Kalmah - 12 Gauge
KALMAH - 12 Gauge
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Die Finnische Melodic Death Szene wird klar von Bands wie Children Of Bodom und Norther dominiert und meistens auch nur auf diese Bands reduziert. Eine Band die dabei leider nur zu oft vergessen wird ist Kalmah. Die Band, die 1991 von den Kokko Brüdern als Ancestor gegründet wurde und 1998 ihren Namen änderte, veröffentlichte mittlerweile schon 6 überdurchschnittlich gute Alben und gelten außerhalb von Finnland und überraschenderweise Kanada (wo die Band ihre jüngsten Erfolge feierte) immer noch als Geheimtipp. Dabei brauchen sie sich auf keinen Fall hinter CoB und Norther zu verstecken. Denn da, wo CoB und co. Ihren Sound immer mehr verwässern um die Verkäufe anzukurbeln, sind Kalmah brutaler und vor allem authentischer. Besonders mit The Black Waltz hat man im Jahr 2006 ein absolutes Überalbum veröffentlich, welches seinesgleichen sucht. Mit „For The Revolution“ kam man aber der Inspirationslosigkeit schon ziemlich nahe. Zu viel bekanntes, zu wenig Tempo und zu soft waren da Vorwürfe, die immer wieder aufkamen. Und selbst ich muss zugeben, dass dassAlbum zwar gut aber im Vergleich zum Vorgänger doch eher lasch ist. Mit „12 Gauge“ erschien nun am 03. März das 6te Album der Moorleichen aus Finnland.
Und wer glaubt, dass den Finnen so langsam die Luft ausgeht, der hat sich geschnitten. Thrashig angehauchter Melodic Death Metal galore! Doch am Anfang schlägt die Band ungewohnt ruhige Töne an. Ein Akustikintro mit Trompete? Hört sich merkwürdig an, klappt aber erstaunlich gut und es gelingt der Band eine bedrohliche Atmosphäre aufzubauen. Und dann kommt gleich zu beginn das erste Brett „Rust Never Sleeps“. Schon am Anfang gibt’s voll auf die 12. Peitschende Riffs gepaart mit wahrnehmbaren aber nie zu aufdringlichen Keyboards und dazu noch Pekka Kokkos Death Growls und Back Screams, was will man mehr? Auch im 2. „One Of Fail“ Track drücken Kalmah nicht auf die Bremse. Im Gegenteil, mit den Double-Bass Parts dieser Hymne versetzt die Band dem Zuhörer noch mal einen tritt in den Hintern während man mit vielschichtigen Melodien die Individualität dieses und aller anderen Songs noch mal besonders hervorhebt. Und trotzdem ist der Song, wie alle Songs auf diesem Album, sehr eingängig Wann haben Children Of Bodom so was zuletzt abgeliefert? Bei „Bullets Are Blind“ wird ein Gang runtergeschaltet. Das heißt aber keinesfalls dass der Song schlecht ist. Mit einem 1a Thrashriff und einem gelungenen Mitgrölrefrain weiß der Song zu überzeugen. Swampwar erinnert teilweise an Megadeth, eine Band die zu den Einflüssen der Band zählt. Bei diesem eingängigen Mid-Tempo Song wird das allbekannte Sumpf Thema in den Lyrics wieder aufgegriffen, ein Trademark der Band. Und hier muss ich das filigrane und trotzdem aggressive Gitarrenspiel der Kokko Brüder hervorheben. Besonders die Solos sind teilweise sehr frickelig aber wirken dabei nie langweilig. Die Jungs hauen hier ein Hammerriff nach dem anderen aus. „Better Not To Tell“ zählt zu meinen absoluten Favoriten dieses Albums. Der Song kommt im Gegensatz zum Rest des Albums besonders positiv daher. Außerdem besitzt Kalmah das Talent Refrains zu schreiben, die sich in den Gehörgang des Zuhörers fräsen. Hammer. Beim treibenden „Hook The Monster“ liefern sich die Gitarrenfraktion und der Keyboarder rasante Duelle. „Godeye“ ist ein sehr atmosphärischer und düsterer Song, der sogar teilweise and Black Metal erinnert. Wikinger-Mitsingpassagen und bissige Thrashparts geben sich hier die Klinke in die Hand und Drummer Janne Kusmin hämmert hier ohne Rücksicht auf Verluste drauf los. Diese Band ist wirklich über alles Lob erhaben. Der Titel Track beginnt wieder mit einem Akustikpart. Ein Episches Intro gefolgt von einem Thrashigen Riff bahnen den Weg für eine weitere Riffgranate. Der reguläre Rausschmeißer kommt in Form von „Sacramentum“ daher, und was für ein Rausschmeißer das ist. Ein überepisches Keyboard Intro geht in einen sehr atmosphärischen, gerade zu melancholischen und äußerst dramatischen Song über. Aber er wirkt auf keinen Fall kitschig oder. Im Text geht es um einen Gladiator der sein Land, sein Zuhause und seine Familie verloren hat und jetzt in einem Fremden Land zur Belustigung des Folkes um sein Leben kämpfen muss. Der Pre-Chorus und der Chorus sind wohl das geilste, was Kalmah jeh an Refrains veröffentlicht hat. Ich bin jedes Mal sprachlos wenn ich das höre. Ein gelungenes Ende. Die Japanischen Fans bekommen mit dem Thin Lizzy Cover „Cold Sweat“ noch ein kleines Extra, welches ganz witzig aber ansonsten auch nicht weiter erwähnenswert ist.
Alles in allem haben die Finnen hier eine geniale Mischung aus der Härte und den Thrashigen Riffs von Black Waltz und den Melodien aus For The Revolution geschaffen. Eine Bombe nach der anderen. All Killer, No Filler während die Kollegen von CoB mit ihrem Cover Album am vorläufigen Tiefpunkt ihrer Schaffensphase angelangt sind. Schafft es das Album an „The Black Waltz“ ran? Nicht ganz, aber es ist wirklich sehr, sehr knapp. Alle Freunde des Melodic Death Metals, egal ob Schwedischer oder Finnischer Machart, sollten hier zugreifen.
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