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[Review] WOLFCHANT - Call Of The Black Winds

WOLFCHANT - Call Of The Black Winds

Stil: Pagan Metal / Epic Metal
Label: Massacre Records
Songanzahl: 11 Songs
Webseite:

http://www.wolfchant-metal.com/

Wertung: 14/15 
Reviewer: Fandanimus | 19.4.2011




Eines der deutschen Pagan Metal Aushängeschilder WOLFCHANT ist zurück
, mit einem Album, dass die Fans ebenso begeistern wie wahrscheinlich auch spalten wird. Bei "Call Of The Black Winds" handelt es sich bereits um das vierte Album der Bayern.

Veränderungen gibt es vor allem beim Gesang zu berichten. Hauptsänger Lokhi bekommt in Person von Michael Seifert (Rebellion) einen Sänger mit klarem Gesang zur Seite gestellt, welcher sich perfekt in die Songs integriert.

Aber wollen wir uns um die Musik kümmern. Das Album beginnt mit einem typischen obligatorischen Intro, welches aus dem Keyboard kommt und eine dunkle, bedrückende Atmosphäre erzeugt.

Und BANG!. Eine wunderbar eingängige Melodie eröffnet den Opener Stormwolves, welcher sich als echter Hit erweist. Die beiden Sänger teilen sich Strophe und Bridge, bis beide im Chorus quasi explodieren. Und dieser ist wirklich fantastisch. Schnell, pathetisch und gut mitsingbar und mit der Grundmelodie des Songs versehen. Schon hier fällt die sehr professionelle Produktion auf. Die Gitarren brettern ordentlich, was vor allem beim deutschen Gesangspart in der Mitte des Songs auffällt.
Ein absoluter Kracher zu Beginn.

Was allerdings jetzt folgt übersteigt meine Erwartungen. Mit
Eremit
hauen die Bayern einen Song raus, der so majestätisch und träumerisch ist, dass es eine wahre Freude ist. Textlich komplett in detusch gesungen geht es um einen Einsiedler, eben einen Eremiten, der verborgen vor der Menschheit in den Wäldern lebt. Hier taucht nach dem ersten Chorus ein wenig Keyboard Pathos auf, allerdings bedeckt, denn auch Eremit besticht durch seine wunderbare Grundmelodie. Wieder teilen sich die beiden Sänger Strophe und Bridge, obwohl der Song eher vom cleanen Gesang dominiert wird. Der Chorus ist in Worten eigentlich nur schwer zu beschreiben. Die Energie die hier freigesetzt wird ist unglaublich und überträgt sich sofort auf den Hörer. In gewissen Teilen hätte der Song auch von Equilibrium stammen können, erinnert er mich doch teilweise an den Wassermann vom neuesten Album der ebenfalls aus dem Freistaat stammenden Pagan Metaller. Allerdings steht der Eremit dem Wassermann in nichts nach. Ein fantastisches Stück Musik.

Black Fire beginnt erstmals etwas thrashig, der guturale Gesang der Strophe passt sich den Gitarren hervorragend an. Der Chorus, wiederum in klarem Gesang gehalten, ist eher folkig und besticht durch seine Melodie. Im zweiten Teil des Choruses peitscht das Schlagzeug richtig schön nach vorne. Auch das Keyboard kommt nochmal zum Einsatz, versteckt sich allerdings hinter der Gitarre. Schon hier wird sehr deutlich wie gekonnt WOLFCHANT die Genres mischt. Der bislang härterste Songs des Albums.

"Eine stärke so alt, entfesselt die Naturgewalt"! Der zweite in deutsch gesungene Song ist sehr bedrückend, fast ein wenig psychodelisch. Ich schätze das es um die Kraft der Natur geht, welche hier besungen wird. Hier geht der doppelte Gesang richtig auf. Die beiden harmonieren vor allem hier prächtig, allen voran im Chorus, der sehr pathetisch daherkommt, passend zum Thema. Wenn Michael Seifert "nicht mehr ein wütendes Tier" singt, erinnert er sehr an Till Lindemann, als dieser die Zeilen aus dem Song Heirate Mich "
dort zwischen Schnecken ein einsames Tier" zum besten gibt. Die Parallelen zwischen beiden werden vor allem hier sehr deutlich.

Jetzt wird's episch. Klar, wenn unsere Vorfahren mit einem Andenken versehen werden. Heathen Rise beginnt mit einem wundervollen atmosphärischem Intro, welches in die getragene Strophe übergeht. Auffallend ist das Zusammenspiel zwischen Bridge und Chorus, welche den selben Aufbau habe, und so hervorragend harmonieren. Bei Minute 3 ungefähr wird es interessant. Black, Folk und Epic Metal geben sich hier innerhalb von anderthalb Minuten die Klinke in die Hand. Und es funktioniert hervorragend. Hut ab. Erwähnenswert ist auch, dass hier zum ersten Mal das Keyboard hauptverantwortlich für die Melodie ist. Und wenn diese am Ende nochmal von einer Geige intoniert wird weiss man das man hier an etwas besonderem Teil hat.

Never Will Fall beginnt ähnlich wie Heathen Rise mit Keyboard. Ein galoppierender Rhythmus begleitet die typischen Schlachtgesänge, die vor allem im Chorus gipfeln. Geiler Kitsch eben. Dieser Song hätte fast eins zu eins auch von den schottischen Piraten ALESTORM stammen können. Durch die dominierenden Keys für mich ein echtes Sahnehäubchen, für viele andere vielleicht übertriebener Kitsch bzw. Pathos.

"Met soll heut in Strömen fließen". Viel mehr brauche ich eigentlich nicht zu Die Nacht der Wölfe zu schreiben. Ein typischer Wolfchant Party Song, der natürlich auch nicht fehlen darf. Die Gesangslinien des klaren Gesangs erinnern mich stark an "Soldaten dieser Erde" der APOKALYPTISCHEN REITER. Mag Zufall sein, sticht aber heraus. Kein Höhepunkt, aber auch für einen Lückenfüller zu stark.

Bei sovielen Stilvermischungen und auch Experementierfreude fehlt eigentlich nur noch eins. Klar, eine Ballade. Und sie kommt. Und auch dieser Song funktioniert. The Last Farewell ist zugegebenermaßen höchstens eine Halb-Ballade, aber das ist recht egal, denn ist bes für das Genre im allgemeinen eher ungewöhnlich. Das Solo im Mittelpart, welches von schnellen Drums begleitet wird, rettet den Song dann doch ein wenig komplett als Ballade durchzugehen, wobei das nicht schlimm gewesen wäre.

Episch beginnt auch Der Stahl In Meinem Feinde, den man vom Intro abgesehen als straighten Heavy-Song bezeichnen könnte. Textlich schrammt der Song nur ganz knapp am wieder mal umstritten gesehenen Kitsch vorbei.

Der Rausschmeisser und Titelsong Call Of The Black Winds kommt sehr episch progressiv daher und bleibt daher auch erst nach mehrmaligem Hören im Gehörgang. Ein kleines Gegenstück zum Rest des Albums. Hier liefern WOLFCHANT wohl die beste textliche Leistung des Albums ab. Die Platte endet so wie sie begann, mit einem atmosphärisch dichtem Keyboard Intro bzw. Outro.

Fazit: WOLFCHANT untermauern mit diesem Album ihre Eigenständigkeit im Pagan Metal Sektor. Da ich den Vorgänger "Determinded Damnation" nicht kenne und nur "A Pagan Storm" mehrmals gehört habe, kann ich nur diese beiden Platten vergleichen. Dabei fällt auf das die Folk Anteile den Epic Parts gewichen sind, obwohl das Album eine durchweg folkige Präsenz hat.

Wie schon des öfteren angesprochen macht vor allem die Mischung aus vielen Genres diese Platte und somit auch die Band sehr wertvoll. Vom Black- über den Folk- bis hin zum Power Metaller ist hier für jeden was dabei. Und diese Mischung ist in der Form einfach einzigartig.


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