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Avantasia - Angel of Babylon

AVANTASIA - Angel of Babylon

Stil: Power Metal
Label: Nuclear Blast Records
Songanzahl: 11 Songs
Webseite:

http://www.tobiassammet.com

Wertung: 12/15
Reviewer: Nicolas



 

Das Album beginnt mit dem längsten Stück beider Alben namens "Stargazers" . Eingeleitet durch ein stimmungsvolles Intro in dem sich Jorn Lande ( Masterplan, Jorn ) und Tobias Sammet abwechseln, knallt der Song nach ca. 1:30 min mit einem kraftvollen "Take me away!" von Lande in bester Power Metal-Manier los und fesselt sofort. Eine treibende Double-Bass sowie genialer Gesang von Sammet und Lande tragen die Strophen, im Refrain sorgt ein glänzend aufgelegter Michael Kiske für Ohr-gasmen allererster Güte. Zu Ende sorgt dann noch ein von der Atmosphäre her eher düsterer Teil für eine angenehme Überraschung und bildet ein glanzvolles Ende für einen der besten Album-Einstiege der letzten Zeit.

"Angel of Babylon" startet mit einem markanten Keyboard und zeigt sich - ebenso wie "Stargazers" - als treibender Power Metal - Song mit Ohrwurm-Qualitäten. Sammet zeigt jetzt schon, dass er - der aktuellen Edguy-Entwicklung zum Trotz - immer noch geniale Hymnen im Geiste früherer Zeiten schreiben kann. Und weiter geht die wilde Fahrt mit " Your love is evil ", eine eher dem Hard Rock zuzuschreibende Nummer mit gefälligem 80er-Flair. Wo bei Edguy solche "Rückfälle" Sammets eher kritisch gesehen werden, kann ihm bei diesem Song nichts vorwerfen - geht gut in's Ohr und macht Spaß. "Death is just a feeling" ist neben "Stargazers" ein eindeutiger Höhepunkt des Albums, was wohl größtenteils dem Auftritt von Jon Oliva ( Savatage, Jon Oliva's Pain ) zuzuschreiben ist. So genial hat bisher noch kaum einer die Rolle des leicht irren Bösewichts verkörpert, für mich hat Oliva sogar den direkten Vergleich mit dem Altmeister Alice Cooper für sich entschieden. Ein schön düsterer Rocker mit eindeutigen Qualitäten. Zu "Rat Race" bleibt mir bloß zu sagen : Power Metal as it's best. Energiegeladen und durch die Instrumente nach vorne getrieben liefern Sammet und Lande hier einen erstklassigen Song ab. Mit "Down in the Dark" wird wieder zum Rock gewechselt, was keinesfalls negativ zu bewerten ist. Eher im Mid-Tempo angesiedelt, weiß der Song mit einem göttlichen Jorn Lande und einem Chor im Refrain zu überzeugen.

"Blowing out the flame" lässt die Begeisterungskurve allerdings erstmal sinken - hier sei jedem seine eigene Bewertung nahegelegt. Meine Meinung dazu : Ein an für sich akzeptable Ballade, die allerdings deutlich zu kitschig ausgefallen ist. Wenn man nichts gegen Kitsch hat, kann man's mögen.
Die Kurve muss leider auch weiter im niedrigen Bereich verlaufen, denn "Symphony of Life" überrascht, und das nicht zwingend positiv, zunächst mit verzerrtem Keyboard und düsteren Gitarren. Cloudy Yangs Auftritt zeigt sich nach mehrmaligem Auftritt als durchaus interessantes und vor allem NICHT als schlechter Song, der aber so in dieser Form nicht zu Avantasia passt. Meiner Meinung nach ist "Symphony of Life" hier deplatziert.

"Alone I remember" startet mit einem Bass - Solo und könnte in der Form eigentlich direkt vom letzten Edguy-Werk "Tinnitus Sanctus" stammen - hier sei wieder jedem sein eigenes Urteil nahegelegt. Mir persönlich gefällt dieser Stilwandel zum Rock hin nicht unbedingt gut, wer aber nichts dagegen hat, wird mit "Alone I remember" glücklich, was auch dem griffigen Refrain zu verdanken ist.

Wer die Lost in Space EP Part II gekauft hat, der kennt auch schon "Promised Land". Einziger Unterschied : Kiske ist nicht dabei. Ein wirklich guter Song, der viel Spaß macht und sich auch im Kopf festsetzt, nur frage ich mich : Warum die Neuauflage? Der Sinn des Ganzen erschließt sich mir nicht wirklich. Dennoch : ein super Lied.
"Journey to Arcadia" musste ich erst ein,zwei Mal hören,bevor ich es wirklich mochte - es ist weder Ballade noch wirklicher Mid-Tempo-Rocker . Der Zwischenteil mit dem ersten Einsatz des Chores hatte mich zunächst immens abgeschreckt, aber mittlerweile gefällt mir der Song recht gut. Dennoch ist er meiner Meinung nach etwas zu sehr in die Länge gezogen - 4 Minuten anstelle von über 7 Minuten hätten es auch getan.

Als Fazit lässt sich sagen, dass Sammet hier konsequent die Linie von "The Scarecrow" weiterführt. Bis auf diverse kleine Störfaktoren gefällt mir die gesamte Scheibe sehr und ist daher auch eine eindeutige Kaufempfehlung für alle Liebhaber von Power/Heavy Metal und Fans von Avantasia und Edguy, am besten im Doppelpack mit dem brillanten Album "The wicked Symphony".

 


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