PowerMetal4ever.de

[Review] POWER QUEST - Blood Alliance

POWER QUEST - Blood Alliance

Stil: Power Metal
Label: Napalm Records
Songanzahl: 11 Songs
Webseite:

http://www.power-quest.co.uk/

Wertung: 14/15 
Reviewer: Sonata | 16.4.2011




 Um ein Haar wäre es zum Album „Blood Alliance“ gar nicht gekommen, was die englische Power Metal Band Power Quest angeht. 2009 ging fast die ganze Besatzung von Bord, was mit Sänger Alessio Garavello seinen Anfang nahm. Am Ende blieb nur noch Gründer und Mastermind Steve Williams übrig, der sich nun entscheiden konnte, ob er sein Baby aufgibt oder einen Neustart hinlegt.

Glücklicherweise entschied er sich für Letzteres und machte sich auf die Suche nach einer neuen Besetzung. Kurz übernahm Gitarrist Pete Morten die Position des neuen Vocalists, der durch seine Dienste bei den Prog Metallern Threshold bekannt sein dürfte. Allerdings passte er wohl nicht so gut zur Band und verließ diese kurzerhand wieder. An seiner Stelle wurde dann ein Hochkaräter in Form von Chity Somapala an Bord geholt. Dieser dürfte vielen ein Begriff sein, da er schon bei Bands wie Firewind oder Moonlight Agony auf sich aufmerksam machte. Auch an den übrigen Positionen konnte Mr. Williams Topleute verpflichten und so begann das neue Kapitel mit dem Album „Blood Alliance“.

Während „Master of Illusion“ im Vergleich zu „Magic never dies“ einen ziemlich modernen Sound inne hatte und gleichzeitig ziemlich soft wirkte, geht „Blood Alliance“ im selben Zug einen Schritt zurück und einen nach vorn.
Es verbindet die Trademarks der ersten 3 Alben, bringt aber ebenso Innovation mit sich, was sich vor allem im Song „Crunching the Numbers“ wiederspiegelt. Jener Song klingt ziemlich abgedreht und wird durch eine verrückt klingende Keyboardmelodie eingeleitet. Es gibt sehr viele Tempowechsel und einen fast schon düster wirkenden Refrain. Auch die Soloparts haben es in sich und sofort fällt ins Auge, dass die Gitarrenarbeit diesmal mehr in den Fokus gerückt ist, wobei das Keyboard größtenteils für die Atmosphäre verantwortlich ist. Das wird so auch grundsätzlich über das ganze Album beibehalten, wenn gleich natürlich auch einige schöne Melodien von Steve auf die Tasten gehauen werden.
Im Gegensatz zu „Master of Illusion“ merkt man auch deutlichst, dass 2 Gitarristen am Werke sind, was der gesunden Härte zugute kommt. Die Beiden scheinen ihr Handwerk voll und ganz zu verstehen und veredeln jeden Song mit richtig starken Soli.
„Rising Anew“ geht in die typische Melodic Power Metal Richtung und ballert schnell vor sich hin und besticht mit einem Ohrwurmrefrain, wie man ihn von Power Quest sowieso immer zu erwarten hat. Die Produktion klingt sehr natürlich und druckvoll, was mir beim Vorgänger stark gefehlt hat.
Auch die Spielzeit ist mit fast einer Stunde bei 9 Songs + Intro ziemlich happig, was aber kein Beinbruch ist, da die Stunde sehr schnell umgeht, was den vielschichtigen Songs auf dem Album zu verdanken ist.
Man bewegt sich hier gekonnt zwischen Uptempohymnen wie „Survive“, Midtempostampfern wie „Sacrifice“ oder eben balladesk angehauchten Stücken wie „Only in my dreams“.
Chity Somapala ist in meinen Augen ein großer Schritt nach vorn, weil die Bandbreite seiner Stimme einfach ein anderes Kaliber ist, als die von Alessio. Ich möchte Alessio nicht zunahe treten, zumal auch er seine Vorzüge hatte, aber im Jahre 2011 gefallen mir die Power Quest Vocals einfach deutlich besser.
Um nochmal auf den Grundsound zu sprechen zu kommen, hat wohl auch der AOR einen Großteil der Inspiration von Steve Williams eingenommen. Ein paar Songs wie „Better Days“ oder eben das balladeske Stück „Only in my dreams“ haben diesen Touch an sich, was dem Gerüst zwar einen leicht kitschigen Geschmack hinzufügt, aber eben auch viel Emotion mit sich bringt und nicht so statisch wirkt, was mir auf dem Vorgängerwerk einfach zu oft aufgefallen ist.
Hervorheben möchte ich auch den starken japanischen Bonustrack „Time to burn“, der sich mit einem wahnsinnig tollen Riffgewand in meinem Kopf festgesetzt hat. Nicht jede Band ist dazu in der Lage, einen Bonustrack auf Lager zu haben, der sogar stärker ist, als manche Songs vom eigentlichen Album. Allerdings gab Steve auch schon zu, dass es der Band sehr schwer gefallen sei, aus den 11 aufgenommenen Tracks einen für das Land der aufgehenden Sonne rauszupicken.

Was bleibt zu sagen? Wer von „Master of Illusion“ enttäuscht war, wird hier wieder mit einem Lächeln beglückt und im Bereich des Power Metals sind Power Quest im Jahre 2011 wieder voll da. Es hat sich also definitiv gelohnt, dass der gute Steve trotz der großen personellen Schwierigkeiten nicht aufgegeben hat.

Nach oben






Kommentar zu dieser Seite hinzufügen:
Dein Name:
Deine Nachricht: