PowerMetal4ever.de

[Review] THE CLAYMORE - Damnation Reigns

THE CLAYMORE - Damnation Reigns

Stil: Power Metal
Label: Black Bards Entertainment
Songanzahl: 12 Songs
Webseite: www.theclaymore.de/
Wertung: 12,5/15
Reviewer: Steelbound | 16.10.2010




THE CLAYMORE schlagen zurück! Die Band dürfte vielen Power Metal-Fans bereits 2008 mit ihrer CD "Sygn" positiv aufgefallen sein, auf welcher die Band Power Metal in Reinkultur darbot und mit Gitarrenharmonien á la IRON MAIDEN und einer Portion EDGUY-Melodien gehörig überzeugen konnte.

Man hört, auch ich war von der CD begeistert. Besonders Sänger Andy hat es mir angetan, der mit seiner Stimme nicht unbedingt den typischen, durchschnittlichen Power Metal-Fronter abgibt, sondern sich deutlich von der Masse abhebt und in seinen besten Momenten stark an Bruce Dickinson erinnert.

Aber THE CLAYMORE klingen nicht veraltet, nein, sie lassen auch einige moderne Elemente in ihre Musik mit einfließen. Jetzt lauft nicht schreiend weg, ich meine nicht Metalcore-Modern, sondern... naja, Power Metal-Modern. Ihr müsst keine unglaublich harten Breakdowns erwarten oder Mischungen aus Klar- und Schreigesang, keine Angst. THE CLAYMORE spielen einfach ordentlichen Power Metal in einem modernen Soundgewand. Traditionell bleibt die Band allemal.

 

Jetzt können wir uns über ein neues Output, "Damnation Reigns" freuen. Die CD erscheint am 22.10. und markiert das zehnte Jahr der Band. Und nicht nur das, es ist sogar das zehnte Jahr der Band im gleichen Line-Up! Das haben bisher nur die wenigsten geschafft, und das soll was heißen. Also: Herzlichen Glückwunsch, THE CLAYMORE! Die Band, die am ehesten mit THE CLAYMORE vergleichbar sind und ähnliches geschafft haben, sind EDGUY. Hoffen wir, dass THE CLAYMORE den gleichen Erfolg haben werden wie ihre großen Brüder.

Mit einer CD wie "Damnation Reigns" dürfte das kein Problem sein. Als Gastauftritte konnte man sich am Mikro Tim "Ripper" Owens (Ex-PRIEST, Ex-ICED EARTH) und an der Gitarre Viktor Smolski (RAGE) verpflichten. Nötig wäre das nicht gewesen, das kann man aber als das Tüpfelchen auf dem i bezeichnen.


Das Album startet mit "Ashes of the Wicked" durch, welches erwartungsgemäß sehr hart ausfällt, wie schon einige Tracks auf "Sygn". THE CLAYMORE beherrschen jedoch ihre Musik so gut, dass dennoch die klasse Gitarrenmelodien nicht zu kurz kommen. Textlich sowie gesanglich kann ich hier eine gewisse Ähnlichkeit zu FALCONER nicht ausschließen. Merkwürdiger Vergleich, aber in der Strophe klingt Sänger Andy irgendwie nach Mathias Blad. Aber das ist ja nicht negativ, im Gegenteil, und den Hörer erwartet mit dem Stück ein perfekter Start in dieses Album.

"Oceans" wiederum legt sehr auf die Melodic Power-Fraktion an. Eingängige Melodien, ein angenehmer, im niedrigen Uptempo gehaltener Drumbeat sowie eine starke Gesangsleistung machen diesen Song zu einem der eingängigsten des Albums, ein Kandidat, um Neu-Hörer sofort zu überzeugen.

"Behind Enemy Lines" haut mit einem Doublebass-Start und unglaublich schnellen Gitarrenleads dem Hörer alles um die Ohren, was da ist, und die Gastvocals vom "Ripper" passen sich absolut in dieses Stück ein. Erinnert durchaus an JUDAS PRIEST – ebenfalls ein auf Anhieb reinlaufendes Stück, auch ein Highlight des Albums.

Der Titeltrack "Damnation Reigns" spricht mit seinen mehrstimmigen Chören besonders die auf mehr Melodie Wert legenden Hörer an und müsste damit auch live zu einem Kracher werden. Ruhige Zwischenparts gleichen das Stück schön aus, sodass es auch mit seinen 4 Minuten schon als "episch" zu beschreiben ist.

"Frozen Voices" dient als instrumentales Interludium bzw. Intro zu "Return to Zero". Dieser Song hat auch ein Intro verdient – zu Beginn mit MAIDEN-Harmonien, in der Strophe mit EDGUY-Schmeichel-Lyrics und -Gesang, im Refrain 'ne Mischung aus beidem – perfekt platzierte Halbballade, die dem Hörer auch mal eine entspannte Auszeit bietet.

Diese ist angesichts eines hektischen Songs wie dem darauffolgenden "Silent Scorn" auch durchaus nötig. Dieser driftet teils schon in recht thrashige Gefilde ab, wie schon "Eternal Glory" auf "Sygn". Das begrüße ich jetzt nicht unbedingt, da mir in solchen Momenten THE CLAYMORE etwas zu wild und eben hektisch werden. Das harmoniert nicht wirklich mit den anderen Songs, auch wenn so etwas vereinzelt auch mal ganz gut ist. "Silent Scorn" ist ein gutes Stück, ja, aber meinetwegen hätte man so etwas auch rauslassen können.

"Children of the Nile" gibt sich mit seinen merkwürdigen Gitarrenmelodien Anti-Eingängig, erinnert dadurch aber, angeregt durch den Titel, an's alte Ägypten, zumindest verbindet man solche Melodien mit diesem.

Der Refrain haut dem Hörer musikalisch Eine rein, Doublebass und harter Gesang von Andy verpassen dem Song eine heavy Stimmung. Ebenfalls auf Anhieb ein nüchterner Kracher.

So langsam gehen mir die Beschreibungen für die Songs aus, da bin ich mal ehrlich. Das liegt aber nicht an meiner Einfallslosigkeit, sondern vielmehr an den besonders im zweiten Teil der Scheibe sehr ähnlich klingenden Songs. Zwar sind Lieder wie "Oblivion", "(e)Scapegoat" oder "Silent Scorn" ordentliche Heavy Metal-Stücke, aber auf Dauer unterscheiden sich die Songs nicht genug. Da hat man bis zu "Return to Zero" noch höhere Erwartungen gehabt. So sind die Songs 7-10 zwar ordentlich und funktionieren sicher live sehr gut, auf Scheibe jedoch ähneln sich diese Stücke aber gefährlich stark.

Mit Song 11 folgt "As Twilight Falls", eine Ballade, und zwar eine gute. Gefühlsvoller Gesang von Andy und schöne Klaviermelodien begleiten das Album zu seinem Ende.

Fast. Mit "Chainsaw Charlie" folgt noch eine gelungene Coverversion des Klassikers von W.A.S.P. - klasse Abschluss. Coverversionen werden ja gerne eingesetzt, um ein Album in die Länge zu ziehen, hier kann man das mit 11 vorangegangenen Songs aber beileibe nicht behaupten.

 

Mit "Damnation Reigns" können THE CLAYMORE ihre zweite Scheibe "Sygn" locker übertreffen, kommen meiner Meinung nach noch nicht an ihre Höchstleistung heran. Vielleicht wurden auch die Tracks ungünstig geordnet, aber bei der zweiten Hälfte des Albums ist der Finger in Versuchung, zur Skip-Taste zu springen. Aber egal, solche Songs wie das heftige, aber melodische "Behind Enemy Lines", das eingängige "Oceans" oder das Highlight "Return to Zero" können den Fan überzeugen, da bin ich mir sicher.

Im Gesamteindruck bleibt ein mehr als solides Power Metal-Album, welches ein Pflichtkauf für Fans des Genres ist und fast schon an solche Bands wie MAIDEN, PRIEST oder teilweise auch EDGUY herankommt.

 


Nach oben





Kommentare zu dieser Seite:
Kommentar von Swordfighter, 18.10.2010 13:53:18:
Hammeralbum, der Song "(e)Scapegoat" mit Victor Smolski soltte aber nicht unbesprochen bleiben. Supergeile Gitarrensoli und live bestimmt der Oberknaller. :D



Kommentar zu dieser Seite hinzufügen:
Dein Name:
Deine Nachricht: