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[Review] SYMPHONY X - Iconoclast

SYMPHONY X - Iconoclast

Stil: Melodic Progressive Metal
Label: Nuclear Blast Records
Songanzahl: 9 Songs
Webseite:

http://www.symphonyx.com/

Wertung: 13,5/15
Reviewer: Sonata | 11.6.2011




 Ganze 4 Jahre mussten Fans warten, bis die Us-Amerikaner Symphony X endlich dazu in der Lage waren, ein neues Album rauszubringen. Natürlich gab es einige Unplanmäßigkeiten, aber nun ist das Ding da und das Warten hat sich gelohnt. Die Erwartungshaltung darf nach einem Meisterwerk wie „Paradise Lost“ natürlich etwas höher sein und ich kann vorwegnehmen, dass Symphony X stilistisch dieselbe Richtung ansteuern mit ihrem neuen Werk „Iconoclast“.


Das Album wird direkt mit dem Titeltrack eröffnet, der knackige 10 Minuten mit sich bringt. Wir werden von einem etwas längeren leicht episch angehauchtem Intro begrüßt, ehe die für Symphony X typischen harten Riffs Einzug erhalten, die mal wieder von einem anderen Stern sind. Michael Romeo versteht es wie kein Zweiter, die Gitarrenarbeit auf den Punkt zu bringen und den Hörer bereits an sich zu binden, bevor Russell Allen auch überhaupt nur einen Ton von sich gegeben hat und das will was heißen. Was dieser dann allerdings mal wieder raushaut, sucht gesanglich seinesgleichen. In Sachen kraftvoll gibt es wohl im ganzen Metalbereich weit und breit niemanden, der ihm da das Wasser reichen könnte. Der Mann fängt an zu singen und man bekommt das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht.
Der Refrain ist allerdings relativ einfach gehalten, was ich aber alles andere als negativ meine. Für den ersten Durchlauf kann er sich bei dem ein oder anderen sicher noch nicht festsetzen, aber mit der Zeit entwickelt sich der Song zu einer festen Größe auf dem Album. Über die Solopassagen muss ich sicher keine großen Worte verlieren. Wie bereits erwähnt, der Mann ist von einem anderen Stern. Es gibt nur sehr wenige Gitarristen, die ein derart abwechslungsreiches Riffing an den Tag legen und das Instrument auf dieselbe Stufe bringen wie den Gesang, der ja allgemein als wichtigster Faktor in der Musik gilt.

„The End of Innocence“ ist quasi die erste Single und so ist es nicht verwunderlich, dass es sich dabei um den einfachsten Song der Platte handelt. Dennoch möchte ich ihn nicht runterspielen, weil er einfach episch ist und von vorn bis hinten überzeugt. Insbeondere der Refrain bereitet dem Hörer mal wieder Gänsehautmomente und auch das tolle Keyboardsolo bringt eine gesunde Portion Frische mit sich.

Mit „Dehumanized“ und „Bastards of the Machine“ bekommen wir 2 Songs serviert, wo insbeondere die Riffs im Vordergrund stehen. Die Refrains sind beiderseits relativ unspektakulär, wenngleich Bastards dennoch verdammt gut ins Ohr geht. In eben genanntem Song sind die Riffs von einer Tragweite, die ich selten erlebt habe im Progbereich. Es ist kaum in Worte zu fassen, was für einen Druck Mr. Romeo aufbaut und wie er einen geilen Riff nach dem anderen raushaut.

„Children of a faceless God“ fokusiert sich mehr auf Russell Allens Gesangsorgan und kommt allgemein etwas ruhiger daher. Der Refrain wirkt verträumt und kommt mit einer gewissen Leichtigkeit daher. Positiv ist auch anzumerken, dass die Produktion auf dem gesamten Album sehr ausgeglichen und frisch wirkt. Sie passt sich dem Album einfach sehr gut an und bringt es auf den Punkt.

Stark ist auch der Abschluss mit der Ballade „When all is Lost“. Hier kann Russell Allen nochmal alles zeigen, was er drauf hat. Ich fühle mich an den Titeltrack der letzten Platte erinnert und der hat mir fast jedes mal Tränen in die Augen getrieben. Auch hier werden die Emotionen sehr stark transportiert und Hauptgrund dafür ist natürlich Russell Allen, den ich allgemein für einen der besten Sänger unserer Zeit halte. Er weiß einfach, wie er die Menschen erreichen kann und das er die Songs fühlt, kommt bei jedem Ton zu 100% durch. Grandios, wie auch hier wieder das Piano eingesetzt wird und der ganzen Atmosphäre seinen Stempel aufdrückt. Ein großes Finale für ein verdammt starkes Album.

Fazit: Als Fan wird man definitiv nicht enttäuscht sein, auch wenn das Album mehr Zeit fordert als der letzte Silberling. Das betrifft vor allem die erste Hälfte des Albums. Dennoch ist genau das auch der Faktor, der das Album nicht langweilig werden lässt. Man hat genug zu entdecken und fühlt sich zugleich doch heimisch. Die Parallelen zu „Paradise Lost“ sind unverkennbar, aber das wird so oder so niemanden stören. Für Progfans wird 2011 ein sehr sehr gutes Jahr...

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