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Derdian - New Era Pt.3 - The Apocalypse

DERDIAN - New Era Part 3 - The Apocalypse

Stil: Power Metal
Label: Magna Carta Records
Songanzahl: 13 Songs
Webseite:

http://www.derdian.com/

Wertung: 9,5/15
Reviewer: Steelbound



 

Derdian – wenn man Freunde fragt, ob sie die Band kennen kommt meistens 'Nein' oder 'Schon mal gehört'. Das ist teils aber auch verständlich – die italienischen Symphonic Power Metaller spielen Musik, die sich stark an die von Rhapsody of Fire anlehnt und ein wenig in der Masse der italienischen Bands untergeht. Das ist aber sehr schade, da die Band mit dem letzten Album ''New Era Pt.2 – War of the Gods'' doch ein sehr starkes Werk vorlegte. Auch die Promotions-Arbeit der Band ist nicht schlecht – Sämtliche ihrer Songs des 'New Era Pt.2'-Albums sind (von der Band selber hochgeladen!) auf Youtube sowie auf Last.fm in guter Qualität zu hören – auch ich wurde über Youtube auf die Band aufmerksam.
Die Band erzählt mit ihren Alben eine wirklich sehr liebevoll erstellte und vor allem epische Geschichte, die sich um das Land Derdian und seine Bewohner dreht. Die Geschichte startete mit dem Album ''New Era Pt.1'', wurde fortgesetzt mit ''New Era Pt.2 – War of the Gods'' und findet nun, soweit ich das feststellen kann, sein Finale in ''New Era Pt.3 – The Apocalypse''.
Und wie es sich für bombastischen Power Metal gehört, besitzt das Album auch ein bombastisches Intro. Das nennt sich ''Preludio'' – einfallsreich – und ist doch gar nicht so bombastisch ausgefallen, wie ich es vermutet hatte. Es wird zwar von Keyboards dominiert, aber auch eine melodische und solierende Gitarre steigt mit ein. Leider fällt hier schon etwas auf, bei allen Songs auffällt – der Sound beziehungsweise die Produktion ist etwas schwach auf der Brust. Das klingt alles etwas nach Handy-Sound. Nicht viel, aber es hätte besser sein können. Denkt man an ''New Era Pt. 2'', dort war der Sound richtig fett und ausgeglichen. 
''Preludio'' geht nahtlos in ''The Spell'' über. Dieser beginnt mit einem Gitarren-Lead, das sehr verspielt daher kommt und teilweise an Power Metal der finnischen Machart erinnert.
Viel Keyboard, sehr viel Keyboard dominiert die Songs auf ''The Apocalypse''. Dies ist nicht von Nachteil, aber teilweise ist das etwas nervenaufreibend, wenn das Geklimper im Hintergrund einfach nicht aufhören mag. In diesem Falle wäre weniger wirklich mehr gewesen.
Auch ''Battleplan'' folgt dem Beispiel von ''The Spell'' – Rhapsody-artiger ''Bombast-Fantasy-Epic-Dragon-Power-Metal'' mit sehr nichtssagenden Melodien. Auch die Refrains könnten etwas ausgeprägter sein, sodass sie leichter ins Ohr gehen.
Im Gegensatz zu den ersten beiden Songs ist ''Black Rose'' ein richtig fetter Kracher, der mit einem gotischen Keyboard-Intro beginnt und mit Power-Chords richtig mitreißt. Einfach eine richtig tolle Hymne, in der Sänger Joe mal richtig zeigt, was für eine geniale Stimme er hat. Bei diesem Song muss ich wirklich sagen: Respekt, Jungs!!! So einen eingängigen und mitreißenden Song habe ich seit Langem nicht mehr gehört.
Mit ''Her Spirit Will Fly Again'', ''Dreams'' und ''Divine Embrace'' befindet sich in der Mitte des Albums ein Dreierpack aus Songs, die allesamt fast identisch klingen und ebenso wie die ersten beiden Songs zwar sehr melodisch und eingängig sind, irgendwie nicht komplett überzeugen können. Die Melodien kommen mir etwas zu dahingeschmissen vor, nicht wirklich ausgeklügelt. Wenn sich die Derdianer vielleicht etwas mehr Mühe gegeben hätten, wäre die Sache etwas runder gewesen. So bleiben die Songs etwas sperrig und sträuben sich geradezu davor, ein Ohrwurm zu werden. 
Ich muss zugeben, nach mehrmaligem Hören wissen alle Tracks auf dem Album zu begeistern, mit ihren Melodien, mit ihren teilweise sehr epischen Chören...aber irgendetwas stimmt nicht. Ich kann mir nicht helfen, aber auf dem Vorgänger war etwas, dass mich einfach mehr gepackt hat. Egal.
''The Prophecy'' beginnt ebenfalls mit einer Keyboard-Einleitung, allerdings entführt diese einen in die alten Städte von Italien... das haben Derdian wirklich drauf: Den Hörer in eine Traumwelt zu entführen und ihm mit den Lyrics eine epische und ergreifende Geschichte zu erzählen.
So fällt auch ''The Prophecy'' wieder sehr positiv aus, der Refrain ist richtig gut und melodisch, während in der Strophe sehr atmosphärisch agiert wird. 
''Burn'' wird von wechselnden Keyboards unterlegt und scheint am Anfang sogar in eine gute Richtung gehen zu wollen, schließt sich dann aber spätestens bei Beginn der Strophe den anderen Durchschnitts-Songs an. Moment, was ist das? Ein eingängiger und bombastischer Refrain drängt sich mir da auf! Der Refrain rettet den Song wirklich vor dem Untergehen in der Masse der Symphonic Metal-Songs. Sehr treibend und dynamisch kommt er daher mit netten Doublebass-Einlagen.
''Forevermore'' ist eine Ballade, ja, und genau so wie eine Ballade sein muss: Joe singt ein Duett mit einer weiblichen Partnerin. Leider ist mir der Song zu kitschig ausgefallen – zu Beginn balancierten Derdian noch auf der Grenze, aber mit dem zweiten Refrain ist der Song in die Kitsch-Sparte gefallen, mit seinen extrem klebrigen Keyboards und Chören.
''Revolt'' wird von einem ähnlichen Intro wie ''Black Rose'' eingeleitet, kann aber seine Klasse nicht halten. Besonders die Strophe wird wieder von arg nervigem Keyboard-Geklimper unterlegt. Auch hier taucht wieder Miss Sängerin auf, was sich gut in den Song einpasst. Der Refrain ist leider etwas dahingeleiert.
Jeder große Song braucht ein Intro, so auch ''The Apocalypse'', der dem nichtssagenden ''Presagio'' nachgestellt ist.
Ersterer startet, ebenso wie ''The Prophecy'' mit fremdländisch klingenden Keyboards. Opernhafter Gesang unterlegt die Melodie, die teils an Songs von Bands wie Freedom Call erinnert. In der Strophe wird ein neues Mittel eingesetzt, der verzerrte Gesang, was aber nicht unbedingt nötig gewesen wäre. Leider klingt auch hier der Refrain sehr langgezogen und uninteressant. Der Song wird von den guten Melodien noch hochgezogen, erreicht aber nur Mittelmaß.
Mittelmaß. Das perfekte Wort, um dieses Album zu beschreiben. Mit ''The Apocalypse'' bedienen Derdian ihre Fans ganz ordentlich, auch wenn auch diese (wie ich) eher etwas enttäuscht auf das Werk blicken können. Mit ''New Era Pt.2'' haben Derdian ein Meisterwerk abgeliefert, was die mit ''The Apocalypse'' nicht wiederholen können. Schade, aber dennoch bleibt das Album ein nettes Symphonic Power Metal-Album mit etwas zu viel Keyboard, dass nicht ganz überzeugen kann, aber wenigstens etwas aus der Menge herausstechen kann. 

 


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