[Review]: EDENBRIDGE - Solitaire
EDENBRIDGE - Solitaire
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Die österreichischen Power Metaller Edenbridge sind nach 2 Jahren zurück. „Solitaire“ heißt das neue Werk, welches zum größten Teil auch in Österreich aufgenommen wurde. „My Earth Dream“ zeigte schon eine deutliche Entwicklung in Relation zu „The Grand Design“, denn es war epischer denn je und auch in Sachen Härte ging es etwas mehr zur Sache. Die Band gab von vornherein bekannt, dass sich „Solitaire“ ähnlich präsentieren soll.
Eröffnet wird das Ganze wie schon auf dem letzten Album mit einem sehr schön inszenierten Intro, welches einen direkt ins Träumen kommen lässt. Natürlich fehlt auch der fette Chor an keiner Stelle und so bekommt man erneut einen guten Start ins Album serviert.
Der Opener stellt gleich mal den Titeltrack dar und ich nehme gleich vorweg, dass es sich dabei auch um den stärksten Song der Platte handelt. Allein der Anfang ist total mitreißend und klingt auch relativ fett. Die Riffs sind etwas orientalisch angehaucht, was das schöne Artwork aber auch schon vermuten lässt. In Sachen Härte geht man in dieselbe Marschrichtung wie schon auf „My earth dream“ und auch vom Grundgerüst her könnte sich „Solitaire“ locker auf dem Vorgänger befinden. Sabine veredelt das Ganze natürlich wieder mit ihrer sehr angenehmen Stimme, die man meiner Meinung nach einfach nur mögen kann. Der Refrain zeigt wie gewohnt alle Stärken der Band und setzt sich direkt im Ohr fest. Episch wird hier mal wieder groß geschrieben und das ist auch gut so. Der Mittelteil gefällt mir hier auch sehr gut, da er mit fetten Orchestrierungen ausgestattet wurden und auch ein geniales Solo von Lanvall darf natürlich nicht fehlen. So zeigt der Mann wieder, weshalb er für diese Band so wichtig ist. Er drückt einfach jedem Solo seinen Stempel auf und es gibt nur wenige Gitarristen, wo man sagen könnte „Ah da spielt gerade XY“, aber bei ihm ist das der Fall.
„Higher“ erinnert ein wenig an „Paramount“ vom Vorgänger und hier dominiert das Piano. Dadurch wirkt der Song emotionaler und erzeugt bei mir sogar Gänsehaut. Die Strophen sind absolut mitreißend und die Bridge könnte den Chorus gar nicht besser einleiten. Dieser ist einfach nur total verträumt und somit hält er mit dem Opener zumindest mit.
Beim nächsten Song sind weder Strophen noch Refrain der ausschlaggebende Punkt, weshalb er so ein Meisterwerk ist. Der Mittelpart stellt für mich zumindest das Highlight in Sachen „Bester Moment auf dem Album“ dar und da fehlen mir persönlich echt die Worte. Natürlich gefällt auch der Refrain, der das Wort „Sehnsucht“ musikalisch irgendwie am besten beschreiben würde. Hier wird auch durchgängig auf Midtempo gesetzt, was aber nach 2 Uptempo Nummern keine Schwachstelle darstellt.
„Bon Voyage Vagabond“ zeigt ganz deutlich, dass die Band gern mit Karl Groom von Threshold zusammenarbeitet, So erinnert er mich doch ein bisschen an „Mission Profile“ von eben genannter Band. Dennoch findet man hier natürlich auch die typischen Edenbridge Trademarks, weshalb sich das Blatt auch nicht wirklich trübt. Hier setzt man übrigens auf eine gesunde Mischung aus Midtempo und Uptempo. So befinden sich die Strophen fortwährend im schnelleren Bereich, während man im Refrain auf die Bremse drückt. Hier sticht der Mittelpart mit dem dominanten Piano auch wieder positiv hervor. Auch Sabines Gesangspart ist sehr gut platziert und so lässt auch dieser Song keine Wünsche offen, wenn man diese Band favorisiert.
Den nächsten Song zähle ich zur Kategorie „Hab ich schon mal irgendwo so gehört“ bzw. ist es einfach einer der Songs, die jede Band irgendwann mal hervorbringt. Das soll jetzt gar nicht so negativ klingen, wie es sich im ersten Moment anhört. Grund dafür ist der treibende Refrain, der eben in Sachen Melodie, Riffs und Rhythmus etwas aufweist, was man grundsätzlich einfach schon irgendwoher kennt. Dennoch gilt hier dasselbe wie beim vorigen Song, denn auch hier bringen Edenbridge noch genügend eigene Ideen hervor (wobei dieser Song natürlich nicht geklaut ist oder ähnliches). So ist der ruhige Mittelteil doch schon wieder ein kleines Schmankerl und mir gefällt es, dass man sich in den Gefilden der Band so viel Mühe gibt in Sachen Zwischenparts.
So lustig das klingen mag, aber „Out of this world“ erinnert mich an ein Level aus Donkey Kong Country. Das soll an dieser Stelle kein schlechter Scherz sein und Leute, die das Spiel kennen, werden mir sicherlich zustimmen. Dennoch gefällt mir die emotionale Atmosphäre hier sehr gut und ich glaube, das wäre auch einer von den Songs, die sich Instrumental gut gemacht hätten. Die Strophen kommen komplett ohne Drums und jegliche Riffs aus, was mir an dieser Stelle auch sehr zusagt. Der Refrain ist etwas in die Länge gezogen und will sich mir bis heute nicht so ganz offenbaren. Dank der genialen Strophen und der immer wieder kehrenden Atmosphäre ist das aber leicht zu verkraften. Am Ende folgt ein relativ langes Gitarrengespiele, mit welches den Track auch zum Ende führt, welches mit seichten Pianoklängen abgerundet wird.
Mit „Further Afield“ bekommen wir auch endlich wieder einen astreinen Uptempo Song serviert, der vor allem in den Strophen auf die Tube drückt. Bei der Bridge und auch beim Refrain wird das Tempo wieder etwas gedrosselt, aber das tut diesem Song keinen ab. Edenbridge schaffen es einfach immer wieder, eine gewisse Magie in ihre Musik zu legen und vor allem in den Refrains und Zwischenparts offenbart sich das immer wieder. „Further Afield“ offenbart auch einen sehr langen und dominanten Gitarrenpart, welcher mit 2 Soli gespickt ist, die dieses orientalische Grundfeeling noch mal gut unterstreichen.
„A virtual dream“ stellt zumindest in Sachen Strophen das Maximum dar, was das Tempo betrifft. Ballernde Drums und fette Riffs drücken diesem Song sofort ihren Stempel auf. Wie schon sooft drückt man im Chorus leider wieder auf die Bremse. Prinzipiell schadet das dem Song nicht, da er absolut erhaben ist, aber leider gibt’s von diesen Strukturen einfach zu viele auf diesem Album. Das wäre der einzig große Kritikpunkt, den ich vorzuweisen habe. Allerdings findet das Ganze auch wieder seinen Ausgleich aufgrund dessen, dass man einfach so enorm viel Wert auf die mehr als nur gelungenen Mittelparts gelegt hat.
Nun folgt auch schon der letzte richtige Song mit „Brother’s Diamir“ und jener ist wohl auch der ruhigste auf dem ganzen Album. Ich glaube hierbei wäre es am sinnvollsten, sich einfach entspannt auf das Bett zu legen, da sich sonst unter Garantie nicht die Stärken dieses Songs offenbaren. Hier regiert nämlich auch vor allem ein sehr langer instrumentaler Mittelteil, der noch mal ein ziemlich emotionales Ende einleitet. Sitzt man nur auf seinem Stuhl und will den Song eventuell nebenbei hören, so wird er vollkommen an einem vorbeigehen. Hier ist genau hinhören Pflicht und dann könnte man vielleicht auch was damit anfangen. Man setzt hier auch nicht auf die typischen Srophe-Refrain-Strophe-Refrain-Soli-Refrain Strukturen. Prinzipiell gibt es nämlich nichts dergleichen. Der Song besteht grundsätzlich nur aus einigen Parts. Wie gesagt, lässt man sich drauf ein, wird man sicher Gefallen daran finden, andernfalls wird der Song komplett untergehen.
Das Outro stellt dann einfach nur das perfekte Gegenstück zum Intro dar und man bekommt noch mal kurz die zeit, alles Revue passieren zu lassen, um sich vielleicht auch auf einen erneuten Durchlauf vorbereiten zu können.
Edenbridge haben mit „Solitaire“ den Weg von „My earth dream“ konsequent fortgesetzt und so werden Fans der letzten Scheibe auch keine großen Probleme haben, daran Gefallen zu finden. Neulingen empfehle ich allerdings erstmal den bereits genannten Vorgänger, da sich „Solitaire“ hier und da doch schon etwas komplexer darstellt und man vielleicht eher Schwierigkeiten haben würde, hinter einige Songs zu kommen. Dennoch legt die Band mal wieder eine grandiose Platte hin, weshalb sie auch definitiv mehr Aufmerksamkeit verdient hätte. Ich hoffe, dass es ihnen durch das Album eventuell endlich gelingt, mehr Popularität zu erlangen. Für Fans von Female Fronted Symphonic Metal spreche ich sowieso eine Kaufempfehlung aus und für jene, die es auch mal etwas anspruchsvoller mögen, gilt dasselbe.
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