PowerMetal4ever.de

[Review] HELSTAR - Glory of Chaos

HELSTAR - Glory of Chaos

Stil: US Power Metal
Label: AFM Records
Songanzahl: 10 Songs
Webseite: www.helstar.com/
Wertung: 12/15
Reviewer: Burnie | 31.10.2010




Manche Sachen sind erst im Alter gut. Wein zum Beispiel wird dafür gerühmt, beim Älterwerden gleichzeitig besser zu werden. Mancher Käse muss auch erst reifen, damit er die für ihn charakteristische Geschmacksnote erhält. Gleiches mag man denken, wenn man sich das neueste Werk von Helstar zu Gemüte führt - die alteingesessene US-Truppe veröffentlichte immerhin schon 1984 ihr erstes Album "Burning Star" und kann auch auf einen weithin bekannten Klassiker namens "Nosferatu" in ihrer Diskographie zurückblicken. Jetzt melden sie sich zurück - zum einen mit der Wiederveröffentlich von "Nosferatu" und "A distant thunder" in Form eines Boxsets namens "Rising from the grave", zum anderen mit einem neuen Album namens "Glory of Chaos", das wiederum Power Metal und Thrash Metal in sich vereint.

Das Album startet stark mit "Angels fall to hell", was sich schon zu Beginn als absoluter Killer herausstellt. Göttlich schwere, voranpreschende Gitarren vermischen sich mit einem treibenden Schlagzeug zum akustischen Tritt mitten in die Fresse, der durch James Riveras Gesang perfekt ergänzt wird. Stärker kann man ein Album gar nicht beginnen.
"Pandemonium" geht in die gleiche Richtung und macht ebenfalls keine Kompromisse, was die Härte angeht. Hierbei stört mich jedoch der Refrain etwas - meiner Meinung nach passen ebensolcher und die Strophen nicht ganz zusammen. Das kann jedoch auch an mir liegen, hier sei jedem sein eigenes Urteil nahegelegt. Sofort danach startet "Monarch of Bloodshed" und - Überraschung - schlägt in die gleiche Kerbe, genauso wie das darauf folgende "Bone Crusher".
Beide Songs glänzen durch den ihnen innewohnenden Druck und die starken Strophen, hinter denen die Refrains jeweils ein wenig zurückbleiben. Dennoch solide und gute Kompositionen, die Fans erfreuen, jedoch auch wenig überraschen werden. "Summer of Hate" hüpft hier etwas aus der Reihe, da der Song eher im Mid-Tempo-Bereich angesiedelt ist. Helstar bringen es dabei aber fertig, trotz des langsameren Tempos immer noch die gleiche Wucht zu übermitteln, wie sie es mit den schnelleren Stücken zu Beginn tun. "Summer of Hate" stellt also - in gewisser Hinsicht - eine angenehme Abwechslung zu den Up-Tempo-Stücken dar. Die Veteranen ruhen sich aber nicht aus, sondern machen mit "Dethtrap" da weiter, wo sie zuvor aufgehört haben - im schnellstmöglichen Tempo mit maximierter Härte.
"Dethtrap" sticht für mich aber etwas aus den zehn Songs heraus, da Rivera im Refrain nicht kreischt, sondern vielmehr in guter Power Metal-Manier zeigt, dass er auch in hoher Stimmlage singen kann. Insgesamt hat sich "Dethtrap" nach vielen Durchläufen im CD-Player für mich als kleiner Höhepunkt herauskristallisiert, was ich aber an nichts Definitivem festmachen kann - hier ist für mich einfach all das Gute an Helstars Sound perfekt vermischt. Geschmackssache? Möglicherweise.

Während dem Hörer noch von "Dethtrap" die Ohren bluten, wird mit "Anger" schon weitergeprügelt. Besonders markant an diesem Song zeigt sich der Refrain, in dem Gangshouts ( "ANGER!" ) der Stimmung ein besonderes Etwas verleihen. "Trinity of Heresy" ist der vorletzte (richtige) Song des Albums und stellt für mich den wirklichen Höhepunkt dar. Wie schon in "Dethtrap" zeigt sich hier die perfekte Symbiose von allem, was Helstar ausmacht - die treibenden Rhythmen, der Wechsel zwischen aggressivem Gesang, Gekreische und hohem Gesang -, das Lied überrascht aber vor allem durch einen ruhigen Mittelteil, der dem Hörer überraschenderweise eine kleine Pause gönnt und Rivera die Gelegenheit gibt, seine markante Stimme zu präsentieren.
Mit etwas mehr als 5:40 Minuten ist "Alma Negra" das längste Lied des Albums, und obwohl die alten Herren aus Texas langsam müde werden sollten, legen sie in Sachen Tempo und Aggressivität nochmal eine Schippe obendrauf. Rivera singt, kreischt und keift, als gäbe es kein Morgen und die Instrumentalfraktion hält dabei locker mit. Zwar zeigt "Alma Negra" keine Ambitionen, die Hörer zum Ende nochmal zu überraschen, stellt aber einen durchaus starken Track dar. "Zero One" ist kein richtiger Song mehr, sondern vielmehr ein Outro - ein äußerst stimmungsvolles und zufriedenstellendes Outro allerdings.

Insgesamt zeigen Helstar mit "Glory of Chaos", dass sie in über 20 Jahren nichts verlernt haben und die Jungspunde des Heavy Metal immer noch in die Schranken weisen können. Zwar sind keine Innovationen oder Meilensteine auf dem Album vorhanden, dennoch zeigt sich die Scheibe äußerst stark und sollte - meiner Meinung nach - von Fans der Band auf jeden Fall gehört werden, allen anderen kann ich "Glory of Chaos" ebenso empfehlen, solange sie kein Problem mit dem Härtegrad der Band haben.

Nach oben






Kommentar zu dieser Seite hinzufügen:
Dein Name:
Deine Nachricht: