[Review] TRIVIUM - In Waves
TRIVIUM - In Waves
![]() |
|
Eine Revolution im Modern Metal, oder zumindest etwas, was sich in diese Richtung bewegt, kündigte Mathew Heafy, seines Zeichens Bandleader der Band Trivium, vor Release der neuen Platte „In Waves“ in lauten tönen an. Mit Verlaub, Herr Heafy, aber so weit würde ich nicht gehen… Was Trivium mit „In Waves“ geschaffen haben ist eine Ansammlung absolut hochklassiger, höchst moderner, sauber produzierter, knackiger Metal Songs. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Auf hohem Niveau werden wir, nach einem kurzen, verrauschten Intro, das zusammen mit Getrommel und verzerrter Gitarre die Melodie des Openers erahnen lässt, direkt mit dem Titeltrack, der im Vorfeld auch als Single ausgekoppelt wurde, auf die Reise geschickt. Treibende Riffs und brachiale Screams im Wechsel mit zwar schnellen, aber höchst melodischen, klar gesungenen Passagen im Wechsel, immer und immer wieder. Etwas heftiger geht es mit „Inception Of The End“ weiter, der die Herzen der „alten“ Fans höher schlagen lassen dürfte, denn dieser Song folgt einem Aufbau und befindet sich in einem Härtegrad, der auch auf „Ascendancy“, Triviums Jahrhundertplatte, einen Platz gefunden hätte. Genau solche Tracks finden sich auf der Platte auch mit „Caustic Are The Ties That Bind“ und „Forsake Not The Dream“ wieder. Man muss dazu sagen, dass diese Songs keinesfalls wie ein schlechter „Ascendancy“-Abklatsch rüberkommen, sondern durchaus auf guten, eigenen Melodien aufbauen. Eine Sache, die die Platte auszeichnet, ist die Vielfalt der Songs. So geht das eingängige „Built To Fall“ locker als Alternative Metal Gassenhauer durch, während „Chaos Reigns“ und „Dusk Dismantled“ astreine Death Metal Songs sind. Diese nämlich verzichten, wie auch „A Skyline Severance“, komplett auf Klargesang, während das spritzige „Watch The World Burn“ und das manchmal leicht an Metallica erinnernde „Black“ beinahe komplett auf Screaming verzichten. Wo wir gerade bei Metallica sind, die einzige Ballade der Platte, der Rausschmeisser „Of All These Yesterdays“, könnte ebenfalls durchaus auch auf eine derer Platten stehen. Die Produktion ist durchweg gelungen, die Riffs sind kraftvoll und klar, das Gewand der Songs aber niemals zu klinisch, eine astreine Metal-Produktion eben. Und egal ob Klar oder gekreischt, die Gesangsleistung auf „In Waves“ ist sicher nicht zu verachten. Brachte die Platte aber eine Veränderung, wie sie mit dem düsteren, künstlerischen Artwork der Platte angekündigt wurde, oder gar eine Revolution im Modern Metal? Wohl eher nicht. Dafür gibt es eine ganze Reihe extrem starker Songs dieses Genres. Vom Grundsound her orientiert sich „In Waves“ sogar, entgegen vieler Erwartungen, am Jahrhundert-Debut „Ascendancy“. Die Songs sind kürzer, eingängiger und härter als auf „Shogun“, und durch die Vielfalt auf der Platte wirkt das Werk sehr kurzweilig. Auf den Hetfield-Gesang, der auf „The Crusade“ noch fast die gesamte, und auf „Shogun“ immerhin einen kleinen Teil der Spielzeit dominierte, wird hier komplett verzichtet. In dieser Hinsicht ist „In Waves“ halt wieder voll „Ascendancy“. Aber irgendwie doch anders, spritziger, moderner. Probieren geht über studieren, also empfehle ich jedem Fan der moderneren, vielleicht etwas Metalcore angehauchter Metal-Musik, mal in Songs wie „Inception Of The End“ reinzuhören, und für sich selbst zu entscheiden, ob die Platte was für ihn ist. Meiner Meinung nach haben Trivium im Jahre 2011 ihren Karriere-Höhepunkt erreicht. Keine Revolution, aber eine verdammt starke Modern Metal Platte.
Nach oben
Kommentar zu dieser Seite hinzufügen:

















