[Review] BLOODBOUND - Unholy Cross
BLOODBOUND - Unholy Cross
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Die schwedischen Heavy Metal-Heroen BLOODBOUND haben eine turbulente Vergangenheit hinter sich. 2005 eines der power-metallischen Highlights des Jahrzehnts, „Nosferatu“, Sängerwechsel, „Book of the Dead“ mit Michael Bormann, Sängerwechsel zurück zum ursprünglichen Sänger Urban Breed, Veröffentlichung des arg modern geratenen „Tabula Rasa“, Urban Breed wieder raus.
Da haben viele Fans – und sicher auch die Band – ein wenig unsicher in die Zukunft der Truppe um die beiden Gründer Tomas Olsson und Fredrik Bergh geschaut. Zum Glück haben sich alle Befürchtungen in Luft aufgelöst, und ein neuer Sänger konnte verkündet werden: Patrik Johansson (der NICHTS mit Nils Patrik Johansson von WUTHERING HEIGHTS oder ASTRAL DOORS zu tun hat), der Sänger der ebenfalls dem Power-Bereich zugehörigen DAWN OF SILENCE.
Und musikalisch? Da haben sich BLOODBOUND, zum Glück, von ihrer modernen Seite abgewandt und kehren zum alten Melo/Power-Sound zurück. Allerdings geht das neue Album „Unholy Cross“ weniger in Richtung HELLOWEEN, wie es auf „Nosferatu“ war, sondern orientiert sich an solch erfolgreichen Landsmännern der Band wie HAMMERFALL und DREAM EVIL, also ist eine klare Ausrichtung zum True Metal zu erkennen.
Dies beweist bereits der Opener „Moria“ mit seinem mitsing- und headbang-tauglichem Refrain. Ein Chor leitet den Song ein, Sänger Patrik singt seine ersten Worte bei BLOODBOUND, und die sind beileibe mächtig: „Bang your Head to Hell and Back, shaking the ground of Moria“.
So zeigen sich die Schweden in ihrem leicht geänderten, aber umso stärkeren Gewand kampfbereit. Auch das folgende Stück „Drop the Bomb“ geizt nicht mit Verneigungen Richtung HAMMERFALL, besonders das harte Riffing und der verdammt eingängige und vom obligatorischen Männer-Chor unterlegte Refrain lassen Erinnerungen an die schwedischen Export-Schlager aufkommen.
Doch ich will den durchaus selbstständigen Sechser nicht als Plagiat kennzeichnen, denn das ist die Band sicher nicht. Die ganze Spielzeit des Albums sind die Wurzeln der Band unverkennbar im Sound eingeflochten, durch teils komplexere Arrangements wird ein höheres musikalisches Niveau als bei der Band um Joacim Cans erreicht.
„The Ones we Left Behind“ gehört ebenfalls zu den stärkeren Stücken auf dem Album und lässt mit seinem Intro und dem hymnischen Refrain an glorreiche DREAM EVIL-Zeiten aufkommen, vor allem an den Überhit „The Chosen Ones“. Sänger Johansson stellt sich im Verlaufe des Albums als perfekte Wahl für eine Band wie BLOODBOUND heraus: kraftvoll, melodisch und vor allem rockig und arschtretend. Betrachtet man die Sache so, ist er seinem ungleich prominenteren Namensvetter nicht allzu unähnlich.
Im weiteren Verlaufe des Albums stellen sich einige kleinere Schwachstellen heraus, wenn der Finger schonmal zur Skip-Taste zuckt. Dies liegt aber nicht wirklich an den Songs, sondern an der Reihenfolge, wie sie auf CD gepresst wurden. Besonders gegen Ende reiht sich eine Highspeed-Orgie an die andere, nur unterbrochen durch das MANOWAR'sche Balladen-Epos „Brothers of War“.
Am Ende des Albums erwartet mit dem großartigen Titeltrack noch einmal ein Kracher den Hörer. Hier ziehen BLOODBOUND alle Register ihres Könnens. Von starken Doublebass-Passagen bis hin zu mächtigen Riff-Wänden ist hier alles vertreten, was die Band auszeichnet, gekrönt vom umwerfenden Refrain.
BLOODBOUND liefern hier mit ihrem neuen Album eine super Scheibe ab. Die Band zeigt ihr neues Gesicht, welches wir uns merken müssen – wenn die Band so weitermacht, kann es nur besser werden. Mit „Unholy Cross“ fegen BLOODBOUND alle Erinnerungen an das schwache „Tabula Rasa“ mit all seinen Breaks und modernen Einlagen weg, und lässt im Gegenzug das überwältigende „Nosferatu“ um so mehr aufleben.
Hier ist eine Band, die viel durchgemacht hat, aber siegreich aus allen Problemen hervorgegangen ist – und das hört man dem Album auch an.
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