JUVALIANT - Inhuman Nature REVIEW
JUVALIANT - Inhuman Nature
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Bereits 2009 konnten JUVALIANT mit einer ersten Promo ihres Albums "Inhuman Nature" überzeugen, hatten ohne ein Label jedoch nicht allzu viele Chancen. Jetzt, am 28.5.2010 wird das Album von Limb Music Productions veröffentlicht, was sicher viele Metalheads fröhlich stimmen dürfte, kommt da doch auf die Szene ein richtig guter Progressive/Power Metal-Happen zu! Die Band wird mit Thomas Strübler an den Vocals von einem in der Melodic/Power Metal-Szene recht bekannten und beliebten Sänger unterstützt, der auch seinen Job bei CRYSTALLION sehr gut abliefert.
Das war auch für mich der Grund, mich mit der Band zu beschäftigen, da, wie bekannt sein dürfte, CRYSTALLION meine absolute Lieblingsband sind. Im Progressive/Power Metal-Bereich dürften einem als erstes SYMPHONY X einfallen, oder auch PAGAN'S MIND. Mit denen sind JUVALIANT aber wohl nicht vergleichbar, da die Österreicher auch sehr starke symphonische Elemente á la RHAPSODY OF FIRE in ihre Musik einbringen. In Verbindung mit dem Prog-Teil wird das aber alles etwas gelindert, so dass niemand Angst haben muss, dass das Album zu kitschig oder schmierig sei. Denn das ist es keinesfalls. Die dominanten Keyboards sind auch keine nervigen Folk-Klimperkeyboards, sondern dienen eher der epischen Unterlegung der Songs.
Wie es sich gehört, startet das Album mit dem leisen und schleichenden "Into the Abyss", welches sich zu einem mächtigen und epischem Stück entwickelt, dass geradeweg in "Heroes [We Will Be]" leitet. Letzterer zeigt direkt die Ausrichtung der Österreicher auf: Meist recht schneller, sehr melodischer, eingängiger, aber dennoch komplexer Prog/Power Metal. Sänger Thomas ist einfach nur göttlich (Sorry, das muss ich immer wieder sagen) und überzeugt mich voll und ganz. Auch gesprochene Passagen machen die lyrische Tiefe der Band klar, leider liegen mir die Lyrics nicht vor, sonst würde ich darauf mehr eingehen, aber die Texte sind sicher nicht ohne Sinn. Im Mittelteil bzw. Der Bridge des Songs fällt auf, dass Thomas scheinbar auch recht extrem schreien kann, FALLS er das ist. Da bin ich mir nämlich nicht sicher. Wenn ja, bestätigt das mal wieder nur die Vielseitigkeit dieses Mannes.
Der dritte Song "Doomsday Machine" drückt auch wieder sehr stark durch, sowohl vom Tempo als auch vom kraftvollen Drumming her. Hier muss ich mal den Produzenten loben, der Sound klingt wirklich extrem fett und gleichzeitig klar. Passt wunderbar zur Band. Schon die Strophe von "Doomsday Machine" ist klasse und mit Keyboard-Teppichen unterlegt, die eine gute Atmosphäre erzeugen. Der epische Refrain wird von einem dicken Chor unterstützt, was echt sehr effektiv ist und dem Hörer eine Klangdichte auflädt, das findet man nicht so schnell auf einem anderen Album. "Live to Die" dürfte der eingängigste Song des Albums sein. Startet er mit recht elektronisch klingenden Keyboards, steigt dann noch ein Chor hinzu ein. Das Stück erinnert mich ein wenig an das letzte WINTER'S VERGE-Output, da auch dort teils geflüsterte und sehr markante Textstellen eingebracht wurden, im Falle JUVALIANT wäre das ein kurzes "I'm Sorry". Die Atmosphäre steigert sich immer weiter auf den Refrain hinzu, der sehr melodisch und mit fetter Orchestrierung im Hintergrund JUVALIANT auf ihrem Höhepunkt zeigt. Aber das machen alle Songs auf dem Album. "Hell's Roundabout" beginnt mit einem sehr verspielten Gitarren-Lead im Stile von Malmsteen, welches in ein angenehmes Heavy Metal-Riff übergeht. Auch hier überwiegen die sehr bombastischen Elemente, die aber, wie erwähnt, nicht kitschig daherkommen, da die Kompositionen doch sehr kompliziert sind und sich nicht sofort erschließen. Das verspricht Hörspaß auch noch beim zehnten Hören. Und hoffentlich auch noch danach.
Der folgende Track "Killing Child" ist der schwerste Song des Albums, besonders da er mit seinen 8 Minuten sehr viele verschiedene Stimmungen beinhaltet, welche von sehr düster bis zu fröhlichen Melodien hinreichen. Hat sich das Stück aber erst einmal dem Hörer geöffnet, will dieser das nicht mehr missen – die Melodien nisten sich einfach im Hirn ein und wollen nicht mehr raus.
"On Wings of Steel" ist nicht unbedingt das, was der Name sagt: Ein True Metal-Song. Okay, überhaupt nicht. Aber das Stück kann man dennoch in die Power Metal-Ecke stecken, da es auch eingängiger als der Rest ist, auch wenn hier noch teils recht schwierige Rhythmen enthalten sind. Das würde ich aber noch locker als Power-Kompatibel bezeichnen, das machen SAINT DEAMON auch.
Allein "Silent Agony" ist ein kleiner Ausfall im sonst so makellosen Album-Gefüge, da es irgendwie keine besonders bemerkenswerten Stellen hat. Nicht sehr eingängig, nicht sehr interessant – unnötig.
Ganz anders der abschließende Song "Cold Distance of the Universe", der mit 11 Minuten ein Epos für sich darstellt. Auch hier beschwört das Stück diverse Atmosphären herauf, was mich ein wenig an "Preach with an Iron Tongue" von CRYSTALLION erinnert (ja, der Vergleich musste her).
Das Stück ist wirklich eine Meisterleistung und das eindeutige Highlight des Albums, das effizient noch einmal alle Trademarks von JUVALIANT aufgreift und verbindet. Hier gibt es eingängige Melodien, komplexe Strukturen, und Parts, die sogar beides miteinander verbinden. Wirklich ein klasse Abschluss.
Insgesamt wurde hier jetzt eine knappe Stunde feinster Prog/Power Metal dargeboten, der sich sicher nicht vor den Vorbildern verstecken braucht. Einen Vergleich braucht niemand zu fürchten, besonders da das sicher sehr schwer wäre, da die Band sehr viele verschiedene Stile in die Musik einbringt. JUVALIANT sind 2010 sicher eine der besten und innovativsten Bands, die man im Metal-Sektor findet. Grandioses Album!
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