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[Review] TOBY HITCHCOCK - Mercury's Down

TOBY HITCHCOCK - Mercury's Down

Stil: AOR
Label: Frontiers Records
Songanzahl: 12 Songs
Webseite:

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Wertung: 14/15
Reviewer: Sonata | 26.8.2011




Toby Hitchcock dürfte vielen schon ein Begriff sein durch seine Kollaboration mit Jim Peterik’s Band Pride of Lions. Auch beim Rock Opera Project Genius hat er auf sich aufmerksam machen können und da der Mann mit einer enorm starken Stimme gesegnet wurde, war es abzusehen, dass er auch das Zeug dazu hat, auf Solopfaden zu wandern. So bekam er einen Vertrag bei Frontiers Records, wo Pride of Lions bereits unter Vertrag stehen. Das Label scheint also viel von ihm zu halten und so ist ihm die Unterstützung sicher. „Mercury’s Down“ heißt sein erster Streich, den er mithilfe von Produzent und Instrumentalist Erik Martensson fertig gestellt hat.

Die Marschrichtung ist klar, was der Opener „This is the moment“ bereits aufzeigt. Frischer AOR, der ein wenig moderner daher kommt, als das doch relativ kitschige Pride of Lions Material (wobei gesagt sein muss, dass ich Fan der Band bin).
Ein nettes ruhiges und atmosphärisches Intro leitet den Song ein, der danach in die Vollen geht und von netten Keyboardklängen gepaart mit herausragenden Riffs umrandet wird. Lyrisch behandelt man natürlich größtenteils Dinge aus dem alltäglichen Leben. So auch hier, wo es darum geht, sich von einer bereits verlorenen Liebe loszureißen. Toby Hitchcock zeigt sofort auf, was für einen Umfang seine Stimme hat. Der Mann könnte sich in einer Konzerthalle sicherlich ohne Mikrofon hinstellen und trotzdem würde niemand was verpassen. Wahnsinn, was der Mann für ein Organ hat, Auch Erik Martensson, der sich für alle Instrumente verantwortlich zeigte, verdeutlicht einmal mehr, dass er nicht nur einTop Produzent, sondern eben auch ein astreiner Musiker ist. „This is the moment“ wirkt trotz einer Spielzeit von über 5 Minuten nicht künstlich in die Länge gezogen, was nicht nur dem ausgelassenen Refrain, sondern eben auch dem toll inszenierten Mittelpart geschuldet ist.

Was mich fast schon gewundert hat, ist die Tatsache, dass sich mit „One day I’ll stop loving you“ gerade mal eine Ballade auf dem Album befindet, was bei 12 Songs und dieser Musikrichtung wirklich eine Seltenheit ist. Allerdings hat es diese Ballade in sich, was der Titel meiner Ansicht nach sicher schon vermuten lässt. Seichte Pianoklänge leiten den Song ein, ehe Toby zum Zug kommt. Der Gesang steigert sich immer weiter, bis der Gänsehautrefrain einsetzt, der beim ein oder anderen eventuell auch ein Tränchen kullern lässt. Besser KANN man eine Ballade meines Erachtens nach nicht singen. Sie ist dem Kerl wirklich auf den Leib geschnitten und lässt ihn zu Höchstform auflaufen. Sicherlich ein Song, der dem ein oder anderen über den Liebeskummer hinweghelfen wird. Die, die einfach nur wundervolle Musik hören möchten, sollten sich von der „depressiven“ Seite dieses Songs nicht einlüllen lassen.

Beschäftigen wir uns nun mit der 2. Hälfte des Albums und dem einzigen Kritikpunkt, den ich anbringen kann. Die 2. Hälfte ist einfach stärker als die 1., so befinden sich mit „Tear down the Barricades“ und „A different Drum“ definitiv die 2 stärksten Stücke auf dem Album, die eben erst in Hälfte 2 Einzug erhalten. Besonders erstgenannter Song hats mir enorm angetan. Tolles Riffing, druckvolle intensive Strophen und ein genialer Chorus, der seinesgleichen sucht. Wem der Song nicht im Ohr hängenbleibt, dem ist nicht mehr zu helfen.

Was mir auch wirklich gut gefällt, ist, dass der Rausschmeißer und sogleich der Titeltrack die härteste Nummer auf dem Album darstellt. Das ist mal erfrischend anders und überträgt so viel Energie auf den Hörer, dass man sich direkt zu einem 2. Durchlauf der Scheibe hinreißen lässt. Hier läuft Mr. Hitchcock nochmal zu Höchstform auf und liefert dem tollen Debüt einen würdigen Abschluss.

Für mich stellt „Mercury’s Down“ wohl das stärkste Debüt anno 2011 dar, was bei der großen und tollen Flut an Debütalben schon eine Sache für sich ist. Er hat eine unverwechselbare Stimme, die jedem Song einfach das gewisse Etwas verleiht. Ganz dick hervorheben möchte ich dennoch auch Alleskönner Erik Martensson, der sich hier einfach selbst übertroffen hat. Intelligentes Riffing und eine allgemein enorm starke Instrumentalisierung. Auch die Produktion ist sehr druckvoll und lässt keine Wünsche offen. Die erste Hälfte des Albums muss sich anfangs erstmal ein wenig entwickeln, was aber relativ schnell von statten geht. Der einzige Kritikpunkt ist wie gesagt die Songaufteilung, da die 2. Hälfte meiner Meinung nach eben nochmal mehr Spaß mit sich bringt. Dennoch sei die Platte JEDEM ans Herz gelegt, der auch nur ansatzweise was mit guter Rockmusik anfangen kann!

 

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