Audiovision - Focus
AUDIOVISION - Focus
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Audiovision wurde im Jahre 2003 zuerst als Solo-Projekt von Ex-Narnia Sänger Christian Liljegren gegründet, aber nach dem relativ großen Erfolg vom Debüt „The Calling“, welches viele Gäste beinhaltete, wurde daraus im Jahre 2009 eine feste Band. Folglich wurde das Zweitwerk Focus aufgenommen, welches sich vor allem am Hard Rock orientiert. Nachdem sich Narnia nun endgültig aufgelöst haben, könnte das unter Umständen ein Wehrmutstropfen für Fans der Band sein, da Focus eine ähnliche Richtung anstrebt, wie das letzte Werk von Narnia. Zwar ist das Ganze nicht so druckvoll und heavy, aber dennoch lassen sich die Parallelen nicht weg lügen.
Ich möchte gleich mal vorwegnehmen, dass „Focus“ nicht direkt nach dem ersten Durchlauf zündet und seine ganze Kraft entfalten kann, obgleich sich das Album doch relativ simpel gestaltet. Die Message dürfte hier „Weniger ist mehr“ lauten, was absolut positiv gemeint ist. Dennoch erschließen sich nicht alle Songs sofort und erfordern teilweise mehrere Rotationen, um voll dahinter zu kommen. So dachte ich bei Durchlauf Numero 1 noch „Relativ belanglos“, aber komischerweise kamen mir im Anschluss immer wieder die Melodien von diversen Songs des Albums ins Ohr und daraus resultierte, dass ich das Album erneut hören wollte. „Invitation“ geht direkt in die Vollen und offenbart an allen Kanten und Ecken die Stärken des charismatischen Sängers Christian Liljegren, der ja immer gern ein bisschen „rotzig“ klingt, was diesem Musikstil absolut zugute kommt. Die Lyrics sind hier simpel, was sich aber größtenteils auf dem kompletten Album widerspiegelt. Dennoch macht es einfach Spaß, diesen Song wirken zu lassen, da er mit seiner simplen Struktur den Nagel auf den Kopf trifft.
„Keep the fire burning“ macht genau da weiter, wo „Invitation“ aufgehört hat, auch wenn das Tempo minimal gedrosselt wurde. Jedenfalls legt es die Band ganz klar darauf an, Mitgrölhymnen auf den Hörer loszulassen, da sich die Refrains relativ einfach gestalten und eben zum mitgrölen animieren. Wider Erwarten offenbart sich auf dem Album aber auch mal ein etwas progressiver Einschlag mit der Nummer „The son will come“. Strukturell hat sich nicht viel verändert, aber vor allem textlich und tempomäßig hat sich hier was getan. Den Song kann man gut und gerne als Midtempostampfer beschreiben und lyrisch finde ich ihn ebenfalls recht ansprechend. Stellenweise erinnert mich das Keyboardgeplänkel an Ayreon’s „The Human Equation“. Ein richtig starker Titel, der sofort im Ohr hängen bleibt und das bisherige Highlight darstellt. Allerdings steht „You are the reason“ dem Vorgänger in nichts nach und überzeugt vor allem mit gut arrangiertem Backgroundgesang im Refrain.
Leider soll es aber auch auf diesem Album eine klare Schwäche geben und das ist mehr als nur deutlich die erste Ballade. „Fruit of Love“ gefällt mir als Titel an sich ja schon nicht wirklich gut, aber was musikalisch geboten wird, geht mir tierisch auf den Zeiger. Sänger Christian mutiert zu einem Gefühlstriefenden Schmusesänger und in der Form, wie er es hier zelebriert, kann man einfach keinen Gefallen daran finden…Grausam kitschig und absolut öde waren die Worte die mir zu diesem Song als erstes in den Kopf schossen. Von daher gehört dieser Song auch jetzt noch zu jenen, die man getrost überspringen kann, um sich wieder der Sonnenseite des Albums zu widmen. Mit „We will go“ hat man auch eine perfekte Hymne für dieses Album geschaffen, die eine Hommage an den König des Rock’n Rolls sein soll. Vor allem die starken Gitarrensoli wissen hier zu überzeugen und zeigen einmal mehr, dass die Jungs durchaus was drauf haben. Auch hier zeigt sich wieder, wie simpel die Message des Albums eigentlich ist, aber genau das kommt dem Werk auch zugute, da es einfach Spaß macht, die Songs zu hören.
Natürlich gibt es zum Schluss auch noch eine zweite Ballade, aber hier wird alles besser gemacht. Christian Liljegren zeigt sein Gefühl auf eine andere und vor allem bessere Art und Weise. Ruhig angehauchte Strophen und ein sehr schöner Refrain. Auch hier gefallen mir die Lyrics außerordentlich gut, was ich gerade deshalb so betone, da sich die Texte wie bereits erwähnt größtenteils sehr simpel darstellen. Zum Abschluss des Albums wartet mit dem Titeltrack ein Instrumental auf den Hörer. Leider empfinde ich dieses als sehr belanglos und langweilig. Hätte man sich meiner Meinung nach sparen können, aber gut.
Letztlich haben Audiovision mit „Focus“ ein sehr gutes Werk vorgelegt, dass vor allem Fans des Hard Rock Bereichs durchaus gefallen sollte. Auch Narnia-Fans sollten hier definitiv mal reinhören und werden evtl. auch nicht enttäuscht sein. Erwartet nach dem ersten Durchlauf noch nicht zu viel, aber gebt dem Ganzen eine Chance, da es sich durchaus steigern kann. Mich hat es nach mehreren Durchläufen positiv überrascht und stellt somit auch eine meiner persönlichen Überraschungen des Jahres 2010 dar.
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