[Review] MARIENBAD - Werk1 - Nachtfall
MARIENBAD - Werk1 - Nachtfall
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Die Eisregen-Musiker sind wohl mit die produktivsten Deutschlands was Veröffentlichungen angeht. Dass die Qualität darunter mitnichten leidet zeigt das neue Projekt von M.Roth (Konzeption/Gesang) und Yantit (Komposition, Gitarren, Keyboards) von Eisregen.
Unterstützt werden sie dabei von Allen B. Konstanz (Schlagzeug) und West (Bass).
Was nicht in das Eisregen-Konzept passt, wird nicht fallen gelassen, sondern in einem Nebenprojekt realisiert. Nach dem letzten Black Metal-Zweig Eisregens "Panzerkreutz" folgt nun
ein Doppel-Konzept-Album unter dem Namen "Werk1 – Nachtfall", was bereits weiteres schaffen Marienbads in Aussicht stellt.
Im Eisregen Forum findet man die Einführung/Hintergrund von M. Roth: "Marienbad – Legende und Fluch".
Im Gegensatz zu vorangegangenen Nebenprojekten gestaltet sich die Musik und der Gesang Marienbads ruhiger und melodischer. Klarer Gesang, der bei Eisregen selten vorkommt, dominiert hier, aber auch der Krächzgesang findet sich hier.
Das erste Lied "Komm nach Marienbad" ist der perfekte Opener in die Welt Marienbads.
Den Anfang bilden Klaviermelodien, die sich im ganzen Lied wiederfinden. Später gesellen sich dann die gewohnten verzerrten Gitarren hinzu und auch die "Blutkehle" M.Roths kommt zum Einsatz. Das Lied scheint als Einladung gemeint und man kann sich ein erstes Bild von Marienbad machen. Das Lied endet wie es angefangen hat mit leisen Tönen die in den nächsteren schnelleren Song mit einer klaren Thematik überleiten: "Roslins Fluch".
In diesem Lied wird die nicht erwiederte Liebe zu "Roslin" beschrieben. Wiedermals eine morbide Romanze, welches man von "Eisregen" in ähnlicher Form kennt.
"Sieben im Teich" erzählt die Geschichte von Sieben Kinder, denen eine Mondfinsternis zum Verhängnis wurde. Hier dominiert das Klavier, das im Refrain von der Gitarre unterstützt wird.
"Flammnacht" sticht aus dem Album als der "härteste" Song raus. Von Anfang an verzerrte Riffs und Kreischgesang. Der Song findet sich auf der Massacre-Records Webseite zum Probehören.
Das fünfte Lied des Albums "Endbahnhof" beginnt mit einer Erzählung. Der Song handelt von der Deportation von Menschen während des zweiten Weltkrieges, welche eines Nachts in Marienbad aus einem unbewachten Zug verschwanden.
Die Einleitung als auch das Ende werden von einer gezupften Gitarre begleitet.
"Die Gelbe Villa der Selbstmörder" ist der wahrscheinlich interessanteste Liedtitel des Albums.
Harmonische Klaviertöne leiten das Lied ein. Später kommen kräftige Riffs dazu. Interessant ist hier noch die schnelle Abwechslung zwischen dem Krächzgesang und dem klaren Gesang im Refrain.
Das siebte Lied des Albums, "Wasserwall" schließt mit "Unter Dammkrone" und dem Anfang
"Komm nach Marienbad" einen Rahmen um die ganzen Geschehnisse in Marienbad und betreffen die existenz Marienbads als Stadt. Inhaltlich geht es um 12 Bewohner Marienbads die mit ihrer Heimatstadt zusammen in den Fluten untergehen möchten, beschrieben von M.Roths emotionalen Gesang.
Das letzte Lied der "Werk1-Nachtfall" heisst "Unter Dammkrone" und wiederholt nochmals im Rückblick viele Jahre nach dem Untergang Marienbads dessen Untergang. Neben "Flammnacht" auch ein eher härterer Song bei dem der Krächzende Gesang überwiegt.
Fazit:
Mit dem Eisregen Nebenprojekt Marienbad haben die vier Musiker etwas völlig neues um Eisregen geschaffen. Es ist fast zu schade ein Lied einzeln anzuhören, denn den ganzen Ausmaß dieses Meisterwerks wird einem erst deutlich wenn man die acht Lieder hintereinander hört. Hier wird eine Geschichte in athmossphärische, emotionale und unterhaltsame Musik vertont.
Marienbad ist ein eigenständiges Projekt, das von der Härte nicht mit Eisregen verglichen werden sollte. Was an ein paar Stellen auffällt, ist die Umsetzung zwischen Musik und Text die anscheinend nicht überall zu 100 Prozent gepasst hat, was aber nicht weiter stört.
Dieses Album ist nicht nur eine klare Empfehlung für alle die Gefallen an Eisregen und deren Nebenprojekten finden, sondern für jeden Metal-Fan der eine glaubwürdige Geschichte halb Fiktion, halb Real erzählt bekommen möchte die musikalisch genial umgesetzt wurde.
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