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[Review] WIZARD - ...Of Wariwulfs and Bluotwarves

WIZARD - ...Of Wariwulfs and Bluotwarves

Stil: True Power Metal
Label: Massacre Records
Songanzahl: 11 Songs
Webseite: http://www.legion-of-doom.de/
Wertung: 14,5/15 
Reviewer: Steelbound | 12.3.2011




„...Lusting for Blood and Death Again...“

Mit dieser von MANOWAR kopierten Textzeile startet das neue WIZARD-Album „...Of Wariwulfs and Bluotvarwes“ durch, für wessen Titel ich bei jedem Aufschreiben mindestens 3 Versuche brauche, bis es komplett richtig dortsteht. Diese Textzeile verkörpert auch den „Spirit“ des Albums: True Metal bis zum Geht-nicht-mehr.

WIZARD waren ja schon immer für ihr MANOWAR-gleiches Image bekannt, und das wollen sie auf ihrem neuen Album auch nicht ändern, im Gegenteil, den Kritikern, die die Band als ideenlos bezeichnen, wird neues Futter gegeben.

Diese Kritiker kommen ja aber meist aus anderen musikalischen Lagern als ich und ihr, von daher brauchen wir uns um die nicht zu kümmern. Denn neben WIZARDs Zuneigung zu epischen und/oder gewalttätigen Texten und ihren einfachen, aber wirkungsvollen Songs, ist die Band ebenso für ihre durchgehend hochwertige Diskographie bekannt. Bisheriger Höhepunkt derselben war das 2009er Output „Thor“, auf welchem die Band eine bis dahin nicht dagewesene Perfektion aus harten Gitarren, fetten Drums, eingängigen Melodien und dem über alles thronenden Sänger Sven D'Anna präsentierte.


Nun, 2011 veröffentlicht die Band ein noch ambitionierteres Projekt als ein Konzept-Album über irgendeinen nordischen Gott. Nein, WIZARD sind eine Kooperation mit dem Fantasy-Autor André Wiesler (http://www.andrewiesler.de/) eingegangen und vertonen auf ihrem neuen Album die „Chroniken des Hagen von Stein“ (http://www.hagen-von-stein.de/indexelse.html). In der Trilogie geht es um den Protagonisten Hagen von Stein, welcher die Jahrhunderte erlebt, vom Mittelalter über den Dreißigjährigen Krieg bis ins Jahr 2008, ein wahrhaftig Hohlbein'sches Epos.

WIZARD wissen, wie man ein Konzept-Album zu vertonen hat – so, dass der Hörer die Geschichte verfolgen kann, wenn er will, und die Story komplett außer Acht lassen kann, wenn er sich nicht dafür interessiert. Im Sinne dieses Leitsatzes unterbrechen bei WIZARD keine unnötigen Interludien den Song-Zusammenhang, wie es von MANOWARs „Gods of War“ bekannt ist, oder WIZARD auch schon Mal auf „Battle of Metal“ in großem Ausmaße zelebrierten.


Und eben jener, oben erwähnte, Titeltrack eröffnet das Album nicht nur namensgebend, sondern gibt auch eine gute Vorschau auf die kommenden Songs. Schnelle, harte, aber melodiöse Heavy Metal-Songs ohne unnötige Verzierungen.


So gibt sich auch das zweite Stück, „Undead Insanity“ sehr melodisch und erinnert teilweise, wären da nicht die heftigen Riffs, an Bands wie GAMMA RAY, was besonders durch den sehr eingängigen Refrain bestärkt wird. Sänger Sven überzeugt auf ganzer Linie mit einem weiten Stimmspektrum, von nettem Falsett-Gesang bis hin zu bösestem Growlen.


Letzteres wird im härtesten Song der bisherigen WIZARD-Geschichte abgeliefert, „Taste of Fear“, in dem Sven sich an einer Art tieferen und kraftvolleren Painkiller-Screams versucht. Dies bekommt er sogar richtig gut hin – das ist aber nicht verwunderlich, ist er in der Metal-Szene doch schon seit Längerem für seine starken Vocals bekannt.


Auf „Of Wariwulfs etc. pp.“ beweisen WIZARD aber ebenfalls etwas anderes: Dass sie eben doch nicht so eingeschränkt in ihrer musikalischen Ausrichtung sind, wie ihnen viele vorwerfen. Da hat mich doch schon eine mittelgroße Überraschung ereilt, als ich den beiden Songs „Sign of the Cross“ und „Fair Maiden Mine“ lauschte. Ersterer legt ganz offensichtliche Parallelen zu den deutschen Power Metallern SEVENTH AVENUE frei – nicht nur textlich und musikalisch, auch Sven D'Anna offenbart eine stimmliche Ähnlichkeit zu einem meiner Lieblingssänger, Herbie Langhans (SEVENTH AVENUE, SINBREED).

Die andere Überraschung nennt sich „Fair Maiden Mine“ und ist mein ungeschlagener Favorit auf dem Album. Erinnert sich noch jemand an die damals glorreichen HUMAN FORTRESS? Ja, die Band, die 2001 und 2003 die besten Power Metal-Alben des Jahrzehnts veröffentlichte, dann in der Versenkung verschwand und 2008 mit einem grauenhaften Power/Death-Metal-Bastard zurückkehrte? Genau die.

Und WIZARD lassen mit diesem Epic Metal-Stück das Erbe eben dieser Band wieder aufleben. Die Keyboards, die leicht vertrackten Strukturen, die Gänsehaut-Melodien – alles dabei! Ich weiß nicht, ob WIZARD überhaupt HUMAN FORTRESS kennen, aber dieses Stück könnte auch auf einem der alten FORTRESS-Alben sein. Danke, WIZARD, für dieses gottgleiche Epos.


Ein Live-Highlight ist sicher der vorab zum Hören freigegebene Song „Bletzer“, welcher in eine ganz ähnliche Richtung geht wie der Single-Track zu „Thor“, „Midgards Guardian“. Eingängig, starke Riffs, unkompliziert.

Abschließend präsentiert sich der Protagonist: „Hagen von Stein“ gibt sich, ganz seinem Namen entsprechend, sehr kraftvoll, rockig und erdig. Großartiger Gesang von Sven D'Anna, guter Einsatz der Surround-Fähigkeit moderner Soundanlagen und das umwerfende Drumming von Sören „Snoppi“ van Heek.



WIZARD! Die Band zeigt sich auf „...of Wariwulfs and Bluotwarves“ (ja!, in einem Durch geschafft!) von ihrer besten Seite und übertrifft ihre beiden Über-Alben „Thor“ und „Odin“ bei Weitem. Dafür sorgen nicht nur die phänomenale Produktion, die vor allem die fetten Gitarrenwände hervorstechen lässt, und das sowieso vorhandene Können der Band, sondern auch die erstmals richtig offensichtliche Abwechslung in der Musik. Wer WIZARD vorher aufgrund ihrer „Eintönigkeit“ (lächerlich...) nicht gemocht hat, hat spätestens jetzt keine Ausrede mehr.


WIZARD können mit diesem Album den Player eines jeden Metal-Fans erobern – hier gibt es KEINEN AUSFALL. 

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