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Jon Oliva's Pain - Festival

JON OLIVA'S PAIN - Festival

Stil: Heavy Metal
Label: AFM Records
Songanzahl: 10 Songs
Webseite:

http://www.jonoliva.net/

Wertung: 10/15
Reviewer: Ulli



 

 

Ich weiß, Jon Oliva einem Metalhead vorzustellen ist in etwa wie einem Christen zu erklären wer Jesus ist, denn er gehört nicht nur körperlich zu den Größen des Amerikanischen Metals. Aber für alle, die ihn nicht kennen solllten, hier nochmal seine Geschichte in der Kurzfassung: Mit Savatage hat er in den 80ern und frühen 90ern große Erfolge mit Savatage, einer Band die er mit seinem Bruder gründete. 1992 stieg er aus und überlies die Band seinem Bruder. Als dieser 1993 bei einem tragischen Autounfall ums leben kam, kehrte er wieder zurück. Aber nicht aktiv, sondern eher im Hintergrund als Songschreiber und Pianist. Gesungen hat weiterhin Zak Stevens.

Nachdem dieser die Band verließ und sich kein anderer Sänger fand, wurde Oliva wieder richtig Aktiv. Im Jahr 2001 kam das bis Dato letzte Savatage Album „Poets & Madmen“ mit Jon als Sänger. Im Jahr 2003 gründete er dann mit ehemaligen Mitgliedern von Zak Stevens’ Band „Circle II Circle“ sein Solo Projekt „Jon Oliva’s Pain“. Nach den 2 Hammer Alben „Tage Mahal“ und „Manical Renderings“ zeigte er sich auf „Global Warming“ eher experimentierfreudig. Wird das sympathische Schwergewicht mit „Festival“ diesen Weg fortsetzen?

 

Nein. Im Gegensatz zu „Global Warming“ besinnt man sich mit „Festival“ wieder mehr auf seine Wurzeln zurück. So könnte der Opener „Lies“, der mit einem sehr epischen und dramatischen Intro beginnt, auch auf einer Savatage scheibe erschienen sein. Ein sehr eingängiger Mid-Tempo Song bei dem sich zeigt, das Jon über die Jahre nichts verlernt hat. Die Stimme dieses Mannes ist wirklich unglaublich. Auch die Gitarrenarbeit muss ich hervor heben. Das Atmosphärische „Death Rides A Black Horse“ bewegt sich auch eher im orchestral angehauchten Savatage bereich. Hier wechseln sich krachende Gitarrenwände und sphärische Parts miteinander ab. Im vielseitigen Titeltrack zeigt sich wieder die dramatische Seite von Jon Oliva und das Gitarrensolo ist auch nicht von schlechten Eltern.

“Afterglow“ beginnt mit einem Savtage-typischen Intro, aber entwickelt sich dann zu einem hin und her zwischen soften Balladen Parts und einem harten Refrain, in dem Jon wirklich alles gibt. „Living On The Edge“ ist ein Up-Tempo Rocker in bester Savatage Manier dessen Refrain zun Mitsingen animiert. „Looking For Nothing“ ist eine Ballade, die mich irgendwie überhaupt nicht anspricht und eher zum Einschlafen verleiten. Im vergleich zu „Afterglow“ eher schwach. Falls man wirklich einschlafen sollte, wird man spätestens vom druckvollen „The Evil Within“ geweckt. Straighte Parts wechseln sich mit dem doomigen Stamperrefrain ab. Mit „Winter Haven“ gibt es wieder einen sehr soften, balladesken Song. Auch wenn er besser ist als „Looking For Nothing, frag ich mich doch wieso man so viele Balladen braucht. Aber ich denke das liegt auch daran, das ich kein sonderlich großer Fan dieser Sorte von Song bin. „I Fear You“ ist eine groovige Mid-Tempo Nummer die mit einem guten zu überzeugen weiß. Und dann noch eine Ballade. 4 Stück. Zugegeben, „Now“ ist wohl die beste und ergreifenste Ballade auf diesem Album, aber 4 Stück? Dieser Balladen-Overkill hat mich schon die aktuelle Stratovarius gearbeitet. Meiner Meinung nach hätten man „Looking For Nothing“ und „Winter Haven“ streichen können und lieber noch 1, 2 härtere Songs einbauen können. 

Die Produktion ist klasse und das alle Musiker auf diesem Album sehr talentiert sind, muss ich ja nicht erst sagen. Alles in allem ein sehr gutes Album, das für mich aber von den 4 Balladen sehr herunter gezogen wird. Mit den Meisterwerken „Tage Mahal“ und „Manical Renderings“ kann es „Festival“ auf keinen Fall aufnehmen. 

 

 


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