[Review] FULLFORCE - One
FULLFORCE - One
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„Allstar-Projekte“ sind immer so eine Sache: Oft gelingen sie verdammt gut, manchmal kommt man aber nicht über die einzelnen Individuen eines solchen Projektes hinaus und vergisst, dass auch andere Menschen noch Spaß am Hören eines solchen Albums haben möchten. Im Gegensatz zu letzterem verstehen es die fünf Stars der schwedischen Truppe Fullforce, ihre Einzelinteressen erst hinter den Interessen der Band anzustellen. Das wahrscheinliche Hauptinteresse wurde umgesetzt: Ein homogenes Album mit eingängigen, nicht allzu verspielten Songs. Schauen wir uns jedoch erst einmal die Besetzung an: Sänger Mike Andersson ist kein unbeschriebenes Blatt, sang zum Beispiel bereits bei den Prog Metallern Cloudscape, Gitarrist Stefan Elmgren sollte jedem Fan ein Begriff sein, war er doch noch bis 2008 noch bei den schwedischen Chartbreakern HammerFall im Einsatz, was ihn mit Anders Johansson verbindet, der die Drums bei Fullforce bedient und bis heute in den Diensten von Hammerfall steht. Auch Carl J. Grimmark (Narnia) und Tommy Larsson (Heed) haben bereits ihre Feuerproben in der Power-Metal-Szene hinter sich. Von den Namen her verspricht das Ganze also ein melodisches Power-Metal-Album zu werden. Das trügt jedoch, zumindest minimal. „One“ ist vielmehr ein sehr modernes Album geworden, was den ein oder anderen Fan verwundern, aber nicht verstören wird. So steigt bereits der Opener „Mythomaniac“ mit modernen Sounds und Elektro-Samples, aber gleichzeitig verdammt fetten Riffs ein, wobei der leider etwas zu leise abgemischte Sänger Mike Andersson beweist, dass er sich auch perfekt im harten Power-Metal-Bereich versteht. Der Refrain der ersten Songs ist leicht enttäuschend. Im Gegensatz dazu steht das rhythmisch-eingängige Stück „None of your Concern“, vielleicht sogar schon ein Höhepunkt der CD. Mit rockigen Riffs und sphärischem Keyboard-Hintergrund wird eine dem Artwork gerechte Atmosphäre erzeugt, treibend und leicht „spacig“. Das Cover möchte ich hervorheben, es ist sehr gut gelungen und fängt im Stile von PC-Spielen wie „Mass Effect“ oder auch „Crysis“ gut die Atmosphäre neuer Entdeckungen im Weltall ein. „Heart and Soul“ kommt noch ein Stück eingängiger rüber und könnte so auch auf einem, um den offensichtlichen Vergleich zu ziehen, auf einem HammerFall-Album stehen. Großartige Lyrics gepaart mit virtuosen, aber nicht komplexen Strukturen und Melodien können nur einen guten Song ergeben. Einige Wochen vor dem Album wurde bereits der Videotrack „Wall of Secrets“ veröffentlicht, was sicherlich keine schlechte Wahl war, auch wenn der Song die Leute verwirrt, die noch keine anderen Stücke des Albums gehört haben. Mit starkem Keyboard-Einsatz erscheint das Stück teils AOR-lastig, kann mit dem Refrain jedoch voll und ganz überzeugen. Melodisch und gesangsbetont sind hier die Adjektive, die auf den Song zutreffen und ihn zu einer vortrefflichen „Single“-Wahl machen. Fast schon im Gothic-Bereich anzusiedeln ist zumindest der Beginn von „Father Spirit“, der in bester „Nemo“-Manier (Nightwish) mit einem betörenden Klavier-Intro beginnt, welches das Gitarrenriff aufgreift und weiterverarbeitet. So gehört „Father Spirit“ durchaus zu den verträumten Songs des Albums, auch wenn Bridge und Refrain sehr heftig klingen. Ganz wie der eben getroffene Vergleich zu „Nemo“ ist jedoch auch dieses Stück so schnell nicht mehr aus dem Ohr zu bekommen. Auch das abschließende Stück „Into the Cradle“ weiß mit seiner rockigen Ausrichtung zu überzeugen und erinnert nicht nur manchmal an AOR- und Rock-Helden der Achtziger. Fullforce liefern hier ein sehr diverses und abwechslungsreiches Album ab, welches sich nicht unbedingt aus der Masse der Power-Metal-Veröffentlichungen herauszuheben weiß, aber den Vorteil hat, dass prominente Musiker in seinen Reihen vertreten sind. So ist die Musik nicht unbedingt sehr viel besser als andere derzeit veröffentlichte Alben weniger bekannter Bands, doch haben die Musiker den Vorteil, dass allein wegen ihrer Namen mehr Menschen auf Fullforce aufmerksam werden. Das ist vielleicht nicht unbedingt fair, aber musikalisch überzeugt das Album voll und ganz. Zu empfehlen für jeden Power-Metal-Fan, der auch gerne mal in moderne und/oder Rock-Gefilde hineinlauscht.
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