Crystallion-Hattin
CRYSTALLION - Hattin
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Das zweite Studioalbum der Power-Metaller aus Bayern macht auf den ersten Blick einen guten Eindruck – Schönes Cover mit einem Tempelritter drauf, Konzept über die Schlacht von Hattin im Jahre 1187, bei welcher die Kreuzritter vernichtend von den Sarazenen geschlagen wurden. So weit, so gut.
Zuerst möchte ich etwas zu dem konzeptionellen Hintergrund sagen.
Um das Jahr 1187 herrschte zwar Waffenstillstand zwischen den Kreuzrittern und den Sarazenen, dennoch maßte sich ein arroganter Templer mit dem Namen Raynauld de Chatillon an, muslimische Karavanen zu überfallen und auszuplündern. Daraufhin schwor Sultan Saladin, der damalige Sarazenen-Anführer, Rache. Nachdem der König Jerusalems, Guido de Lusignon, eine Auslieferung Raynaulds und eine Wiedergutmachung abgelehnt hatte, zog Saladin fast 20.000 Mann am See Genezareth zusammen und belagerte die Festung Tiberias. Der Hauptteil der Kreuzritterarmee befand sich in Akkon, doch Raimund von Tripolis, ebenso ein hoher Templer, sprach sich gegen einen Marsch gegen die Sarazenen im Hochsommer aus. Guido jedoch ordnete den Angriff an, damit die Kreuzritter und er nicht als Feiglinge dastehen würden.
Von Anfang an des Marsches setzten jedoch muslimische Reiter der Armee zu, die sie von den Felsen und ihren Pferden aus mit Pfeilhageln eindeckten.
Als die Templer dann, am 4. Juli, einen Ausfall in Richtung des Sees versuchten, war die Schlacht fast schon vorbei. Die Muslime hatten Büsche angezündet, und als die Christen aus dem Rauch herauskam, waren sie schon sehr erschöpft. Sie wurden von Saladins Truppen stark dezimiert, nur wenige konnten fliehen.
Der König zog sich mit den verbleibenden Truppen auf die Südspitze der Hörner von Hattin zurück und ließ dort sein Zelt errichten. Nach mehreren heftigen Angriffs- und Entlastungswellen, die von den noch diszipliniert kämpfenden Ordensrittern, allen voran von den „lebenden Toten“, an Lepra erkrankten Rittern des Lazarusordens, geführt wurden, fiel gegen Mittag das Zelt und das Banner des Königs unter einem gemeinsamen Ansturm aller Truppenverbände Saladins. König Guido selbst und die noch verbliebenen Ritter, unter ihnen der Großmeister der Templer, Gérard de Ridefort, wurden völlig erschöpft gefangengenommen.
Saladin persönlich reichte König Guido Wasser als Zeichen, dass er ihm kein Leid zufügen würde. Der König und Großmeister Ridefort wurden als Geiseln genommen. Raynauld de Chatillon ließ er (nach muslimischer Quelle eigenhändig) enthaupten, so wie alle anderen überlebenden Ordensritter hingerichtet wurden. Nur etwa 20 christliche Ritter hatten sich der Schlacht am Ende durch Flucht entziehen können.
Soviel zum geschichtlichen Hintergrund, woraus sich durchaus ein gutes Power Metal-Album stricken lässt. Und genau das haben Crystallion getan. Eingeleitet wird das Album mit dem orchestralen Intro ''The Ambush'' (Der Hinterhalt).
Doch dann geht es voll auf die Zwölf: Auf ''Wings of Thunder'' kommen die Bayern aus den Lautsprechern. Fette Gitarren, gepaart mit schön viel Doublebass und ausgezeichnetem Gesang von Thomas Strübler. Das nächste Stück, ''Vanishing Glory'', fällt nicht weniger ab und haut in die gleiche Spalte wie der Opener. Anschließend kommt das etwas schwächere ''Under Siege'', welches zwar ein großartiger Song ist und für das Konzept wichtig ist, jedoch ein wenig belanglos.
Die Nummern 5, 6 und 7 sind dann die absoluten Highlights: Zusammen bilden die die ''The Battle''-Trilogie und sind alle drei perfekte Speed Power-Songs, wobei ''Onward'' am besten ist. Allein der Slogan ''Christian Knights must show no Fear'' bohrt sich ins Ohr, den Song summt man noch Tagelang vor sich her.
Abschließend kommt das balladesk anfangende ''Preach with an Iron Tongue'', welches sich nach 2 Minuten jedoch zu einem Power-Kracher allererster Güte entwickelt. Mit 11 Minuten ein sehr langer Song, bei dem jedoch jede Sekunde spannend ist und kein Teil überflüssig wirkt, besonders schön ist die 1-Minütige Instrumentalpassage in der Mitte des Lieds. Beendet wird das Album dann mit einem gesungenen Rückblick von Raimund von Tripolis, welcher fast schon zu Tränen rührt, wenn man das gesamte Album am Stück durchgehört hat. Und das ist absolut Pflicht!
Alles in allem ein großartiges Album, welches seinesgleichen sucht. Crystallion stehen ihren offensichtlichen Vorbildern Iron Maiden, Edguy, Gamma Ray, Helloween, in nichts nach und haben hier ein Album zusammengezimmert, das ich als Power Metal-Fan als das Beste bezeichnen würde, was ich je gehört habe. Doch das ist nur meine persönliche Meinung, allen Power- und Heavy Metal Fans kann ich dieses Album jedoch nur empfehlen!
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