ALEXANDRIA - Reckless & Relentless

ASKING ALEXANDRIA - Reckless & Relentless

Stil: Post-Hardcore / Metalcore
Label: Sumerian Records
Songanzahl: 12 Songs
Webseite:

www.myspace.com/askingalexandria

Wertung: 14/15 
Reviewer: Alive | 13.4.2011




Kaum eine Band hatte in den letzten paar Jahren mit Vorurteilen zu kämpfen wie die englische Gruppe Asking Alexandria. Neben Bring Me The Horizon gilt sie als die Scene-Band schlechthin, die mit schlechter Musik von schlechten Musikern den Teens das Geld aus der Tasche zu ziehen versucht. Nicht ganz unschuldig daran schienen die Musiker selbst, werfe man doch mal einen Blick auf die 2008er Promo-Fotos der Band, die sämtliche Mitglieder in schwarzen V-Necks mit schwarzer Emo-Frisur zeigt.


Nach ihrem Debüt Album „Stand Up And Scream“ von 2008 kehren sie 2011 mit ihrer neuen Platte „Reckless & Relentless“ zurück und zeigen bereits rein oberflächlich, wie angepisst sie von diesen Szene-Vorurteilen sind. Auf den neuen Fotos geben sie sich straight, in 80er-Jahre Rocker-Look. Auch ein Blick auf die Lyrics verrät, wohin uns die Reise diesmal führt: Sex, Drugs and Rock’n Roll – ganz „Reckless And Relentless“ eben – mit großer Wahrscheinlichkeit autobiographisch, sofern man sich mal die Geschichte um Sänger Danny anschaut, der in der nahen Vergangenheit durch Drogenexzesse und abgebrochene Auftritte ins Rampenlicht fiel. So befassen sich die Songs auf der Platte meist mit Themen wie Alkohol, Sex und Drogen, aber auch mit gefühlvollen Themen wie verflossener Liebe, Ex-Freundinnen etc.


Auch musikalisch tat sich im Hause Asking Alexandria einiges, auch wenn die Truppe ihrem Grundprinzip treu bleibt: Harte Riffs, einprägsame Melodien, dicke Breakdowns, Elektro-Elemente. Grundlegend wechseln sich meist Strophen, die oft an Bands wie Bring Me The Horizon oder The Devil Wears Prada erinnern mit eingängigen, emotionalen Melodien ab, die zu manchen Teilen gut und gerne auch von Bands wie A Day To Remeber sein könnten.


Das etwas an eine Spieluhr erinnernde Intro „Welcome“, das natürlich gleich in einen Breakdown mündet, leitet das Album ein und schon beim straighten Opener „Dear Insanity“ wird gezeigt wo es lang geht. Sänger Danny growlt, screamt, shoutet, jammert und singt sich durch diesen schnellen Song, schon in der ersten Strophe werden alle Facetten des (diesmal wirklich enorm starken und vielfältigen) Gesanges ausgeschöpft. Doublebass im Wechsel mit dicken Breakdowns und Thrash-Metal Riffs, gepaart mit Dannys vielfältigen Vocals, die im emotionalen, clean-gesungenen Refrain ihren Höhepunkt erreichen, denn die Melodie sollte sich in den meisten Köpfen der Hörer fangen und dort verweilen.


Ohne Verschnaufpause erwartet uns in „Closure“ ein verzerrtes, elektronisches Intro, es folgen die genre-typischen Riffwellen und düstere Synthie-Atmosphäre im Hintergrund. In der Strophe erwartet uns wieder ein breitgefächerter Vocal-Cocktail zwischen tiefen Death Metal-Growls, Emo-Screams und lässigem Hard-Rock Cleangesang, nach der Strophe erwartet uns wieder einmal der emotionale, clean gesungene Höhepunkt des Songs, denn auch hier scheinen Asking Alexandria die genialen Melodien aus dem Ärmel geschüttet zu haben. Nach einem typischen Breakdown und einem kurzen Atmo-Teil erwartet uns eine urtypische Techno-Melodie, die nach einer gewissen Zeit mit rockigen Riffs verschmelzen zu scheint und uns in den letzten Breakdown des Songs führt. Auch in den folgenden zwei Songs ist uns kein verschnaufen gewährt, schlagen sie doch beide in dieselbe Kerbe wie die ersten beiden. Erwähnen sollte man die bombastischen Orchester-Parts in den Strophen von „A Lesson Never Learned“, die die düstere Atmosphäre an die Spitze treiben.


Auch wenn die Engländer eigentlich durchweg ihrem Konzept treu bleiben, Brachialität, Lässigkeit und Emotionen zu verbinden, findet sich auf der Platte auch ein Song der ein wenig aus der Masse heraussticht, denn nach dem kurzen Midtro „Dedication“ kommt der spritzige Alternative Rocker „Someone, Somewhere“, der im Vorfeld auch als Single-Auskopplung diente, ganz ohne Growls und Härte aus, rockt sich aber mit seinen eingängigen Melodien in die Gehörgänge der Hörer.


Im weiteren Verlauf des Albums halten Asking Alexandria ein sehr hohes Niveau, auch wenn sich die ersten drei Songs an die Spitze setzen und die Messlatte sehr hoch legen, sodass Nummern wie „The Match“ gerne mal etwas hinter deren Schatten zurückbleiben. Auch sind gewisse Parallelen zu anderen Bands, sowohl im Riffing als auch in der Melodieführung unverkennbar, wenn man beispielsweise mal den Refrain des Titeltracks mit „You Already Know Who You Are“ von A Day To Remember vergleicht. Das ist aber in den meisten Musikstilen keine Besonderheit, Parallelen gibt es überall. Zu erwähnen wäre auch die druckvolle und klare Produktion des Albums, an dieser Stelle wurde gute Arbeit geleistet.


Die recht angenehme Spielzeit von 43 Minuten bei 12 Songs erspart es den Engländern auch, in die Eintönigkeit zu verfallen und so schließt der 5-minütige Rausschmeißer „Morte Et Dabo“ mit seinem hymnischen Refrain und den atmosphärischen, orchestralen Parts den Kreis.


Alles in allem wird es immer Zweifler geben, doch Asking Alexandria beweisen auf „Reckless & Relentless“ nicht nur musikalisches Können, sondern auch ihr Gespür für eingängige Melodien und dichte Atmosphäre. Und auch die Lyrics beweisen, dass die Truppe schon lange nicht mehr die typischen Emo-Klischees der oftmals etwas umstrittenen Post-Hardcore Szene erfüllt. Genre-Fans sollten sich die Finger lecken und schleunigst ein Exemplar dieser Scheibe besorgen, es lohnt sich in jedem Fall! Als Anspieltips kann ich vor allem „Closure“ und „Breathless“ empfehlen, da diese Songs den grundlegenden Sound der Platte widerspiegeln.


Ein wirklich starkes Ding liefern die Briten da ab, und geben sich siegessicher, wie man in „Closure“ auch erkennen kann: „I'm everything we need make this scene what it should have been“ – also dann, wer sich auch nur ansatzweise mit dem Genre anfreunden kann: Reinhören und abfeiern!

 

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Kommentare zu dieser Seite:
Kommentar von klaus, 26.04.2011 02:08:20:
geil!



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