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[Review] SCAR SYMMETRY - The Unseen Empire

SCAR SYMMETRY - The Unseen Empire

Stil: Melodic Death Metal
Label: Nuclear Blast Records
Songanzahl: 9 Songs
Webseite:

http://www.scarsymmetry.com/

Wertung: Diverse
Reviewer: Diverse | 15.4.2011




 

Es gibt Bands, da fällt's einem auf, wenn der Release-Zyklus auf Häufigkeit getrimmt ist. Scar Symmetry sind auch so ein Fall. Als ich vom April-Release von "The Unseen Empire" hörte, wusste ich sofort, dass da doch erst gegen Ende 2009 etwas kam. Zugegebenermaßen gehörten die Melodeath-Schweden ja schon immer zur etwas schnelleren Sorte, was ja ein Grund für den Rauswurf des Gesangsasses Christian Älvestam darstellte. Man könnte aber auch die These aufstellen, dass es sich hierbei um Resteverwertung handeln könnte, besonders wenn man die etwas magere Spielzeit von 43 Minuten (ingesamt nur 9 Songs) in Betracht zieht.


Aber genug von dieser Farce. Egal wie man es dreht oder wendet, mit "The Unseen Empire" haben sich die Jungs verbessert. Lars Palmqvist und Roberth Karlsson klingen besser, wirken auf diesem Album vollständig integriert, und das macht das Teil auch so stark. Man kann glücklicherweise davon sprechen, dass sich Scar Symmetry nach wie vor (trotz Eingängigkeit) nicht groß für den Mainstream interessieren und ergo dadurch immer noch sehr eigenständig klingen. Man findet stets einen guten Ausgleich zwischen semi-progressiven Riffs und interessanten und vor allem eingängen Melodien. Gut so, dadurch haben sie in Kombination mit einigen neuen Ideen ("Illuminoid Dream Sequence") den Überraschungsmoment auf ihrer Seite. Klingt stark nach Dream Theater!


Allerdings überzeugt auch der Rest der Platte. Wer Scar Symmetry kennt und liebt, kriegt die Vollbedienung. Abwechslungsreiche Kompositionen zwischen getragener Melodik und düsteren Nackenbrechern wandelnd. Dabei fällt auf, dass Roberth und Lars nicht nur besser integriert scheinen, sondern auch Selbstsicherheit zeigen und sich auch untereinander passender abwechseln und dadurch zu 100% harmonieren. So verleihen sie vielen der Songs stellenweise überraschende Pointen (ganz stark in "Alpha and Omega") und gehen resultierend daraus der Berechenbarkeit von "Dark Matter Dimensions" aus dem Weg. Beginnt "The Unseen Empire" mit "The Anomaly" noch verhältnismäßig ruhig, fahren die Schweden mit dem bereits genannten "Illuminoid Dream Sequence" und "Seers of the Eschaton" dann doch die härteren Geschütze aus. Sehr gut sind vor allem das Intro-Solo und die tiefergestimmten, dem Mathcore ähnelnden Riffs letzteren genannten Songs. Ähnlich ruppig kommt "Extinction Mantra" zwischen diesen beiden Stücken rüber, in dem man zunächst komplett auf Clean Vocals verzichtet und später dann einen der besten Refrains von "The Unseen Empire" auspackt. So viel zu den Pointen. Apropos großartiger Refrain, Fans eines solchen dürften auch beim von Lars im Alleingang gesungenen "Domination Agenda" wohl vollständig auf ihre Kosten kommen. Der Abwechslungsreichtum ist für moderne Verhältnisse schockierend hoch. Scar Symmetry folgen nicht einfach dem Schema "Seichter Song - Harter Song - Seichter Song - Harter Song" sondern zeigen sich auch innerhalb der einzelnen Songs immer wieder mit Tempowechseln ("The Draconian Arrival", "Rise of the Reptilian Regime") und geschickt plazierten, teilweise wahnwitzigen Soli. Mein absoluter Favorit des Albums ist aber "Astronomicon". Göttliche Gesangsleistung hier, tolles Solo.

Darüber hinaus ist auch die Produktion erneut sehr gut gelungen - einzig das Schlagzeug klingt meiner Meinung nach stellenweise etwas zu trocken und wird hin und wieder von den Gitarren etwas stark in den Hintergrund gedrückt. Das ist aber mehr oder weniger als subjektives Empfinden abzutun und schmälert den hervorragenden Gesamteindruck nur marginal.

So komme ich zu dem Ergebnis, dass Scar Symmetry nach dem etwas schwächeren "Dark Matter Dimensions" wieder in die Spur gefunden und mit "The Unseen Empire" eine grandiose Scheibe eingezimmert haben. Oben habe ich noch über die 9 Tracks philosophiert, hier unten bin ich nach einem der vielen Hördurchläufe der Meinung, dass das Teil dadurch atmosphärisch viel dichter daherkommt, und keinen einzigen schlechten Song aufzuweisen hat.


Obsidian - 13/15



Nach gerade mal 1 ½ Jahren sind die Schweden rund um Jonas Kjellgren schon wieder zurück.Ihr neuestes Werk hört auf den schönen Namen „The Unseen Empire“ und kam doch recht überraschend daher. Vorher wurde kein großes Trara um eine neue Platte gemacht und ehe man sich versah, hatte man ein Cover, ne Tracklist und ein Releasedatum vorliegen. So kann’s manchmal gehen in der Metalszene.

Für das erste Werk ohne Christian Älvestam gab es relativ viel Kritik und gerade Lars Palmquist bekam als neuer Mann an den Clean Vocals sein Fett weg. 

Nun werfen wir mal einen Blick auf „The Unseen Empire“, welches am 15.04. über Nuclear Blast veröffentlicht wird.


Gleich beim Opener fällt schon auf, dass die Produktion wieder viel ausgeglichener wirkt und nicht mehr so übersteuert ist, wie es auf „Dark Matter Dimensions“ teilweise der Fall war. „The Anomaly“ geht prinzipiell in eine ähnliche Richtung wie der Opener auf dem Vorgängeralbum „The Iconoclast“. Aggressive Growl-Strophen und ein Ohrwurmtauglicher Clean Refrain. Hört sich erstmal so an, als würde es keine große Überraschung darstellen, aber ich möchte deutlichst hervorheben, dass Lars in den letzten 1 ½ Jahren wohl ordentlich an seiner Stimme gefeilt hat.

Der gute Mann klingt viel natürlicher und sicherer in seiner ganzen Performance. 

Dies imponiert mir schon mal sehr, zumal der Song so oder so Hitpotential hat und auf keinem der nächsten Konzerte fehlen darf.

„Illuminoid Dream Sequence“ stellt die Welt im Vergleich zum eingänigen Opener erstmal auf den Kopf. Hier wird sehr viel rumexperementiert, was bei Scar Symmetry eigentlich nie ein schlechtes Zeichen ist. So auch nicht hier. 

Das Ganze kommt in einem fetten Soundgewand daher und besticht mit düsteren harten Riffs, die von elektronischen Keyboardklängen begleitet werden.

Besonders gut gefällt mir aber auch der Drumsound, der im Vergleich zu „Dark Matter Dimensions“ wieder natürlicher klingt.

Eine wirkliche Struktur lässt sich bei diesem Track nicht wirklich ausmachen, aber die Jungs wissen, wie man die Kundschaft unterhalten kann. Der Song besteht aus einem kontinuierlichen Gesangs bzw. Growlwechsel zwischen Lars und Roberth. Das lockert den Song auf, was durch die genialen Instrumentalpassagen inklusive tollen Soli nur noch unterstützt wird.

Mit Sicherheit eine feste Bank auf dem Album, auch wenn es sich dabei eher um einen Grower handelt, der mit fortnehmender Dauer immer mehr Stärken offenbart.

„Seers of the Eschaton“ stellt wohl den bisher schnellsten Song der Bandgeschichte dar, wenn man sich auf die Strophen bzw. den Anfang beschränkt. Der Song ballert geradezu aus den Boxen und wird sicher den ein oder anderen Muskelkater in der Fangemeinde zurücklassen. Die Strophen sind sehr aggressiv und wie schon beschrieben verdammt schnell. Die Riffs klingen wie eine Wand, die den Hörer nicht entkommen lässt, ehe in der Bridge ein wenig das Tempo rausgenommen wird.

Der Chorus kommt eher aus der Sparte „marching forward“, wenn ihr versteht was ich meine. Dieser ist an und für sich relativ unspektakulär und stellt in meinen Augen kein besonderes Highlight dar, was aber zu verschmerzen ist, da sich das Gerüst eher auf die enorm starken Strophen stützt und im Instrumentalbereich Punkte sammelt.

In „Domination Agenda“ scheint Lars endgültig in der Band angekommen zu sein. Hier zeigt er seine bisher stärkste Gesangsleistung, die sich wirklich hören lassen kann. Den Song nimmt er auch zu 90% mit seinen Vocals ein und besticht mit einem treibenden atmosphärischen Refrain, der sofort im Ohr hängen bleibt. Roberth wirkt hier und da nur wie eine Art Supporter, was aber nicht negativ zu bewerten ist.

Herausgreifen möchte ich zu guter Letzt auch noch „Rise of the Reptillian Regime“. Hier zeigt Roberth, dass er in Sachen Growls MINDESTENS genauso viel drauf hat, wie sein Vorgänger Älvestam. Die Strophen nimmt zwar größtenteils noch Lars ein, dessen Vocals mit ein paar Effekten versehen wurden, aber im Chorus kommt Roberth dann zum Zuge. Dieser kommt ziemlich gewaltig daher und stamft nur so vor sich hin. Auch die Riffs lassen keine Wünsche übrig und bringen immer wieder eine besondere Atmosphäre mit sich.

Instrumental waren die Jungs sowieso schon immer eine Klasse für sich, was sie auf „The Unseen Empire“ aber wieder mehr unter Beweis stellen, als es auf „DMD“ der Fall war. Dort haben mir die progressiven Einschläge teilweise arg gefehlt, was hier nun wieder ausgebessert wurde. Die Soli wirken zu keiner Zeit überladen oder künstlich in die Länge gezogen. Die Inspiration scheint also wieder Einzug erhalten zu haben. Roberth und Lars haben sich in ihrem 2. Album mit Scar Symmetry nun vollständig eingelebt und das Gesamtpaket wirkt sehr homogen.


Diejenigen, die von „DMD“ enttäuscht waren oder vielleicht etwas vermisst haben, werden „The Unseen Empire“ definitiv lieben. Es ist im großen und Ganzen ein klarer Fortschritt und vor allem ein Schritt in die richtige Richtung. Anno 2011 ist mit den Jungs also wieder voll zu rechnen und ich freue mich jetzt schon darauf, die neuen Songs live erleben zu dürfen, insofern es denn eine Tour geben wird.


Sonata - 14/15 

 

 

 

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