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[Review] THE UNGUIDED - Hellfrost

THE UNGUIDED - Hell Frost

Stil: Melodic Death Metal
Label: Despotz Records
Songanzahl: 10 Songs
Webseite:

http://www.the-unguided.com/

Wertung: 15/15 Punkte
Reviewer: Burnie | 21.11.2011
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Sonic Syndicate - jeder, der sich mit Melodic Death Metal und ähnlichen Spielarten beschäftigt, sollte zumindest den Namen dieser Band kennen. Nicht einmal ein Jahr ist es her, dass die Schweden einen neuen Sänger und ein neues Album präsentierten, die beide die Fanbasis spalteten - die einen mochten den neuen Stil, der gleichzeitig mit Nathan Biggs seinen Einstand feierte, andere verfluchten die Götter und wandten sich von der Band ab. Das Gleiche tat dann der Shouter Richard Sjunnesson, der auf seinem Blog "die wahre Geschichte" veröffentlichte und gleichzeitig eine neue Band gründete - The Unguided waren geboren.


"Wozu der Exkurs in der Band-Geschichte?", mögen sich einige fragen. Nun, ganz einfach : The Unguided sind mittlerweile Sonic Syndicate reloaded (man entschuldige meine Ausdrucksweise). Nach Richards Abgang folgte ihm Roger Sjunnesson, augenscheinlich sein Bruder, und der alte Sänger Roland Johansson stieß dazu. So bildete sich der Kern von The Unguided, die mittlerweile durch Henric Carlsson (Bass) und John Bengtsson (Schlagzeug, ebenfalls Sonic Syndicate) verstärkt wurden.


Jetzt aber genug Hintergrund-Informationen - zurück zum Wesentlichen : dem Album.

"Hell Frost", so der Name des Debüts, ist - und ich wage dabei nicht zu über- noch zu untertreiben - ein Meisterwerk. Die Männer um Richard Sjunnesson haben es geschafft, den alten Geist von Sonic Syndicate zu Zeiten von "Only Inhuman" und auch "Love and other Disasters" einzufangen und in ein zeitgemäßes, angenehm vertraut klingendes Klangebilde zu verpacken, das jedem - egal ob Liebhaber der neuen Sonic Syndicate, trauender Liebhaber ihrer älteren Alben oder "Außenstehende" mit Interesse an modernem Melodic Death Metal - Tränen der Freude in die Augen treiben wird. Die Produktion ist sauber und dabei immer noch äußerst druckvoll, was zurzeit leider wirklich fast schon eine Ausnahme darstellt, aber dafür den Hörer erfreut. Nebenbei ein Nerd-Fakt : Die Coverfigur scheint stark inspiriert von Figuren aus der Warcraft-Historie ( eine Mischung aus Arthas und Illidan, anyone?).


Der Beginn des Albums stellt auch die erste Single dar, namentlich "Inherit the Earth". Sehr starker Song mit viel Druck und treibenden Gitarren. Der Refrain überzeugt mit einem ausgewogenen Mix zwischen Rolands klarem Gesang und Richards wunderbar kräftigen Growls und Shouts, die - wie früher von Sonic Syndicate gewohnt - die Strophen dominieren. "Phoenix Down", der zweite Song, ist einer meiner heimlichen Favoriten. Die etwas stärker hervortretende Keyboard-Untermalung arbeitet hervorragend mit den Gitarren zusammen und gibt dabei dem Song einen modernen Touch, der wunderbar in den Stil des ganzen Albums passt. In die gleiche Kerbe schlägt auch "Betrayer of the Code", eine Vorab-Veröffentlichung. Hierbei bleibt vor allem das prägnante Gitarrensolo am Anfang und im Mittelteil im Kopf - großes Kino für die Ohren.


"My own death" lässt dann kurz den Herzschlag aussetzen - das Schlagzeug beginnt mit einem tanzbaren Beat? Keine Sorge, so schlimm wie "Turn it up" von Sonic Syndicates "We rule the night" wird es nicht. Im weiteren Verlauf zeigt sich der Song kohärent zum Rest des Albums mit angenehmem Tempo und einigen kleinen Breakdowns. "Serenade of Guilt" dreht das Tempo ein bisschen zurück und wirkt düsterer, punktet dadurch aber mit seiner Atmosphäre. "Collapse my Dream" will weiterhin nicht überraschen, sondern zeigt änhliche Strukturen wie die vorhergehenden Lieder, wirkt dabei aber keineswegs langweilig, sondern nur vertraut.


Mit "Green Eyed Demon" führt die zweite Hälfte des Albums weiterhin das hohe songtechnische Niveau weiter und packt mit der Abwechslung zwischen gitarrenlastigen Passagen und Momenten, in denen das Keyboard die erste Geige spielt - zudem ist der Refrain (für mich) einer der eingängigsten und dabei mitreißendsten auf dem ganzen Album. Die Tendenz zum Keyboard im Vordergrund wird auch in "Iceheart Fragment" bestätigt - ein im Vergleich eher langsam-getragener Song, in dem die Textzeilen besonders prägnant hervortreten, da sie (bezüglich der Lautstärke) nicht so stark in Konkurrenz zu den Gitarren stehen. "Pathfinder" war zusammen mit "Green Eyed Demon" auf der EP "Nightmareland" zu finden und ist vor allem dank der Zwiespältigkeit im Tempo so interessant geraten - während die Strophen relativ zackig und treibend daherkommen, nimmt der Refrain ein wenig Tempo heraus und lenkt wiederum das Augenmerk auf den Text.

"Where the Frost Rose withers" als letzter Song des regulären Albums bildet einen akzeptablen Abschluss - auch eher langsam, aber dennoch mit viel Druck wird der Hörer entlassen und das Album abgerundet. Auch eine Prise Selbst-Stilisierung darf nicht fehlen ( zu hören im Refrain : "Hell is frozen, Hell is on fire - whatever is left is for the Unguided" ) . Der Bonussong "The Miracle of Mind", der nur auf der Special Edition zu finden ist, macht seine Sache aber genauso gut wie die Songs des regulären Albums - viel Dampf, viel Druck, viel zu kurze vier Minuten guter Musik.


"Hell Frost" macht Spaß, das ist nicht zu leugnen. Wer den Stil der Band mag, der kann das Album ohne Probleme viele, viele Male hintereinander hören und hat trotzdem noch nicht genug. Aufmerksame Hörer bemerken zudem, dass alle Songtitel diversen Sonic Syndicate-Liedern abgekupfert erscheinen - laut Mastermind Richard ist das gewollt und sorgt - zumindest bei mir - für einige Schmunzler. Allein der poppige Anfang von "My own death" mit Verweis auf "My own life" vom "We Rule The Night"-Album ...

Alles in allem finden Liebhaber des modernen, melodischen Death Metals in dieser Scheibe eine perfekte Untermalung für die kommenden Wintertage. The Unguided zeigen ihr Potenzial, auch ohne eine engere Beschäftigung mit der Vergangenheit bezüglich Sonic Syndicate eine dauerhafte Macht darzustellen, auf die bestmögliche Weise.

 




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Kommentare zu dieser Seite:
Kommentar von Clemens, 22.01.2012 23:56:35:
Absolut ins Schwarze getroffen!Ich hab's Richard, Roger und Henric schon an die Pinnwand gepostet =)

Kommentar von Manu, 28.11.2011 23:32:25:
klasse review! wie ich finde ist dem nichts hinzuzufügen. ;)



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