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Edguy - Hellfire Club

EDGUY - Hellfire Club

Stil: Power Metal
Label: Nuclear Blast Records
Songanzahl: 6 Songs
Webseite:

http://edguy.net/

Wertung: 15/15
Reviewer: Burnie



 

 

 

Edguy sind erfolgreich - das lässt sich nicht leugnen.Nach dem Wechsel zu Nuclear Blast begann für die Band der wirkliche kommerzielle Erfolg - Rocket Ride aus dem Jahr 2006 war bisher der größte Erfolg der Band,da es auf Platz 8 der Charts einstieg und sich fünf Wochen in eben diesen hielt. Ihr Bekanntheitsgrad verdanken sie nicht nur der Marketingarbeit ihres Labels sowie dem Nebenprojekt des Sängers namens "Avantasia", sondern auch ihren qualitativ hochwertigen Alben, wobei mit Rocket Ride und Tinnitus Sanctus eine hitzige Diskussion unter den Fans entbrannte, ob Edguy sich in die falsche Richtung entwickeln und sich verkaufen. Daher beschäftige ich mich jetzt mit Hellfire Club aus dem Jahr 2004 ,das ohne Zweifel ein Meilenstein in der Bandgeschichte und eines der besten Power Metal - Alben der letzten Jahre war, ist und auch bleiben wird.


Das Album beginnt mit "Mysteria" - meiner Meinung nach ein perfekter Opener. Zu Beginn ein dunkles, gedrücktes Intro und der markante Spruch "Ladies and Gentleman - welcome to the freak show!" . Gleich darauf beginnt das bekannte Riff, das von Tobias Sammet (wie u.a. auch auf "Fucking with fire" zu sehen ist) live auch gerne selbst mal angespielt wird, und ein Schrei, wie er nicht stärker und aggressiver sein könnte, ohne den Gesang dabei zu vergessen. Der gesamte Song zeigt sich weiterhin sehr druckvoll und geradeaus nach vorne gehend, getrieben von starken Gitarren und einem Doublebass-Gewitter, das gleichermaßen in den Strophen wie auch dem Refrain präsent bleibt. Dazu kommt Tobias Sammets Stimme, die schon hier beim ersten Lied des Albums, ihre Einzigartigkeit zeigt. Meiner Meinung nach mit Sicherheit eines der stärksten Lieder des gesamten Albums, geradezu eine Verköperung des Power Metal.


Weiter geht es mit "The piper never dies", einem ca. 10minütigen Epos von einem Song. Hier beginnt wieder ein leises Intro, in dem leise die Gitarren ihre ersten Töne von sich geben, bis nach ca. 45 Sekunden die Lautstärke hochgedreht wird und Sammet mit einem Schrei den Beginn eines der besten Stücke von Edguy kennzeichnet. Die Strophen zeigen sich zunächst als eher ruhig, mit einem ständig präsenten Bass sowie vergleichweise einfachem Schlagzeug, was sich aber keinesfalls schlecht anhört - das Treibende, das sich in "Mysteria" durch die Doublebass ausdrückte, wird hier nur ruhiger, keinesfalls aufgelöst. Auch die Gitarristen müssen sich hier keine Krämpfe spielen, um eine perfekte Stimmung zu erzeugen - der Song ist augen- bzw ohrenscheinlich geprägt von einer ruhigen und trotzdem intensiven Atmosphäre. Doch am Ende dreht die Band nochmal richtig auf und nach einem schon fast pervers hohen "The piper never diiiiiiies" von Sammet gehen sie in einer Sekunde von 0 auf 100 und bringen richtig schön Fahrt in den Song, wobei vor allem die Gitarren nun mehr Arbeit bekommen und sich noch 2 Minuten lang austoben dürfen. Eines der Meisterwerke unter den Songs von Edguy und vor allem auch live, wie ich erst vor zwei Monaten erlebt habe , einfach unglaublich.


Auch "Down to the Devil " zeigt sich am Anfang leise und wird von einem Piano eingeleitet. Nach wenigen Sekunden erklingen dann aber auch schon die E-Gitarren und wieder zeigt sich : Hier werden keine Kompromisse gemacht, hier gibt's gleich voll auf die Eier. "Down to the Devil " ist...nun, man könnte sagen : "Hellfire Club - Standard" , energetischer Power Metal mit Wucht und viel Fahrt ( das soll nebenbei nicht heißen, dass das Lied nicht gut ist, im Gegenteil, es ist wirklich gut - so wie so ziemlich alles auf Hellfire Club,daher die Umschreibung als "Standard" ). Fette Gitarren, eingängiger Text und ein gefälliges Solo in der Mitte.


"We don't need a hero" fällt zu Beginn aus der Reihe der bisherigen Songs - kein ruhiges Intro, die Gitarren sind sofort auf voller Lautstärke ,im Hintergrund spielt ein Keyboard eine Melodie ,die leicht an die Untermalung aus "Tears of a Mandrake" erinnert. Im weiteren Verlauf erkennt jeder Liebhaber des Power Metal : Hier bin ich zuhause. Eingängie und drückende Gitarren, eine knallende und ständig präsente Doublebass und dazu genialer Gesang in entsprechenden Höhen, stellenweise durch einen kleinen Background-Chor verstärkt ( gut zu hören bei der Stelle "We don't need a hero" im Refrain) . DAS ist Power Metal.


Mit "Forever" steht hier nun die erste Ballade an, und ich muss sagen : So gut wie diese Ballade hat mir bisher nur schwerlich irgendeine andere. Die Akkustik-Gitarren in Verbindung mit Orchestral-Einsatz im Hintergrund trifft genau meinen Geschmack. Wo der Zuhörer zunächst den Eindruck bekommt, dass es hier trauriger zugeht, wird beim erneuten Hören klar, dass auch dieser Song die positive und optimistische Stimmung des gesamten Werks zu übernehmen versucht, jedoch haftet "Forever" immer eine gewisse Spur der Traurigkeit an. - hier hätte eine Ballade von der Art "Land of the Miracle" perfekt hineingepasst. Trotzdem ist auch "Forever" ein wundervoller Song und bei weitem keine schlechte Ballade - da kennt man eindeutig Schlimmeres.


Auf die Ballade folgt ein Knaller, Edguys "allergrößter Hit bisher" (Tobias Exxel ) , der "beste Song, den Edguy je geschrieben hat" ( Dirk Sauer) , "Edguys persönliches Smoke on the Water" (Tobias Sammet) - das lässt hoffen. Und tatsächlich : "King of Fools" erweist sich als großartig. Ein stampfendes Schlagzeug, die Gitarren drücken nach vorne und dabei ist das ganze Lied wirklich nicht nur für den erlesen Kreis der Metaller hörbar, sondern auch für die Allgemeinheit. Auch der Text passt perfekt, live ist der Song eine Macht, da durch die mitsingenden Fans das gesamte Gefühl noch viel, viel stärker wird. Zu Recht eine der Single-Auskopplungen und zu Recht eine Bandhymne.


"Under the Moon" fällt wieder unter die Kategorie "Hellfire Club - Standard" - einfach grandioser Power Metal. Hier gibt es keine Kompromisse, es geht sofort voll zur Sache. Die immer präsente Doublebass bringt zusammen mit den Gitarren eine unglaubliche Wucht in diesen Song, die durch Sammets fast schon aggressiven Gesang zunehmend intensiviert wird. Auch der Refrain macht dem Hörer wieder klar, was Power Metal eigentlich bedeutet - Härte gepaart mit Melodie und dem schon fast gewohnten optimistischen Anklang.


Über das folgende Lied freue ich mich auf jedem Konzert und bei jedem Hören des Albums am meisten. "Lavatory Love Machine" ist einfach purer Spaß. Die Macht von gutem Power Metal gepaart mit dem Sammet'schen Humor, der zwar manchmal über das Ziel hinaus schießt, trifft hier genau meinen Geschmack. Schon der Text allein lässt mich dieses Lied lieben - wer sonst schreibt über Sex auf der Flugzeugtoilette? Hier trifft die Bezeichnung "Spaß-Metal", wie sie von diversen Fachmagazinen für Edguy gebraucht wird, voll zu. Power Metal und Spaß dabei.


Ich könnte nun wieder mit "Hellfire Club-Standard" anfangen, aber ganz passt das jetzt nicht. Für mich sticht "Rise of the morning glory" doch aus den anderen Songs heraus, obwohl es die gleichen Merkmale wie auch "Down to the Devil" oder "We don't need a hero" aufweist - die fetten Gitarren, die Doublebass, der geniale Gesang. Doch irgendwas an diesem Lied lässt mich einfach nicht ruhig sitzen, noch schlimmer als es bei "Under the Moon" der Fall ist. Es hat was Besonderes, das ich nicht in Worte fassen kann, das allerdings nicht von jedem so aufgefasst werden muss.


"Lucifer in Love" - eigentlich kein richtiger Song, eher Klamauk, in dem das Keyboard vom Anfang von "Down to the Devil" aufgenommen wird. Aber irgendwie eine stimmige Unterbrechung - nur sollte keiner die Boxen voll aufgedreht lassen, wenn dieses Zwischenspiel beginnt. Um der Nachbarn und den anderen Hausbewohnern willen.


"Navigator" lässt sich prinzipiell sehr schnell beschreiben - sehr, sehr geil. Das wäre dem Song aber bei weitem nicht gerecht, denn auch "The piper never dies" oder andere Lieder würden dieses Prädikat verdienen. "Navigator" ist keine Up-Tempo-Nummer, sondern ein richtiger schmissiger Mid-Tempo-Stampfer mit eingängigen Gitarren und viel Druck. Mir gefällt vor allem der Gesang im Refrain, da hier Sammet von einigen Backup-Sängern unterstützt wird und das Ganze viel eindringlicher wirkt.


Kurz vor Schluss horcht man als Zuhörer nochmal auf, denn in "The spirit will remain" haben Gitarre ,Bass und Schlagzeug erst einmal Pause. Hier hört man Tobias Sammet seine einzigartige Stimme voll ausloten ,unterstützt von einem Orchester. Eine schöne Abwechslung ,durchaus hörenswert und ein gutes Lied - für mich wirkt es jedoch ein klein wenig deplatziert und geht nicht ganz organisch in das Gesamtwerk ein. Das ist jedoch Geschmackssache.


"Children of Steel" verkörpert wieder einmal perfekt all das, was Power Metal so großartig macht. Bemerkenswert hierbei : Dieser Song stammt ursprünglich aus dem Jahr 1994 vom Edguy-Demo "Children of Steel" und wurde neu aufgenommen. Eine gute Entscheidung, wie ich finde - dieser Song ist göttlich und mit der modernen Produktion einfach ein Ohrwurm. Aggressive Gitarren und Vocals, eine wummernde Doublebass und der geniale Text - ein ganz, ganz großer Wurf von Edguy.


Zu guter Letzt "Mysteria" - moment, hatten wir das nicht schonmal? Korrekt, hatten wir schonmal. Hier hört man allerdings die "Alternative version" , bei der Mille Petrozza von Kreator unterstützend mit Shouts eingreift. Das gleiche, was ich zu Beginn geschrieben habe, gilt genauso für diese Version, mit einem Unterschied - Mille's Shouts machen das Aggressive im Song präsenter, heben es mehr hervor und geben ihm dadurch eine ganz eigene Note. Es macht den Song nicht besser, da er vorher schon klasse war, aber beileibe auch nicht schlechter - es ist einfach eine interessante Variation des Songs.


Man kann in der heutigen Diskussion über Edguy sagen, was man will - beide Seiten, die traditionell orientierten Fans ( " Rocket Ride und Tinnitus Sanctus sind Müll ! " ) sowie auch die Gemäßigten ( " Edguy entwickeln sich und ihren Stil einfach weiter ! " ) dürften zumindest in einer Sache übereinstimmen : Hellfire Club ist Edguy pur. Die Songs, die sich auf dieser Scheibe vereinigen, befriedigen genauso diejenige ,die die alten Tage des Power Metal wieder auferstehen sehen wollen ,wie diejenigen, die die neuen Edguy von Rocket Ride und Tinnitus Sanctus mögen und die Entwicklung weiter verfolgen wollen. Mich persönlich verbindet eine Menge mit diesem Album und noch dazu werde ich nicht müde, es noch heute - nach fast 6 Jahren, in denen ich es immer mal wieder rausgekramt und angehört habe - immer und immer wieder auf mich einwirken zu lassen. Edguy haben mir mit diesem Opus ein Geschenk gemacht, das ich nur zu dankbar annehme. Es gibt prinzipiell kaum etwas,was mich an diesem Album wirklich stört.

Mit diesem Album haben sich Edguy in den Olymp des Heavy Metal gespielt.

 

 


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Kommentare zu dieser Seite:
Kommentar von Justus, 12.03.2011 13:48:21:
Ich bin 14 jahre spiele drums und liebe Mysteria es ist so geil auf den drums hab n Drumset von Sonor find auch geil wie Tobischreias.s am anfang t Ladis and Geantelmans welcome to the freak show!!!!!!!! macht weiter so



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