[Review] DREAMTALE - Epsilon
DREAMTALE - Epsilon
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Rund 3 Jahre sind vergangen und die Finnen von Dreamtale melden sich mit ihrem neuen Album „Epsilon“ zurück, welches den Nachfolger zu meiner absoluten Lieblingsplatte aus dem Jahre 2008 darstellt. „Phoenix“ konnte mich seinerzeit mit Spielfreude, Innovation und dem gewissen Etwas voll und ganz in seinen Bann ziehen und so war meine Vorfreude auf das neue Album natürlich vorprogrammiert.
Anders als auf „Phoenix“ setzen Dreamtale nicht mehr auf die leichten Tranceelemente, die vor allem in Songs wie „Failed States“ oder „Take what the heavens create“ deutlich wurden. Jene Songs waren auch dadurch besonders auffällig, dass sie von einem Powerpoprefrain eingenommen wurden.
Lediglich „Angel of Light“ setzt noch da an, wo das Album „Phoenix“ aufgehört hat. Die Strophen treiben das ganze in mittelschnellem Tempo voran, während nach der melodischen Bridge der Powerpoprefrain einsetzt. Der Song lässt sich am ehesten mit „Take what the heavens create“ vergleichen und geht auch ähnlich schnell ins Ohr.
Der Opener „Firestorm“ setzt auf astreinen uptempo Power Metal der feinsten Sorte. Allein die Eingangsmelodie ist schon wieder Gänsehaut pur und reißt den Hörer sofort aus dem Sessel. Sänger „Erkki“ gefällt mir sogar noch besser als auf dem Vorgänger und liefert eine verdammt starke Performance ab. Wem hier als Power Metal Liebhaber nicht sofort das Herz aufgeht, dem ist nicht mehr zu helfen.
Auch „Each time I die“ und „Where Eternal Jesters reign“ setzen auf Uptempo und vor allem erstgenannter Song besticht wieder mit einer fetten Eingangsmelodie.
Die Strophe beginnt noch balladesk und garantiert Gänsehautfeeling, ehe der Refrain richtig loslegt und bei dem ein oder anderen sicher Freudentränen kullern lässt. Dreamtale schaffen es auch 2011, den unterhaltsamsten Power metal zu fabrizieren, was vor allem an den wahnsinnig starken einprägsamen Melodien liegt.
Man merkt der ganzen Truppe die Spielfreude einfach an und die Inspiration scheint schier grenzenlos zu sein.
Mit „Reasons Revealed“ geht’s aber auch mal etwas ruhiger zu Werke, wobei es sich dabei um die einzige Ballade des Albums handelt, was ich aber auch als absolut ausreichend empfinde.
Man wird von atmosphärischen Keyboardklängen begrüßt, ehe Erkki seine gefühlvolle Seite zeigt und sich ganz behutsam an die erste Strophe herantastet. Mit dem Refrain gibt’s dann so einen kleinen „Hallo-Wach-Effekt“, da er sehr energisch daher kommt, was den Emotionen, die diese Ballade transportiert aber keinen Abbruch tut.
„Strangers‘ Ode“ stellt dann den vielleicht vielseitigsten Song der Bandgeschichte dar. Es gibt einige Tempowechsel und eine Strophe, die ihre Marschrichtung immer wieder ändert, ehe die Uptempolastige Bridge einsetzt, die einen Midtempo Refrain einleitet, welcher das Gesamtwerk perfekt abrundet. Auch hier gefällt mir der Mittelteil wieder sehr gut, der durch atmosphärische Keyboardklänge und tollen Soli bestimmt wird. Instrumental bewegen sich die Jungs schon in einer eigenen Liga, da einfach jede Melodie sitzt und keine Sekunde Langeweile aufkommen lässt. Bei vielen Bands aus dem Genre empfinde ich Gitarrensoli nur noch als Puffer, der den Song ein bisschen in Sachen Spielzeit unterstützt. Bei Dreamtale hat das Ganze einfach noch Herz und Seele, was durch einen unverkennbaren Sound nur noch unterstützt wird.
Zu guter Letzt möchte ich noch den Rausschmeißer „March to Glory“ hervorheben, der sich mit fortnehmender Dauer immer weiter steigert, was das Tempo betrifft. Das Ganze beginnt balladesk und formt sich anschließend Stück für Stück zu einem sehr melodischen Uptempo Track, gepaart mit knackigem Keyboardsound, den ich ebenso wie starke Soli bei vielen anderen Bands vermisse.
Der Refrain wirkt sehr emotional und fesselt den Hörer mit jeder Sekunde mehr. Ein absolutes Highlight auf dem Album. Dem Song kommt ebenfalls zugute, dass er sich nicht von den 08/15 Strukturen eingrenzen lässt. So erwartet den Hörer nach dem ersten Chorus nicht die 2. Strophe sondern ein größtenteils von den Instrumenten beherrschter Part, der vor allem mit einem sehr stark inszenierten Keyboardsolo aufwartet. Als Jemand, der dieses Genre bevorzugt, habe ich hier gänzlich keine Wünsche mehr offen.
Auch im Jahre 2011 sind Dreamtale für mich erneut das Maß aller Dinge, was den Power Metal Bereich angeht. Die große Spielfreude gepaart mit vielen toll inszenierten Melodien ziehen den Hörer einfach zu jedem Zeitpunkt in seinen Bann.
Für jeden Power Metal Fan muss es hier heißen „Zugreifen!“. Schwer zu sagen, ob 2011 in diesem Bereich noch ein Werk das Tageslicht erblickt, welches noch größer auftrumpfen kann, als es Dreamtale mit „Epsilon“ getan haben. Ich bezweifle es...
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