[Review] POWERWOLF - Blood Of The Saints
POWERWOLF - Blood Of The Saints
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Es ist einer dieser einfachen Tage: Die Sonne scheint, es weht ein laues Lüftchen, die Atmosphäre ist entspannt, die Menschen sind größtenteils zufrieden (Wie bitte? Hier sind 15 Grad und es regnet aus Strömen! - Steelbound). So auch ich, als ich guten Mutes mit dem MP3 Player in den Garten schritt, um mir den vierten Streich meiner Lieblingswölfe "Blood Of The Saints" zu Gemüte zu führen. Kopfhörer auf, die Welt um einen herum vergessen und los geht's.
Schon beim Ertönen des atmosphärischen Intros ziehen dunkle und gefährliche Wolken auf, die den Himmel schlagartig verdunkeln, welcher anschließend mit dem Opener "Sanctified With Dynamite" Blitz und Donner auf die Erde schickt. Die Energie die in diesem Song steckt, ist nur sehr schwer greifbar. Attila singt mit einem solchen Enthusiasmus, dass es eine wahre Freude ist. Ist der Hörgenuss bei der Strophe schon überwältigend, bringt der Chorus mich fast zum Ausflippen. Und wenn "Die, Die, Dynamite - Hallelujah" von Attila, dem Chor und der Orgel intoniert wird, fallen mir auch die ersten körperlichen Veränderungen auf, die zwar nicht mit Blitz und Donner, aber in Form von Gänsehaut meinen ganzen Körper überzieht. Ein Wahnsinns-Opener, der eigentlich schon alleine den Kauf dieses Albums berechtigt.
Weiter geht's mit "We Drink Your Blood", wozu auch ein sehr ansehnliches Video gedreht wurde. Der Song besticht durch seine einfache Komplexität. Eigentlich ein Widerspruch in sich, bei Powerwolf allerdings nichts überraschendes mehr. Der Chorus geht einem niemals wieder aus dem Kopf, das kann ich jedem Leser garantieren. Vielleicht nicht der beste Powerwolf-Song überhaupt, aber mit Sicherheit der größte Hit im bisherigen Repertoire der Wölfe.
Das Unschlagbare an dieser Platte ist die Tatsache, dass sich dieses Niveau bis zum letzten Song hält. Ob es das hochmelodische "Murder at Midnight" ist, welches vom Aufbau her sehr an "Saturday Satan" und auch "Panic In The Pentagram" erinnert, das mit einem fantastischen Intro ausgestattete "All We Need Is Bood", das pfeilschnelle "Dead Boys Don't Cry", das sehr eindringliche und emotionale "Son Of A Wolf", das ebenfalls sehr schnelle "Night Of The Werewolves", welches wohl das stärkste Gitarren Solo und den genialsten Break der Platte beinhaltet, dass mit einem "Ich kann alles schaffen"-Gefühl ausgestatteten "Phantom Of The Funeral" (Out of the daaaaaaarkest Night...unbeschreiblich), der unwiderstehliche Stampfer "Die, Die, Crucified" oder der epische Rausschmeisser "Ira Sancti (When The Saints Are Going Wild)": Jeder Song steht für eine unfassbar eingängige und gleichzeitig komplexe Hymne, welche man immer und immer wieder mit gereckter Faust gen Himmel schreien möchte. Im Vergleich zum Vorgänger ist "Blood Of The Saints" etwas straighter und emotionaler geworden, ohne allerdings das Augenzwinkern abzustellen, das gehört zu Powerwolf wie das Amen in der Kirche. (Jegliche Vergleiche zu gerade getätigten Aussagen oder Kernthemen dieses Artikels entsprechen dem Zufall)
Hier werden Power-Metal-Träume war. Hier passt einfach alles, sowohl technische Leistungen als auch das Songwriting. Ich habe nie erlebt, dass eine Band mit solch einer dichten Atmosphäre und einer unglaublichen Intensität zu Werke geht. Einfach Weltklasse! Ich hätte niemals, aber auch niemals auf der Welt gedacht, dass die Wölfe das schon unfassbare "Bible Of The Beast" toppen können. Aber sie haben es wieder geschafft, in Form von "Blood Of The Saints". Sich mit jedem Album zu steigern und neu zu erfinden, ohne sich zu verleugnen ist schon ein schmaler Grad. Meistens ist dann nach dem dritten Album schluss mit lustig. Die Wölfe haben jetzt Album Nummer Vier abgeliefert. Und es ist kein Ende in Sicht.
POWERWOLF sind wohl momentan neben SABATON das Maß aller Dinge was Power Metal angeht. Welch ein Segen, dass diese beiden Bands bald zusammen auf Tour gehen (Oberhausen Ich Komme!). Der reichlich okkult angehauchte Sound mitsamt Orgel und Wolfsgeheul mag nicht jedermanns Sache sein. Wenn man mit diesen Zutaten nichts anfangen kann, sollte man sich dennoch von dieser unfassbaren Energie und von dieser unschlagbaren Hitdichte berauschen lassen, welche die Wölfe hier so perfekt intonieren.
Auch wenn es erst Juli ist: ALBUM DES JAHRES!!!
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