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Excalion - High Time

Excalion – High Time

 

  1. Enter a life

  2. From somewhere to anywhere

  3. Sun Stones

  4. The flags in line

  5. Bring on the storm

  6. The shroud

  7. Firewood

  8. Lifetime

  9. Quicksilver

  10. A walk on a broken road

  11. Foreversong

 

 

Die Jungs von Excalion existieren nunmehr auch schon seit 9 Jahren und am 29.01. erscheint ihr bereits 3. Studioalbum, welches auf den Namen High Time hört. Wo man beim Debüt (Primal Exhale) noch sehr düster und progressiv wirkte, hat man schon beim 2. Werk Waterlines viel mehr Wert auf Eingängigkeit und Power gelegt, was auch eine absolut positive Entwicklung war. Waterlines war allgemein ein sehr starkes und homogenes Album, wo einfach alles passte und so lege ich die Scheibe auch heute noch sehr gern ein. Daher gab es natürlich eine gewisse Erwartungshaltung, was das neue Werk betrifft und ob die Jungs noch einen Schritt nach vorn gewagt haben, habe ich mich natürlich ebenso gefragt. Folglich habe ich mich mit ihrem neuen Werk intensiv auseinandergesetzt.

 

Enter a life“ schimpft sich der Opener und er startet mit einem sich aufbauenden Drumgewitter, welches dann in das erste Riff übergeht. Die Melodie hinterlässt schon mal sofort einen guten Eindruck und auch als der Gesang von Jarmo Pääkkönen einsetzt, bekommt man sofort das Gefühl, dass dieser Song ein richtiger Kracher werden könnte. Mit fortnehmender Dauer wird der Song auch etwas kraftvoller und die Bridge überzeugt mit einer schön inszenierten Keyboardmelodie. Mit dem Refrain entdecken wir dann auch die Melodie wieder, die schon zu Anfang des Songs wiedergegeben wurde. Dann gibt es noch einen eher ruhig gehaltenen Mittelteil, ehe ein kleines nettes Solo einsetzt, welches den Song etwas abrundet. Jedenfalls hat man mit dem Opener nichts falsch gemacht und setzt auf die Stärken, die man auch schon bei Waterlines ausgespielt hat.

 

Mit dem 2. Song „From somewhere to anywhere“ bewegt man sich ganz klar im Midtempo. Die Spielzeit liegt hier nur bei 3 Minuten und daher ist der Song auch sehr einfach gestrickt. Das Ganze beginnt mit einem Kickstart und die Vocals lassen nicht lang auf sich warten. Man setzt hier voll und ganz auf die Eingänigkeit und traut sich nicht wirklich an was Neues ran. So zieht der Song auch ziemlich schnell an einem vorbei, was ich nicht unbedingt als negativ ansehe. Der Refrain geht gut ins Ohr, auch wenn der Song nicht so stark ist wie sein Vorgänger. Eingängigkeit ist sicher nichts schlechtes, aber ich gehe nur deshalb jetzt schon so stark drauf ein, da der Opener ein sehr ähnliches Bild zeigt.

 

Nun folgt mit „Sun Stones“ ein Song, wo man mal was anderes versucht. Der Track startet mit orientalisch angehauchten Keyboardklängen und hat eine eher düstere Atmosphäre vorzuweisen. Die Strophen bewegen sich im eher langsamen Midtempobereich und zeigen sich allgemein sehr ruhig, ehe das Tempo aber noch mal ein wenig angezogen wird und sich auch der Gesang etwas kraftvoller darstellt. Im Refrain setzt man erneut auf eine eingängige Melodie, die sich in den Gehörgängen festsetzen soll, was sie meiner Ansicht nach auch schafft. Der Mittelteil gefällt mir hier sehr gut, ein kleines Gespiele vom Keyboard, dass sehr gut ins Gesamtbild passt und im Anschluss wird man erneut von den Klängen begrüßt, die einem auch schon zu Anfang des Songs präsentiert wurden.

 

The Flags in Line“ beginnt mit einem etwas härteren Riff und lässt vermuten, dass es gleich ordentlich zur Sache gehen könnte. Falsch gedacht, der Song ist SEHR ruhig und gefühlvoll, was sich vor allem in den Strophen zeigt. Die Bridge geht sehr flüssig in den Refrain über, der meiner Meinung nach das bisherige Schmankerl des Albums darstellt. Dieser zeigt sich einfach sehr Ausdrucksstark und emotional, das weiß an allen Kanten und Ecken zu gefallen. Vorm letzten Refrain bekommt man noch mal eine Strophe zu hören, die sich aber in einer höheren Tonlage befindet. Auch das zeichnet diesen Song noch mal aus und so bleiben hier keine Wünsche offen

 

Anschließend kommt mit „Bring on the storm“ definitiv der eingängigste Song des Albums daher. Kickstart mit einer netten Keyboardmelodie, das Tempo wurde etwas angehoben und so bekommt man hier den bislang schnellsten Song serviert. Die Strophen würde ich fast schon als „Excaliontypisch“ abtun und der erste Chorus stellt sich wirklich verdammt kurz dar uns so weiß man vorerst noch nicht so recht, was man von dem Song halten soll. Allerdings wird dieser beim 2. Anlauf verlängert und dennoch ist man nach wie vor nicht so überzeugt. Allerdings ist der Mittelteil mit dem Keyboardgeklimper wirklich genial und so bekommt man hier doch noch was auf die Ohren, was zu 100% überzeugt und den Song in einem besseren Licht da stehen lässt.

 

The Shroud“ heißt das nächste Stück und irgendwie ist das einer dieser Songs, den jede Melo Power Metal Band mal auf einem Album hat. Ich kann es nicht genau beschreiben, aber Songs in dieser Art kriegt man insbesondere in letzter Zeit immer häufiger zu hören, vor allem in dieser Rhythmik. Stampfende Drums, eine düster angehauchte Stimmung, die mithilfe des Keyboards verstärkt wird und außerdem befindet man sich kontinuierlich im Midtempobereich. Wenn man dann den Refrain zu hören bekommt, denkt man automatisch sofort an Songs wie „In Silence forsaken“ von Symphonity, die in jüngster Zeit ja auch ihr erstes Album veröffentlicht hatten. Auch Stratovarius hatten auf Elements pt. 1 mit „Soul of a Vagabond“ einen Song, der sich genau so präsentierte. Ich könnte da noch mehr aufzählen, wollte aber lediglich zeigen, dass viele Bands einen Song mit solch einer Rhythmik und Melodielinie mal geschrieben haben. Das soll allerdings nicht direkt heißen, dass „The Shroud“ nur eine billige Kopie ist. Der Song weiß durch seine Qualität schon zu überzeugen und hat einen sehr netten Refrain. Groß umschreiben brauche ich den Song aber wohl nicht, da er sich eben ähnlich der genannten Songs zeigt.

 

 

Der nächste Track namens „Firewood“ beginnt sehr energisch und kraftvoll mit einer schmetternden Gitarre und sehr angenehmen Pianoklängen. Auch die Strophen werden von einer seichten Keyboardmelodie umschlungen, die den charismatischen Gesang sehr gut unterstützt. Wo man dann eine Bridge oder einen Refrain erwarten würde, bekommt man aber erstmal einen sehr guten kleinen Keyboardpart zu hören, woraufhin eine weitere Strophe einsetzt. Diese zeigt sich allerdings etwas kürzer als die Erste. Wo sich der Song in den Strophen noch auf einem für Excalionverhältnisse recht hohem Tempo befand, nimmt man im Refrain wie so oft das Tempo raus und setzt auf stampfenden Midtempo. Das soll aber auch hier nicht wirklich als störend empfunden werden, da der Refrain sehr mitreißend ist und eine außergewöhnlich gute Gesangsleistung von Jarmo Pääkkönen zeigt. Im Mittelteil zeigt sich dann auch endlich mal wieder der progressive Touch von Excalion in Form von einer kleinen Keyboardspielerei. Der Song endet mit den Worten einer Kinderstimme, allerdings kann ich nicht wirklich was entziffern bzw. denke ich, dass es sowieso in der Heimatsprache der Band gesprochen wird.

 

Auch „Lifetime“ beginnt mit einem Kickstart und Powermetallischen Keyboardklängen, die für dieses Genre einfach schon typisch sind. Diesmal hält man nicht nur in den Strophen das Tempo recht hoch, sondern nimmt jenes auch in den Refrain mit, der irgendwie was AOR-mäßiges an sich hat. Vom Touch her würde er schon ein wenig in diese Sparte passen, wenn ich an Bands wie Brother Firetribe denke. Allerdings ist das Riffing nach wie vor ganz dem Melodic Metal zuzuordnen und gesanglich baut ein Jarmo Pääkkönen eben auch mehr Druck auf, als es für den AOR Bereich typisch wäre. Dennoch ist der Refrain eine Mischung aus ein bisschen AOR und dem Melodic Metal, den Excalion allgemein dem Hörer bieten. Ansonsten bietet der Song keine großen Innovationskünste und selbst im Mittelteil blieb man diesmal recht ideenlos. Der Song an sich lässt sich dennoch sehr gut hören, auch wenn man hier und da natürlich eine gewisse Kritik anbringen muss.

 

Quicksilver“ wird anfangs lange von ein- und derselben Melodie getragen, welche sich aber alles andere als nervig präsentiert. Zwar hätte man ruhig noch ein bisschen was draufpacken dürfen, aber schlecht ist es dennoch in keinster Weise. Vor allem die Bridge gefällt mir hier SEHR, wie sie hier von den schönen Keyboardklängen umschlungen wird. Der Refrain ist sehr homogen und passt perfekt ins Gesamtbild, stellt für mich auch den bisher stärksten dar. Zwar ist dieser etwas ruhiger gesungen, aber gerade das verleiht ihm hier eine markante Wirkung. Was ich ja auch immer besonders genial finde ist die Tatsache, wenn ein Refrain am Ende noch mal eine Tonlage höher gesungen wird, da dies dem Song eine besondere Intensität verleiht und genau das ist hier der Fall. So kann der Song zwar nicht mit irgendwelchen innovativen Elementen punkten, stellt dafür aber einen umso eingängigeren und Ohrwurmtauglicheren Track dar, der eben als Gesamtes perfekt funktioniert. Bis hierhin definitiv der stärkste Song, obgleich nicht mit wirklich großem Abstand.

 

Genau hier stellte ich mir auch die Frage, ob es wieder eine Ballade geben wird und ein Titel wie „A walk on a broken road“ lässt so was dann doch schon vermuten. Richtig gedacht, mit diesem Song wird auch endlich eine Ballade nachgereicht, wie es sich für ein Melodic Metal Album einfach gehört. Diese beginnt mit sehr dramatischen Klängen, die in gewisser Weise schon episch und sehr mitreißend wirken. Der Song lebt absolut von seiner Atmosphäre, keine Drums bzw. kaum Drums, nur der wunderschöne Gesang in Begleitung von einer sehr gelungenen kleinen Orchestrierung. Drums werden nur da eingesetzt, wo sie auch wirklich passen und wenn, dann auch nur sehr dezent. Der Refrain packt den Hörer sofort und stellt mit großem Abstand den Höhepunkt dieses Albums dar. Ich bin ein absoluter Balladenfreund, aber so heftig wurde ich von einer Ballade lange nicht mehr gefesselt. Ich gehe stark davon aus, dass auch der letzte Song hier nicht mehr angreifen kann.

 

Foreversong“ heißt nun also der Song, der dieses Album abschließen soll. Begrüßt wird man von einer genialen Keyboardmelodie, die dann doch noch mal was Großes erwarten lässt. Der Refrain ist zwar nicht so stark, wie ich es nach dieser absolut fetten Keymelo erwartet hätte, aber enttäuscht bin ich dennoch nicht. Geht wie bei eigentlich allen Songs gut ins Ohr und hinterlässt einen bleibenden Eindruck, der durchaus als positiv anzusehen ist. Im Mittelpart wird es noch mal sehr ruhig mit sanften Pianoklängen, ehe dann noch mal die Bridge einsetzt. Der letzte Refrain ist dann auch nicht mehr so tempolastig, wie es die ersten 2 noch waren, was aber als gelungene Abwechslung angesehen werden kann. Alles in allem stellt „Foreversong“ einen guten Abschluss für dieses Album dar.

 

Fazit: Beim ersten Durchlauf macht sich noch etwas Enttäuschung breit, da Waterlines seinerzeit einfach von Anfang an einen verdammt starken Eindruck machte. Beschäftigt man sich mit High Time allerdings etwas intensiver, so fruchten die Songs schon sehr bald und man hat ein verdammt starkes Melodic Metal Album auf dem Tisch liegen. Zwar setzt man hier noch mehr auf Eingängigkeit, als auf dem Vorgänger, aber hier und da kann man einige Stiche setzen, die den Hörer durchaus fesseln könnten. Besonders hervorzuheben ist die Ballade, die einfach mehr als nur gelungen ist. Ich bin zwar auch jetzt noch nicht ganz sicher, ob High Time an seinen verdammt starken Vorgänger ran kommt, aber wenn sich das Album weiter so stark entwickelt, ist davon auszugehen. Wer also Waterlines mochte, der sollte sich ein paar Durchläufe von High Time gönnen und wird dann meines Erachtens nach vollends zufrieden sein.

 

 

14/15 Punkte

 

Christian






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