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Crematory - Infinity

CREMATORY - Infinity

Stil: Gothic/Death Metal
Label: Massacre Records
Songanzahl: 10 Songs
Webseite:

http://www.crematory.de/

Wertung: 9,5/15
Reviewer: Sonata



 

Denkt man an die deutsche Gothic Metal Szene, so kommt man an einer Band nicht vorbei. Richtig, Crematory natürlich! Mit kurzer Schaffenspause existiert diese gute Band nunmehr schon seit 19 Jahren und sich mit solch einem Genre so lang über Wasser zu halten, will schon was heißen. Mit Alben wie „Believe“ oder „Revolution“ konnte man definitiv ein Ausrufezeichen setzen und die Erwartungen wurden somit auch immer höher. Auch das deutschsprachige Album „Klagebilder“ erwies sich als sehr angenehm und zeigte uns auf, dass auch Metal-Bands noch gute deutsche Texte verfassen können. Seit dem 29. Januar steht nun das neue Werk „Infinity“ in den Läden und im Voraus gab es schon so eine große Nachfrage und einige Vorbestellungen, dass der Release sogar vorgezogen wurde, denn ursprünglich sollte „Infinity“ erst Anfang Februar erscheinen.
Als bekennender Fan der Band stellte ich mir nach „Pray“ natürlich die Frage, ob man weiterhin die etwas härtere und düstere Schiene fährt, die weniger Keyboardlastig ist, oder ob man wieder mehr Melodie mit reinbringt und sich eher „Revolution“ annähert, welches ja an einigen Stellen schon elektronische Einflüsse erkennen ließ.

Der Titeltrack hätte auch durchaus seinen Platz auf dem letzten Werk finden können und ist von der Atmosphäre her auf demselben Level. Was allerdings auffällt, ist die Tatsache, dass Matze wieder mehr eingebunden wurde und häufiger zum Einsatz kommt, als es noch auf „Pray“ der Fall war. So wirkt „Infinity“ im Allgemeinen melodischer und homogener, da sich Felix und Matze einfach perfekt ergänzen, wie es mir schon auf „Klagebilder“ damals sehr gut gefallen hat. Etwas skeptisch war ich vor dem ersten Durchlauf, als ich gelesen habe, dass Crematory eine Coverversion von Depeche Mode’s „Black Celebration“ aufgenommen haben, da mir diese Band ehrlich gesagt nicht zusagt. Ehrlicherweise muss ich dann auch gestehen, dass der Song mir nicht wirklich zusagt. Er kommt einfach zu belanglos rüber und geht vollkommen an mir vorbei. Matze kann dort seinen charismatischen Gesang nicht vernünftig zum Vorschein bringen und Crematory können bei hier allgemein nicht wirklich ihre Stärken ausspielen. Da wäre mir ein weiterer Song aus der eigenen Feder lieber gewesen.

Mit „Broken Halo“ gibt’s auch diesmal wieder eine sehr atmosphärische und düster angehauchte Ballade, die den Hörer in eine andere Welt ziehen kann, insofern man sich darauf einlässt. Gefällt mir wieder sehr gut, wie Crematory das umgesetzt haben und Matzes Gesang weiß einfach zu überzeugen bei Tracks wie diesem.
Auch wenn die Balance zwischen Felix’ Gegrunze und Matzes Gesang wieder eher zum Vorschein kommt, so gibt es erneut einen Song, wo nur Felix auf gut Deutsch die Sau rauslassen kann. Es handelt sich dabei um „A story about“, einem Song, der im Refrain von einer ohrwurmverdächtigen Melodie getragen wird. Bei diesem Titel ergänzt das Keyboard quasi den Gesang von Matze, da es sehr gut in Szene gesetzt wird. Definitiv einer der stärksten Songs auf dem Album.

Und auch diesmal findet man mal wieder einen deutschen Track vor, der sich „Auf der Flucht“ schimpft. Er bildet auch gleichzeitig den Abschluss für dieses Album. Es handelt sich dabei auch ganz klar um den melodischsten Song des Albums und Matze kann noch mal unter Beweis stellen, was er in all den Jahren gesangstechnisch so gelernt hat. Außerdem erinnert mich der Titel auch sehr stark an „Kaltes Feuer“ vom „Klabebilder“ Album.
Alles in allem wirkt „Infinity“ stärker und vor allem homogener, als „Pray“, aber auch hier fehlt mir irgendwie der letzte Feinschliff. Die absoluten Hits bleiben leider auch diesmal aus, auch wenn es nur einen Song gibt, der mir gar nicht zusagt. Dennoch vermisse ich diese richtig fetten Highlights wie „Open your eyes“ oder „Hoffnungen“, die für mich in Sachen Crematory einfach das Maß aller Dinge sind. „Revolution“ und „Klagebilder“ bleiben nach wie vor unübertroffen, auch wenn ich mir mit „Infinity“ große Hoffnungen gemacht habe. Ich will nicht sagen, dass es eine schwache Platte ist, aber es fehlt einfach nach wie vor das gewisse Etwas, dass die eben genannten Alben dieser Band ausgezeichnet hat. Als Fan der Band wird man aber definitiv wieder nicht drum herum kommen, sich auch dieses Album zuzulegen. Für Einsteiger empfehle ich aber ganz klar immer noch „Revolution“.

 


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