[Review]: DOOMSHINE - The Piper at the Gates of Doom
DOOMSHINE - The Piper at the Gates of Doom
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Eigentlich interessiere ich mich weder für Doom Metal, noch kenne ich mich in dem Genre aus – bis auf die Veteranen CANDLEMASS natürlich, außerdem noch ein paar recht beliebte und mehr melodische Band á la SAINT VITUS. Sowas kann ich mir auch manchmal ganz gut anhören, aber wenns mir dann zu tief und langsam wird, höre ich auf. Ich meine, ein wenig Melodie sollte schon sein. Prinzipiell finde ich melodischen Doom Metal nämlich ziemlich stark. Und wer könnte da besser in mein Bild passen als die deutschen Doomster von DOOMSHINE, die sich selber als "Melodic Doomed Metal" bezeichnen. Diese Band scheint den Doom Metal zu l(i)eben, hat "Doom" im Namen, nannte ihre erste Veröffentlichung 2004 "Thy Kingdoom Come" und legen 2010 mit "The Piper at the Gates of Doom" ordentlich nach. Soweit klingt das ja alles schonmal ganz gut, auch wenn ganze 6 Jahre seit dem letzten Album vergangen sind. Aber es ist eben Doom Metal – Was soll man machen?
Das Cover-Artwork ziert eine etwas surreale Grafik, die man auch dem Power Metal-Genre zuordnen könnte, aber dennoch perfekt zur Musik passt und den Betrachter auffordert, etwas näher hinzuschauen. Dafür war Bassist Carsten Fisch verantwortlich, der zudem auch noch die Aufnahmen und den Mix gemacht hat!
Mit sagenhaften 73 Minuten Spielzeit ist das Album schon ein rechter Brocken, der aber durch Abwechslungsreichtum, Vielfalt und eingängige Songs nachvollziehbar und interessant bleibt. Denn musikalisch geht die Band wie die Großen zu Werke, bleiben zwar die ganze Zeit im Down-Tempo, lassen aber immer mal melodische Gitarren-Leads durchscheinen, die eine Abwechslung zu den ganzen tiefer gestimmten Gitarren-Riffs bieten. Letztere sind aber richtig gut, wie man sie sich beim Doom Metal vorstellt und erinnern an grandiose Doom Metaller wie SOLITUDE AETURNUS oder GRAND MAGUS.
Gleich der Opener "Sanctuary Demon" beginnt mit so tiefen Bass-Tönen, dass sich einem der Magen umdreht, aber grade so etwas macht die Musik ja aus. Das Stück gehört mit 8:44 Minuten auch gleich zu den Längsten, was nur noch vom Abschluss "Godhunter" übertroffen wird. "Sanctuary Demon" ist auf jeden Fall ein sehr langsames, aber melodisches und eingängiges Monster, was die ganze Marschrichtung für's Album vorgibt. Sänger Timmy Holz (Der Name ist unpassend.) erinnert mich zuweilen an NEVERMORE-Warrel, der auch gerne mal recht verquere Gesangs-Melodien einbringt.
Was ein bisschen schade ist: JEDER Song hat das gleiche Tempo, plus/minus 10 bis 20 BMP. Da könnte es ruhig etwas abwechslungsreicher zugehen, auch wenn die Band gerne mal das Tempo innerhalb des Songs etwas anzieht, wie in "The Crow Pilot", welcher auch mit Doublebass-Fills glänzt. Insgesamt wird das Ganze nach ein paar Durchläufen durch das immergleiche Tempo etwas langweilig, da sich die Songs alle recht ähnlich anhören. Trotzdem kann man sich das Album ein, zwei Mal am Tag sehr gut reinlaufen lassen. Besonders begeistert sollten Fans der soeben genannten Bands sein, alle anderen dürfen durch die Vielfalt der Band aber auch gerne reinhören. Außerdem gilt beim Album: Je länger der Song, desto besser! Insofern wären als Anspieltipps hier mal "Godhunter", "Sanctuary Demon" und "Doomshine Serenade" genannt, welche allesamt großartig klingen.
Fazit: Gutes Melodic-Doom Album, welches nach ein paar Durchläufen langweilig wird.
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