PowerMetal4ever.de

[Review]: THUNDERSTONE - Dirt Metal

THUNDERSTONE - Dirt Metal

Stil: Power Metal
Label: SPV/Steamhammer
Songanzahl: 11 Songs
Dauer: 48:05
Webseite: www.thunderstone.org/
Wertung: 12,5/15
Reviewer: Sonata | 29.5.2010
 




Thunderstone sind nun auch schon seit 10 Jahren in den Gefilden des Metals unterwegs und zählen in Finnland längst schon zu einer festen Größe. Im Jahre 2007 trennte man sich sowohl von Sänger Pasi Rantanen als auch von Keyboarder Kari Tornack wegen musikalischer Differenzen. Beide konnten aber gut ersetzt werden, wobei vielen der neue Sänger Rick Altzi sowieso ein Begriff sein sollte. Bereits im Herbst 2009 erschien in ihrem Heimatland Finnland das neue Album „Dirt Metal“, doch in Europa fehlte noch ein geeignetes Label. Jenes hat man mit SPV nun gefunden und der neue Silberling steht seit gut einer Woche auch hier in den Läden.

 

Das Intro „Rebirth“ ist relativ unspektakulär, was die Speilzeit von gerade mal 38 Sekunden aber auch vermuten lässt. Man hört elektronische Sounds, die am Ende vom Bass begleitet werden und auch in Sachen Lautstärke zulegen. Letztlich wird’s ruhig und der Opener „I Almighty“ setzt ein. Jener startet auch mit elektronischen Sounds und geht fortan in die Vollen. In den Strophen geht’s ordentlich zur Sache und man befindet sich im angehobenen Tempo. Sänger „Rick Altzi“ fügt sich nahtlos ein und stellt absolut keine Schwäche dar in Relation zu seinem Vorgänger „Pasi Rantanen“. Seine Stimme klingt noch etwas rotziger und rockiger, was der Musik auch zugute kommt. Im Refrain drosselt man das Tempo aber dann doch schon relativ deutlich und so befindet man sich nun im Midtempobereich. Allerdings stört das nicht wirklich, da mir Songs mit einigen Tempowechseln definitiv zusagen. Der Refrain klingt allgemein eher ruhig und stellt daher einen krassen Kontrast zu den Strophen dar. Diese Art von Vielfalt gefällt mir und der Refrain ist trotz ruhigerer Atmosphäre ein richtiger Kracher. Auch im Mittelteil verzichtet die Band nicht auf die elektronischen Sounds, doch diese werden relativ bald von einem knackigen Solo abgelöst, woraufhin noch mal ein netter Gesangspart von Rick Altzi folgt. Der letzte Refrain wird von ruhigen Pianoklängen und einem gefühlvollen Rick Altzi eingeleitet. Der Refrain selbst wird vorerst auch nur balladesk präsentiert, was mir absolut gefällt. Natürlich setzen dann auch wieder Drums ein und lassen den Refrain noch mal schön aufgehen.


„Dirt Metal“ beschreibt sich schon ganz gut von selbst, aber dennoch möchte ich ein paar Takte zu diesem Song verlieren. In sachen Tempo befindet man sich erneut im angehobenen Bereich und Rick Altzi klingt richtig schön dreckig mit seiner Stimme. Genau das passt einfach perfekt zu diesem Song. In der Bridge wird das Tempo kurz gedrosselt, um dann im Refrain wieder das Tempo der Strophen anzunehmen. Dieser zeigt auch ganz klar, dass „I Almighty“ nicht das Maß aller Dinge ist auf diesem Album. Der Titeltrack setzt nämlich noch einen drauf und besicht mit seinem verdammt starken Refrain. Im Mittelteil schmettert der gute Nino natürlich auch noch ein schönes Solo rein und leitet den letzten Chorus ein, der vor allem live gut ankommen dürfte. Eine Art Hymne an den Metal!


Der nächste Song beginnt relativ ungewöhnlich für Thunderstone Verhältnisse. „Blood that I bleed“ startet zwar mit knackigen Riffs, wie man sie von der Band kennt, doch im Hintergrund wird das Ganze von Pianoklängen begleitet, was doch schon sehr einzigartig klingt. Mir gefällt es absolut. In den Strophen schlägt dann aber doch wieder die typische Thunderstone Manier zu, während die Bridge mich ein wenig an den Anfang von „I Almighty“ erinnert, da die elektronischen Sounds relativ ähnlich klingen. Der Refrain klingt etwas poppig, was ich keineswegs negativ meine. Im Solopart klingt das Gesamtpaket aber wieder richtig schön rotzig, wie es sich für einen Thunderstone Song einfach gehört.


„Star“ war seinerzeit der erste neue Song, der von der Band vorgestellt wurde. Jener klingt vor allem in den Strophen ziemlich stark nach Thrash Metal und diese Facette kannte ich persönlich von Thunderstone noch nicht. Aber die Härte gefällt mir hier absolut, zumal der Refrain im Kontrast wieder komplett anders klingt, ziemlich groovig! Da kann man einfach nicht meckern, Thunderstone haben hier einiges probiert und haben sich nicht auf typische Songstrukturen verlassen. Auch der Mittelpart ist richtig genial geworden. Hier zeigt sich endlich mal, dass auch der Mann hinter den Tasten ordentlich was auf dem Kasten hat. Das Keyboardsolo besticht vor allem durch seine Vielfalt und sollte Fans begeistern. Folglich bekommt man noch einen kleinen Part serviert, wo Altzi’s Stimme ziemlich stark verzerrt wurde und ein wenig an Growls erinnert. Starker Song!


Mit „Ghost of Youth“ bekommen wir dann einen richtigen Midtempo Stampfer auf die Ohren.


Der Song beginnt zwar noch relativ zügig, doch schon in der ersten Strophe geht das Tempo deutlich runter, die Atmosphäre ist sehr ruhig, bis die doch sehr energische Bridge einsetzt, die mir richtig gut gefällt, weil sie sich in 2 Parts spaltet, wobei der 2. das Tempo kurzzeitig noch mal anhebt. Der Refrain umschreibt dann perfekt die Wortkombination „Midtempo Stampfer“, da er sozusagen richtig schön vor sich her stampft. Im Chorus gibt’s außerdem auch relativ starken Backgroundgesang, der die leicht düstere Atmosphäre richtig gut unterstreicht. Zum Solopart gibt es eigentlich nicht viel zu sagen, die Instrumentalisten verstehen ihr Werk einfach, Keyboard und Gitarre werden erneut perfekt miteinander kombiniert, ohne dabei überladen zu klingen.


„Counting Hours“ ist wohl der unspektakulärste Song der Platte. Die Strophen sind sehr ruhig angehaucht, wobei der Refrain doch schon etwas energischer klingt. Der Song ist ganz klar auf Rick’s Stimme fokussiert, was ich prinzipiell auch gut finde. Dennoch fehlt hier etwas besonderes, denn nicht mal der Mittelpart weiß großartig zu überzeugen. Der Song ist zwar absolut solide und stellt auch keinen „Skip-Song“ dar, doch fällt er hinter dem Rest etwas zurück.


Bei Song 8 angekommen, kann ich direkt vorwegnehmen, dass wir hier das absolute Highlight des Albums hören. „Dodge the Bullet“ ist der stärkste Song, den diese Band jemals hervorgebracht hat. Schön ballernder Kickstart, fette Riffs, so muss das! Die Strophen sind zwar verzerrt, klingen aber dennoch ziemlich aggressiv, was sie nicht zuletzt den Riffs zu verdanken haben. Auch der elektronische Sound des Keyboards passt hier wie die Faust aufs Auge. Die Bridge klingt ebenfalls sehr aggressiv und leitet einen richtigen Kracherrefrain ein. Dieser befindet sich im angehobenen Midtempobereich. Hier finde ich eigentlich gar nicht die richtifen Worte. Rick Altzi glänzt mit seiner bärenstarken Stimme und die Melodie bleibt einfach sofort im Ohr hängen. Auch das Solo klingt richtig genial und nimmt mal etwas mehr Fahrt auf. Der Keyboardsound erinnert ein wenig an Sonata Arctica, doch es wird eher in Thunderstone Manier eingesetzt, was man auch deutlich merkt. Nachdem man wieder die elektronischen Sounds zu hören bekommt, wird es kurz ruhig und die starke Bridge setzt ein, die den letzten Refrain einleitet. Hier punkten Thunderstone an allen Kanten und Ecken!


„Deadlights“ stellt sozusagen den 2. Midtempostampfer dar, wobei mir dieser noch besser gefällt als „Ghost of Youth“. Die Strophen haben eine leicht düstere Atmosphäre vorzuweisen, was sich auch auf den Refrain niederschlägt, der aber sehr melodisch klingt. Einen Solopart gibt es hier leider gar nicht, was aber nicht großartig stört, da der Song in seiner knapp bemessenen Spielzeit einfach alles richtig macht. In der Bridge gibt Altzi auch alles und zeigt erneut, was für ein begnadeter Sänger er doch ist. Der letzte Refrain ist etwas abgewandelt und lässt den Song perfekt ausklingen.


Geht man aber nun davon aus, dass eigentlich mal wieder ein Uptempo Song folgen müsste, so liegt man falsch. Auch „At the feet of fools“ befindet sich im Midtempo Bereich. Hier fallen erneut wieder die elektronischen Keyboardsounds auf, die zum Gesamtkonzept des Albums aber einfach passen. Die Strophen sind zwar noch etwas angehoben, doch schon im Refrain drückt man auf die Bremse. Jener klingt ein wenig orientalisch angehaucht, was mir aber sehr gut gefällt. Im Mittelteil wird’s dann aber erst so richtig orientalisch mit einem netten Sample. Das Keyboardsolo, welches folgt, ist definitiv das stärkste, was dieses Album zu bieten hat. Der Song macht allgemein Spaß, auch wenn er wieder „nur“ im Midtempo Bereich wandert. Ändert nichts daran, dass die Ideen der Band goldrichtig sind.


Zum Abschluss bekommen wir sogar noch einen Longtrack serviert mit „Suffering Song“. Allerdings ist dieser leider Gottes überhaupt nicht erwähnenswert, da er von Anfang bis Ende total belanglos und langweilig ist. Ich weiß nicht, was sich die Band dabei gedacht hat und ob sie damit nur die Spielzeit strecken wollte, aber an keiner Stelle blitzt hier auch nur annähernd die Genialität der vorangegangenen Songs auf. Sicher gibt es noch tausend schlechtere Songs, doch dem Niveau dieses Albums wird dieser Song einfach überhaupt nicht gerecht…


Dennoch kann ich letztlich ein absolut positives Fazit ziehen, da sich die Jungs auch mit neuen Lineup nicht verschlechtert haben. Im Gegenteil würde ich sogar behaupten! Meines Erachtens nach liegt „Dirt Metal“ sogar knapp vom starken Vorgänger „Evolution 4.0“, was nicht zuletzt an der Vielfalt innerhalb der Songs liegt. Das Grundgerüst klingt auch etwas heavier und auch die Stimme des neuen Sängers Rick Altzi ist einfach rotziger und passt sogar noch besser zu dem Style von Thunderstone. Mit „Dodge the Bullet“ haben sich Thunderstone meiner Meinung nach auch selbst ein Denkmal geschlagen, weil der Song einfach Perfektion pur ist. Alles in allem sollten Fans der Band alles andere als enttäuscht sein und auch Neulinge sollten definitiv ein Ohr riskieren oder auch 2. :-)

 


Nach oben








Kommentar zu dieser Seite hinzufügen:
Dein Name:
Deine Nachricht: