Imagika - Portrait of a Hanged Man
IMAGIKA - Portrait Of A Hanged Man
![]() |
|
IMAGIKA schwimmen sicher auf der momentanen Thrash-Welle mit, okay, diese ist inzwischen etwas abgeklungen, aber damit hatte die Band viel Glück. Aber nur weil man mitschwimmt, heißt das ja nicht, dass die Musik austauschbar oder gar schlecht ist. Das fällt mir nämlich bei 90 Prozent der aktuell erfolgreichen und beworbenen Thrash-Bands auf: Alle klingen gleich, gleiche Songs, gleiche Produktion. Zum Glück brechen IMAGIKA aus diesem Konzept aus, vermischen sie Thrash Metal mit etwas härterem Power Metal der Gangart PERSUADER oder MYSTIC PROPHECY.
Bereits 1993 gegründet, hat die Band Anno 2010 6-Full-Length-Alben veröffentlicht und stellen ganz klare Vertreter des Bay Area-Sounds dar.
Nun kommt 2010 ein siebtes Album in die Diskographie, welches auf den Namen "Portrait of a Hanged Man" hört.
Grundsätzlich lässt sich sagen, dass IMAGIKA auf dem album in die Vollen hauen, und besonders eins hauen sie raus: Riffs, Riffs, Riffs. Die Songs sind allesamt in recht hohem Tempo gehalten und meist recht eingängig. Eben diese Riffs erinnern mich stark an die französischen Metaller NIGHTMARE, die auch ähnlich schnelle Gitarren-Parts haben.
Das Album startet mit "Scared to Death" durch, welches gleich ein Parade-Beispiel für den Sound der Band ist. Klare, hohe Vocals wechseln sich mit Gegrowle von Sänger David Michael ab, beide Arten stammen auch von ihm. Das Album ist schön heavy gehalten und der Power Metal-Aspekt ist in der Eingängigkeit am stärksten. So treten mal sehr melodische Gitarren oder Gesangslinien auf, welche nicht mehr so schnell aus dem Ohr wollen.
So zum Beispiel bei "The Hit", der kein echter Hit ist aber recht modern und melodisch rüberkommt. Besonders gut gefällt mir auf dem Album "Keep the Wolves at Bay", der ein richtig tolles Lead-Riff aufweisen kann und zum Mitbangen animiert. Sänger David erinnert mich teilweise an Jens Carlsson, Sänger von PERSUADER. Aber auch nur manchmal, was seine starke Stimme und Varialibität zeigt. Das kryptisch betitelte "G.H.B." erschließt sich mir vom Namen her zwar nicht ganz, kann aber ebenso wie der Titelsong mit einfach nur genialen Riffs überzeugen, wie sie selbst die "Großmeister" des Thrashs teilweise selber nicht hinkriegen. Besonders "Portrait of a Hanged Man" kann mich mit rhythmischen Gitarren-Parts und sehr starken Shouts komplett auf seine Seite ziehen. Der Refrain ist sicher der eingängigste auf dem ganzen Album. Das ist also "The Hit".
Ich wiederhole mich, aber auch mit "Simple Servant" werden so großartige Riffs, gepaart mit Doublebass aufgetischt dass man das nur gut finden kann! Das Album ist sehr homogen, leider zu homogen, da die Songs sich in Aufbau, Struktur und auch vom Klang her sehr ähneln. So stellt sich auch trotz der für sich einzeln großartigen Songs schnell ein Langeweil-Gefühl ein und der Finger springt immer schneller zur Skip-Taste.
Letztendlich sind die Riffs das einzig wirklich unterhaltsame am Album, da diese wirklich zum Headbangen gradezu auffordern. Der Rest klingt etwas zu gleich, wobei ich sagen muss, das Sänger David wirklich sehr gut ist. Die Band sollte sich vielleicht etwas mehr auf individualisiertes Songwriting konzentrieren. So bleibt das für mich eines der vielen Alben, bei dem die einzelnen Songs für sich, z.B. In einer Playlist richtig klasse sind, aber im ganzen langweilig ist. Anspieltipps meinerseits wären hier "Keep the Wolves at Bay" und "Portrait of a Hanged Man". Insgesamt sind IMAGIKA ein Tipp für Fans von MYSTIC PROPHECY, NIGHTMARE oder auch PERSUADER.
Nach oben
Kommentar zu dieser Seite hinzufügen:

















