Black Sabbath - Heaven and Hell
BLACK SABBATH - Heaven and Hell
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Black Sabbath gelten als Erfinder des Heavy Metals. Die Ende der 60er gegründete Band, die in den 70ern ihre größten Erfolge feierte, ist definitiv eine Legende. Sie haben Millionen von Alben verkauft und genau so viele Menschen und anderen Musikern beeinflusst und ihre Songs werden heute noch oft gecovert. Aber wie bei jeder anderen Band auch gab es bei Sabbath Höhen und Tiefen. Machen wir doch eine kleine Zeitreise ins Ende der 70er. Um genau zu sein schreiben wir das Jahr 1979. Die letzten beiden Alben der Band waren mehr als dürftig. Sie leidet unter dem Drogenkonsum der Mitglieder. Besonders Ozzy, der die Band 1978 schon mal für ein paar Monate verlassen hat, übertreibt es immer und immer mehr. Das zeigt sich auch bei den Shows. Rehearsels fanden schon gar nicht mehr statt weil die einzelnen Mitglieder so dicht und stoned waren, das jeder etwas anderes gespielt hat und ein Zusammenspiel nicht möglich war. Von Albumaufnahmen ganz zu schweigen. Irgendwann wurde Tony Iommi, Gitarrist und treibende Kraft hinter der Band, das ganze dann zu bunt und er feuerte Ozzy Osbourne entgültig. Nun brauchte man einen neuen Sänger. Sharon Arden (welche später Ozzy Osbourne heiraten sollte und zu Sharon Osbourne wurde), Tochter des Bandmanagers Don Arden, schlug vor, das man den ehemaligen „Elf“ und „Rainbow“ Sänger Ronnie James Dio in die Band holen sollte (was aus heutiger sicht sehr ironisch ist). Ab Juni diesen Jahres war Dio dann auch offiziell Ozzys Nachfolger.
Und mit Dio änderte sich viel. Im Gegensatz zu Ozzys dünner Stimme (ganz ehrlich, Ozzy war NIE ein guter Sänger. Seine Stimme hat Wiedererkennungswert, aber gesangstechnisch gesehen war Ozzy von allen Sabbath Sängern mit Abstand der schlechteste) war Dios Stimme sehr kraftvoll, konnte sehr brachial aber auch sehr sanft sein und verlieh den Songs noch mal extra Biss. Dio schrieb im Gegensatz zu Ozzy, der zu Sabbaths Musik eigentlich nicht viel beigetragen hat und sich seine Texte immer vom Bassisten Geezer Butler schreiben lies, seine eigenen Songs. Dio sang ÜBER die Riffs im Gegensatz zu Ozzy, der eigentlich immer mit den Riffs mitsang wie bei Iron Man. Dio war viel professioneller als Ozzy es je war. Es wehte wieder frischer Wind im Hause Sabbath und so nahm die Band im Winter 1979 das Album „Heaven and Hell“ auf. Kann Black Sabbath mit neuem Sänger and die Erfolge der 70er anknüpfen?
Der Sound war anders als alles, was Sabbath davor gemacht hatte und deutlich von der New Wave of British Heavy Metal beeinflusst. So startet das Album mit dem ziemlich flotten „Neon Nights“. Der Song entwickelte sich schon bald zum Fan Favourite und wird von der Band, wenn sie nicht gerade mit Ozzy Osbourne unterwegs ist, bis heute noch gespielt. Auch die Lyrics änderten sich und Drachen und Magier hielten Einzug in die Songs von Black Sabbath. Dio ist hier absolut auf der Höhe. Weiter geht es mit dem epischen und düsteren Mid Tempo Song „Children of the Sea“ welcher ruhig mit einer akustischen Gitarre beginnt. Auch hier hat sich die Band selbst übertroffen. Besonders der Refrain sticht hervor. Der Dritte Song heißt „Lady Evil“ und hat einen dunkel- aufwühlenden Strofen- Part, der in einem typischen 70er Jahre Rock-Refrain gipfelt. Auch hier erzeugt Dio eine geheimnisvolle, düstere Stimmung. Aber der Titelrtrack, die Hymne „Heaven and Hell“, stellt alles andere in den Schatten. Ein Geniestreich. Der Song beginnt mit einem markanten Riff, wird aber in den Strophen vom wummernden Bass und Dio’s göttlicher Stimme getragen. Erst in der zweiten Strophe kommt die Gitarre atmosphärisch im Hintergrund dazu. Zum Ende hin drückt die Band noch mal richtig aufs Gaspedal. Dio selbst sagt, das dieser Song der beste ist, denn er je aufgenommen hat. Und ich kann ihm da nur zustimmen.
„Wishing Well“ ist ein sehr groviger Song und ein eingängiger Rocker, der zum mitsingen und mitwippen anregt. Und ich kann Ronnie James Dio nicht genug loben. Der Mann gehört zu den ganz großen im Metal. „Die Young“ beginnt mit einem ruhigen Keyboard Intro und einem Gitarrensolo von Toni Iommi. Als dann der Main-Riff einsetzt legt die Band wieder einen Zahn zu und wird gegen Ende immer schneller. Tony Iommi zeigt hier einmal mehr warum er in der ersten Liga der Gitarristen spielt und wieso er als „Riff-Monster“ bezeichnet wird. Wishing Well ist ein locker-flockiger Rocker der auch wieder leicht ins Ohr geht, aber mit dem restlichen Material nicht ganz mithalten kann. Das Album endet dann mit einem großen Knall in Form von „Lonely is the World“. Ein Mid-Tempo Kracher mit genialem Riff, wunderbaren Lyrics und phänomenalem Refrain. Ein würdiger Abschluss.
Also, ist das Experiment Black Sabbath mit Ronnie James Dio gelungen? Und wie! Die Band zeigt sich hier so frisch und inspiriert wie seit Jahren nicht mehr. Das Album gehört zu den erfolgreichsten der Band gilt heute als absoluter Klassiker. Was Tony Iommi, Ronnie James Dio, Geezer Butler, Bill Ward und Geoff Nicholls da geschafft haben, ist sehr beeindruckend. Iommis Gitarrenkunst und die schon immer geniale Rhythmussektion bestehen aus Geezer Butler und Bill ward zusammen mit Dios Stimme. Das ist die Macht! Und alle die, die sagen das Sabbath 1979 gestorben sei, sollten mal ihr gehört untersuchen lassen. Heaven and Hell steht den anderen Sabbath Alben in nichts nach, und wenn ich die Wahl zwischen Heaven and Hell und irgendeinem anderen Album der Ozzy-Era hätte, würde ich immer Heaven und Hell nehmen.
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