[Review] MERGING FLARE - Reverence
MERGING FLARE - Reverence
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Power Metal – Finnland, Finnland – Power Metal. 2 Dinge, die für mich einfach zusammen gehören, wie die Faust aufs Auge. Skandinavien, eben vor allem Finnland, ist bekannt für guten melodischen Power Metal, der das Herz höher schlagen lässt. Ähnlich ist es eben auch bei den Finnen von Merging Flare, die ihre Kreise nicht erst seit ein paar Jährchen ziehen. Bereits 1993 fanden Gitarrist Kasperi Heikkinen und Drummer Henri Pyy zusammen, die als Schulkameraden Heavy Rock im Stile von AC/DC fabrizierten. Über die Jahre hinweg bewegten sie sich allerdings mehr in Richtung des melodischen Power Metals und fanden neue Mitglieder, die das finale Lineup darstellten. In den jahren 2003 und 2005 war es den Jungs möglich, 2 Demo CD’s aufzunehmen, die auch durchaus ihren Anklang fanden in der Szene. 2009 konnte man nun endlich einen Plattenvertrag mit Disentertainment verzeichnen, was zur Folge hatte, dass man im Jahre 2010 begann, das Debütalbum aufzunehmen. „Reverence“ erblickte im Mai 2011 endlich das Licht der Welt und blieb auch meinen Ohren nicht fern.
Grundsätzlich bewegen sich die Jungs zwischen Gamma Ray, Seventh Avenue und Primal Fear. Ein bisschen AC/DC ist hier und dort ebenfalls rauszuhören, was aber dem sehr variablen Gesang von Sänger Matias Palm geschuldet ist.
Schon beim Opener „At Daggers Drawn“ wird deutlich, worauf Merging Flare abzielen. Fans von hymnischem Power Metal werden mit Sicherheit auf ihre Kosten kommen. Die Parallelen zu Gamma Ray sind wirklich unverkennbar, was aber beim Opener vor allem daran liegen mag, dass niemand geringeres als Mr. Kai Hansen persönlich sogar mit von der Partie ist. Das Tempo ist angehoben, variiert aber zwischendurch immer mal wieder. Besonders positiv stechen die sehr melodischen Gitarren hervor, ebenso wie das dezent eingesetzte Keyboard, was dem Ganzen den Feinschliff verpasst. Vocalist Matias kommt mit einer sehr angenehmen Stimme daher, die von hohen bis hin zu tiefen Tonlagen sehr sicher wirkt. Enorm stark ist auch das Solo, welches nicht einfach nur lieblos hingeklatscht wurde, sondern viel Liebe zum Detail beinhaltet. Guter Start!
„Faker“ drückt dann noch ein wenig mehr aufs Gaspedal und wirkt vom gesamten Sound her noch etwas harscher, was vor allem wieder den Vocals geschuldet ist. Allerdings beziehe ich mich hierbei eher auf den Chorus, so wirken die Strophen fast noch undschuldig ruhig. Wieder fällt direkt auf, wie viel Liebe zum Detail die Jungs angebracht haben. Von wirklich genialen Soli über tolle Gesangspassagen ist alles mit dabei und wurde kompakt in 3 Minuten verpackt.
„Terrordome“ wird von einer sehr dominanten, düsteren und atmosphärischen Keyboardmelodie getragen, die dem relativ simplen Refrain das gewisse Etwas verleiht. Dennoch liegt das Highlight hier im Mittelpart, der fast schon an die Rockgötter von Queen erinnert. Mit ein wenig Chorunterstützung zeigt sich Matias hier von seiner besten Seite. Erstaunlich, dass die Jungs schon derart weit sind, obwohl es sich bei „Reverence“ gerade mal um ihr Debüt handelt. Die jahrelange Erfahrung macht sich aber wohl durchaus bezahlt!
Mit „Steel Redeemer“ bekommen wir sogar noch einen 2. Track serviert, wo Kai Hansen seine Finger bzw. seine Stimme im Spiel hatte. Der Song vereint alles, was das „Heavy Metal Herz“ höherschlagen lässt. Von Manowar über Judas Priest bis hin zu AC/DC erkenne ich wirklich einige Einflüsse, die hier verarbeitet wurden. Die Strophen kommen ballernd daher mit kreischartigem Gesang, während der Chorus sowohl Judas Priest Elemente als auch die typischen hymnischen Power Metal Trademarks verbindet. Durchaus ein Stück, was vielen Anhängern der Szene zusagen dürfte.
„Pride and Bravery“ stellt für mich wohl das Highlight des Albums dar, so kommt es doch fast schon balladesk daher und dann wieder doch nicht. Matias zeigt sich von seiner ruhigen Seite und verleiht dem Song mit seiner wirklich tollen Stimme eine einzigartige Wirkung. Der Refrain wirkt fast schon emotional und wird bei einigen Hörern sicher Gänsehaut aufkommen lassen, was zumindest bei mir der Fall war.
Alles in allem wirken Merging Flare auf ihrem Debüt bereits sehr erwachsen und vermischen ihren eigenen Sound mit Genregrößen wie Gamma Ray und Co. Technisch präsentiert sich die Band sehr stark und die Spielfreude ist ihnen förmlich anzuhören. Von brettharten Rifforientierten Ballersongs bis hin zu hymnischen Power Metal Songs ist für jeden was dabei, der dem melodischen Metal in irgendeiner Form was abgewinnen kann. Die Jungs haben das Zeug dazu, die Szene in den nächsten Jahren noch ordentlich aufzumischen, wenn sie diesen Weg weiterhin beschreiten. Für mich persönlich ist „Reverence“ eines der stärksten Debütalben 2011 und braucht sich vor anderen Releases des Genres definitiv nicht zu verstecken.
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