[Review] DOWNSPIRIT - Point of Origin
DOWNSPIRIT - Point of Origin
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Und wieder eine Band, die keiner kennt und zu der ich trotzdem ein Review schreiben darf. Klingt negativ, ist es aber gar nicht, da auch Debüt-Alben von Bands durchaus mal ein Volltreffer sein können. Ob "Point of Origin", das neue Album von DOWNSPIRIT, solch einer ist, ist nicht gesagt, aber schlecht ist es keineswegs. Dies ist schon durch zwei Aspekte ausgeschlossen: Erstens spielt hier niemand Geringeres als Cedric "Cede" Dupont, Ex-Member von FREEDOM CALL und jetziger Gitarrenheld bei SYMPHORCE und veredelt die Songs mit seinem virtuosen Spiel, außerdem sind DOWNSPIRIT ein Exoten-Bonus gewährt. Nein, sie kommen nicht aus Afghanistan oder ähnlich exotischen Ländern, dafür ist die Musik recht ausgefallen.
Als ich die Promo-Info gelesen habe, in der etwas von "Blues Metal" stand, habe ich erst mal mit dem Kopf geschüttelt und bin davon ausgegangen, dass das Label wie immer nur versucht, die Band schmackhaft zu machen und es in Wirklichkeit einfach normaler Heavy Metal ist, aber das Album hat mich vom Gegenteil überzeugt. Jetzt denkt bei Blues bitte nicht an irgendwelche langsamen Kuschel-Songs, sondern eher an an rhythmische Gitarren-Musik mit Instrumenten, die einen an alte Cowboy-Filme erinnern. Denn so etwas lassen DOWNSPIRIT in ihre Songs einfließen, wodurch sie wirklich erinnernswert werden.
Der Opener "Point of Origin" hat jetzt zwar weniger damit zu tun, weist aber schon einen sehr rockig-rhythmischen Einschlag auf, der auf dem folgenden Song "Love Song" noch verstärkt wird. "Love Song" ist das Parade-Beispiel für die Musik der Band. Das Stück beginnt mit einer Mundharmonika-Melodie, die einen direkt vor's Lagerfeuer versetzt, mit einem klasse Gitarren-Riff verbunden. Auch die Gitarren passen sich gut dem Blues-Schema an, so werden sie zumeist nicht übermäßig verzerrt und konzentrieren sich mehr auf Rhythmus und Riffs als melodische Leads. Auch die folgenden Songs wie das schnelle "Lost", der wiederum mit Mundharmonika unterlegte "Good Times" oder das mit recht hartem Gesang vertonte "Arise" können durchgehend überzeugen. Der einzige Kritik-Punkt ist aber, dass die Songs recht schnell uninteressant werden, woran auch die Außergewöhnlichkeit nichts ändert.
Die Stücke klingen durch die Bank weg alle sehr ähnlich, da eben wie gesagt kein Wert auf eingängige und differenzierte Melodien, sondern auf Riffs gelegt wird. Und da es da dann nicht viel Abwechslungsreichtum gibt, legt man nach einem Durchlauf ein anderes Album in den Player und legt "Point of Origin" erst nach ein paar Tagen wieder auf. Okay, am Anfang habe ich es mir schon öfters angehört, da die Songs schon sehr gut und teils auch faszinerend sind – aber Alben mit Langzeitwirkung sind mir wichtiger als Schnellschüsse, die ihr Pulver schnell verschossen haben. Dennoch sollten Freunde des harten Metalls und solche, die auch mal auf Experimente stehen, die Scheibe gerne anchecken – Kaufempfehlung von mir aus besteht auf jeden Fall. Meine Empfehlung an die Musiker: Demnächst vielleicht doch etwas mehr Abwechslung reinbringen, auch wenn das dann auf Kosten des Blues-Aspektes geht.
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