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Elvenpath - Spyrol

ELVENPATH - Spyrol

Stil: Power Metal
Label: Eigenproduktion
Songanzahl: 7 Songs
Webseite:

http://www.elvenpath.com/

Wertung: 10,5/15
Reviewer: Steelbound



 

Heutzutage fehlt es meiner Meinung nach 99 Prozent aller Bands an etwas, was früher jede Band im Sound hatte: Leidenschaft und Herzblut. Alle Bands klingen gleich, auch wenn die Songs unterschiedlich sind – weil einfach keine Leidenschaft in den Alben steckt.2002 jedoch machte sich eine Band auf, gegen diesen Trend anzukämpfen. Aus der Unterwelt Frankfurts entstand die Melodic Power Metal-Band ELVENPATH. Ich war wirklich froh, mal wieder eine Band zu finden, die die oben genannten Eigenschaften mitbringt.

ELVENPATH haben bereits zwei Alben veröffentlicht, zum einen das Debut „Gateway“ und zum anderen das 2008er Werk „Spyrol“. Letzteres liegt mir hier nun vor.

Gleich zu Beginn steigt man mit einem Speed-Kracher allererster Güte ein, der richtig Dampf macht. Das Teil nennt sich „Burning Skies“ und kann mit schnellen Riffs und Doublebass auftrumpfen. Sänger Tim hat auch ordentlich was drauf, was ein guter, langgezogener Schrei am Anfang des Songs beweist. Man spürt, dass die Band den Metal atmet, die Songs erinnern an Power Metal Heroen wie Helloween, jedoch bringen ELVENPATH immer den eigenen Spirit mit rein. Auch lyrisch kann die Band überzeugen, geht es in „Priests of War“ um Politik und Politiker, die wen Krieg als gute Lösung sehen -
„Priests of War“. Oder auch „The Mask of Sorrow“, der die Unterdrückung der muslimischen Frauen behandelt.

Man mag sich darüber streiten, ob es möglich ist, solche ernsten Themen mit nur einem Song abzudecken, doch die Texte sind wirklich gut geschrieben und beschreiben die Situation ausgezeichnet. So kann man wirklich nicht meckern – die Band konzentriert sich nicht vollends auf diese Themen, sodass das Album keine faden Beigeschmack erhält, dennoch regen die Songs zum Nachdenken an – Perfekt! Doch auch vom Musikalischen her spielt das Album in einer hohen Liga, so können das eben genannte „Burning Skies“, das melodische „Mask of Sorrow“ oder der Epische Longtrack „Northern Son“ überzeugen. Letzterer ist ein Tribut an Quorthon, der Song erinnert tatsächlich an eine „Power Metal-Version“ von BATHORY und textlich bringen ELVENPATH Querverweise zu BATHORY-Alben. Am meisten erinnert der Song an den BATHORY-Klassiker „One Rode to Asa Bay“, welchen ich zu meinen absoluten Lieblingsongs zähle, wodurch das Stück mich wirklich begeistert. Also: Auch BATHORY-Fans dürfen gerne mal reinhören!

Mit „Late at Night“ gibt es einen netten Heavy Metaller, der mit melodichen Hard Rock-Riffs verbunden echt klasse klingt. Einzig und allein das Instrumentale Stück „Act the Innocent“ ist meiner Meinung nach etwas überflüssig. Das Stück geht 5 Minuten und nimmt so dem Album Zeit weg, in der die Band lieber einen weiteren Song hätte einfließen lassen sollen.

So bleiben sechs gute bis sehr gute Stücke, die so ziemlich alle Fans des deutschen Melodic Power Metals ansprechen sollte. Besonders die Leidenschaft der Songs macht das Album noch besser. Die Melodien bekommt ihr nicht mehr so schnell aus dem Kopf und die Scheibe wird nicht so schnell langweilig. Das Album verschwindet leider etwas im Mittelfeld, da sich die Songs nicht komplett von ihren Vorbildern absetzen können und teils doch etwas gleich klingen. Also muss ich hier sagen: Für Fans wirklich was gutes, Nicht-Power-Hörer können sich auch mit Helloween & Co. begnügen.

 


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