[Review] TURISAS - Stand Up And Fight
TURISAS - Stand Up And Fight
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Die finnischen Epic Viking Metaller Turisas um Mastermind Mathias Nygård sind nach knapp 4 Jahren mit einem neuen Album zurück. „Stand up and Fight“ setzt die Geschichte der Waräger, die auf dem Weg nach Konstantinopel sind fort. „The Varangian Way“ konnte unglaublich gute Kritiken aufweisen und so ist es allzu verständlich, dass sich die Finnen mit einem Nachfolger Zeit gelassen haben, da dieser eben auch einen enormen Zeitaufwand mit sich brachte.
Für „Stand up and fight“ wurde auch ein ganzes Orchester engagiert, was die Tragweite dieses Albums schon vermuten lässt. Man hat keine Kosten und Mühen gescheut, um den Vorgänger nochmal zu übertrumpfen. Ich kann vorwegnehmen, dass den Jungs und Mädels das bei weitem gelungen ist.
„Stand up and fight“ lässt sich kurzum mit einem Wort beschreiben: „Wahnsinn“
Ich habe selten so euphorisch da gesessen und einem Album gelauscht.
„The Varangian way“ habe ich immer als solides gutes Album empfunden, aber als dann der Opener „The march of the Varangian Guard“ auf mich niederprasselte, konnte ich meinen Ohren kaum trauen.
Absoluter Wahnsinn, was diese Band für eine Entwicklung durchgemacht hat. Noch epischer, noch hymnischer und kraftvoller dennje. Den Refrain möchte man schon beim ersten mal mitgrölen und ich muss kein Prophet sein, um zu wissen, dass dieser Song live so dermaßen abgefeiert werden wird.
Mit diesem Song zeigen die Finnen aber noch die Seite, die am ehesten an das letzte Werk erinnert. Erst mit mit der folgenden Nummer namens „Take the day!“ folgt der „Aha-Effekt“. Das Intro kommt erneut episch daher, atmosphärisch zugleich und das Orchester leistet ganze Arbeit, als die Nummer in die Vollen geht. Gesanglich hat Mathias die Growls etwas zurückgesteckt, aber seine Clean Vocals sind eine absolute Bereicherung für diese Band. Dennoch stehen bei diesem Song Growls und Chor im Vordergrund. Die Strophen kommen noch sehr ruhig und melancholisch daher, aber das Ganze dient nur zur Vorbereitung auf das, was den Hörer im Refrain erwartet.
Mit diesem Song setzt sich die Band selbst ein Denkmal und ich würde lügen, wenn ich nicht sagen würde, dass dieser Song einer der besten ist, die mir je zu Ohren gekommen sind. Der Chorus vereint das Zusammenspiel aus Growls und einem verdammt gut inszenierten Chor. Mit Worten lässt sich „Take the day!“ nur sehr schwer beschreiben, aber etwas derart fettes hätte ich von Turisas wirklich nicht erwartet. Durch die Vielfalt von Mathias‘ Vocals, aber auch der des Orchesters wirkt das Ganze ein stückweit noch reifer und ausgewogener.
Der Mittelpunkt des Geschehens ist zu jeder Zeit das Orchester, welches ganze Arbeit leistet. Da sei noch das „Halbinstrumental“ „βένετοι! - πράσινοι!“ zu nennen, welches die wohl genialsten Orchesterparts mit sich bringt, die ich je gehört habe. Und „Halbinstrumental“ deswegen, weil es auch einen Growlpart gibt, aber dennoch überwiegt das Orchester, welches dem Song auch seinen Stempel aufdrückt.
Man fühlt sich von allen Tracks einfach nur angezogen und muss nicht mal besonders auf die Lyrics achten, um emotional gefangen zu sein.
Was Turisas einzig und allein musikalisch auf die Beine gestellt haben, um den Hörer zu packen, sucht im Jahre 2011 wirklich noch seinesgleichen.
Am besten vereint das wohl der Song „The great escape“, der keine richtige Struktur erkennen lässt, der aber einfach alles mit sich bringt, was dieses Album so stark macht. Viel Atmosphäre, Clean Vocals, Growls, orchestrale Parts, die den Hörer fesseln und zu guter letzt eine wahnsinnig fette Chorpassage. Wer sich also nicht sicher ist, ob „Stand up and fight“ einen Kauf wert ist, der sollte definitiv in diesen Song reinhören, um sich eine Meinung zu bilden.
Es bleibt einfach nur zu sagen, dass Turisas absolut alles richtig gemacht haben auf diesem Album. Bei „nur“ 9 Songs hat man zu keiner Sekunde das Gefühl, dass irgendwas fehlt oder am falschen Platz ist. Kein Song klingt wie der andere, es gibt genügend Überraschungen, die es zu entdecken gilt und so müssten sich selbst die Herren von Ensiferum SEHR anstrengen, um an „Stand up and fight“ auch nur zu kratzen.
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