MAGICA - Dark Diary Review
MAGICA - Dark Diary
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Magica sind zurück! Die Rumänen rundum Sängerin Ana Mladinovici schmeißen am 28. Mai ihr neues Werk „Dark Diary“ auf den Markt. Das letzte Album „Wolves And Witches“ wurde sowohl von Presse als auch von der Fangemeinde relativ gut aufgenommen und erntete einige positive Kritiken. Auch mich ließ das Werk aufhorchen, weshalb ich mich natürlich auch mit dem neuen Werk auseinandergesetzt habe.
Mit „Anywhere but Home“ geht’s relativ zügig los und dem Hörer werden ordentlich die Ohren weggeballert. Besonders das Zusammenspiel zwischen Keyboard und den beiden Gitarren funktioniert wieder exzellent und bildet eine Grundlage für den Sound, der erneut absolut Ohrwurmtauglich ist. Ana schafft es selbst jetzt noch, eine Schippe draufzulegen und glänzt besonders in der eher ruhig angehauchten Bridge, wobei ich ihren Gesang auch im Refrain mehr als nur angenehm finde. Das Tempo ist im Refrain etwas gedrosselt, was aber einen gelungen Ausgleich zu den ballernden Strophen darstellt. Wieder mal ein starker Opener, der sofort im Ohr hängen bleibt und den Ersteindruck positiv aussehen lässt. Das Solo ist wie gewohnt schnörkellos, aber immer wieder perfekt in den Song integriert. Bogdan spielt seine Soli immer mit sehr viel Gefühl, wodurch diese einfach besonders weich klingen, was mir bei dieser Mucke aber definitiv zusagt.
„Tonight“ schlägt prinzipiell in die gleiche Kerbe wie der Opener, wobei die Grundatmosphäre etwas düsterer ist und der Song allgemein eher im Midtempo angesiedelt ist. Was dem Hörer sofort auffallen dürfte, ist die Tatsache, dass der Song mit einem Doppelchorus zu glänzen weiß. Zuerst relativ gefühlvoll gesungen, mündet der erste Part des Refrains dann in den 2., welcher etwas energischer daher kommt und den Song super abrundet.
Mit „Never like you“ folgt nun mein absolutes Highlight. Der Song startet direkt durch und geht in die Vollen, tolle Riffs, geniale Keyboardeinschläge im Anfangspart. Der Song befindet sich fortwährend im Uptempobereich und kommt mit recht unspektakulären Strophen daher, die sich aber eben perfekt ins Grundgerüst einfügen. Die Bridge mag sich etwas ziehen, was aber nicht wirklich stört, da sie einen quasi nur auf den mehr als nur genialen Chorus vorbereitet. Dieser ballert einem schön die Ohren weg und zeigt Ana in Höchstform, wobei sie von ein paar Growls unterstützt wird, was diesem Song in meinen Augen einen besonderen Glanz zukommen lässt. Genial finde ich auch den Part nach dem 1. Refrain, der diesen erstmal eher ruhig ausklingen lässt, um dann wieder einen fetten Kickstart hinzulegen. Ein kurzes knappes Solo läutet dann den finalen Refrain ein und lässt meines Erachtens nach keine Wünsche offen.
„Wait for me“ lässt sich gut und gerne als Power Ballade beschreiben, was vor allem im Refrain durchkommt. Beginnen tut der Song nämlich mit stampfenden Riffs, die einen vorerst keine Ballade vermuten lassen. Die Strophen treiben auch eher stampfend voran, münden dann aber in einem sehr gefühlvollen Refrain, der eben die Bezeichnung „Power Ballade“ perfekt unterstreichen dürfte. Hier sticht auch hervor, dass die Atmosphäre zwischen düster und happy hin- und her switcht. Auch das Keyboardsolo gegen Ende weiß zu überzeugen und lässt das gesamte Album bislang sehr stark aussehen.
Mit „Need“ haben wir gleich schon die Hälfte des Albums rum, da Track Nummer 11 ein Outro darstellt. „Need“ war einer der Songs, die erst nach 3 Durchläufen so richtig bei mir ankam. Anfangs bekommt man eigentlich all das zu hören, was schon aus den vorigen Songs bekannt sein dürfte. Bei dem Refrain hatte ich anfangs allerdings so meine Probleme, da ich davon ausging, dass es sich dabei um die Bridge handelt. Doch gerade der Refrain wirkt nach ein paar Durchläufen enorm stark und steigert sich fortan immer weiter. Dieser kommt stampfend daher und auch das Tempo ist größtenteils relativ hoch, wobei hoch hier nicht unbedingt Uptempo heißen. Besonders der letzte Chorus weiß zu beeindrucken, da Ana mit der Tonlage ein Geschoss höher steigt und auch der Rhythmus etwas anders ist. Definitiv ein würdiger Ausklang für diesen Song.
„Release my Demons“ gehört zu den unspektakulärsten Songs des Albums. Zwar ist er nicht wirklich schwach, doch nervt einen der Refrain irgendwann einfach nur noch. Die Strophen sind ziemlich ruhig gehalten im ersten Part, da man den Gesang dort gut und gerne als Flüstern bezeichnen darf. Fortan wird der Song dann aber etwas energischer und zeigt sich mit einem relativ simplen Refrain, welchen man ja ohnehin schon beim Anfang des Songs zu hören bekam. Mir fehlt hier einfach etwas besonderes, dass vielleicht hervorsticht oder im Ohr hängen bleibt. Man hat einfach das Gefühl, dass sich der Refrain tausend mal wiederholt und da dieser wie gesagt ziemlich simpel und ideenlos ist, geht das nach ein paar Rotierungen der gesamten Platte doch schon auf die Nerven. Doch schon der nächste Song kann hier wieder einiges gut machen.
„On the side of evil“ beginnt relativ ungewöhnlich, da Ana’s Gesang mit ein paar Effekten versehen wurde. Die Strophen wirken ziemlich treibend und Ana’s Stimme gefällt mir hier besonders gut. Der Refrain klingt von der Stimmung her sehr positiv und im Background tummelt sich mal wieder eine männliche Stimme, die Ana insofern unterstützt, dass sie noch energischer klingt. Das Keyboardsolo stammt eher aus der Riege Stratovarius und Co., fügt sich aber mal wieder perfekt ins Gesamtbild ein und rundet auch diesen Song ab.
„My kin my enemy“ zeigt sich ähnlich wie „Release my demons“, überzeugt aber zumindest mit sehr starken Strophen, die düster und atmosphärisch wirken. Auch die Instrumentierung des Keyboards passt hier besonders gut und unterstreicht die Grundatmosphäre gekonnt. Hier zeigt sich Bogdan auch mal mit einem der längeren Soli und wieso eigentlich nicht? Der Mann kann was und das wird besonders bei diesem Song deutlich.
Der vorletzte Song beginnt relativ ruhig, mündet dann aber in harte Riffs, die etwas dramatisch klingen. Das Tempo ist eher hoch angesiedelt, wobei es mit „Wait for me“, „Release my demons“ und „My kin my enemy“ sowieso nur 3 richtige Midtemposongs gibt. Der Refrain klingt hier wieder enorm positiv und mitreißend, stellt den vorangegangenen Song locker in den Schatten. Ana’s Gesang nach dem ersten Refrain kommt richtig emotional daher und somit zeigt die Gute mal wieder, was für ein Goldkehlchen sie doch hat. Der Song ist kurz und knapp und bringt alles direkt auf den Punkt, man bindet nur die Stärken von Magica ein und verzichtet auf großes Trara.
„We are Horde“ ist dann auch schon der letzte richtige Song auf dem Album, wobei dieser noch mal schön vor sich hin ballert. Double-Bass wird hier großgeschrieben, wobei die Strophen eigentlich noch eher ruhig klingen. Das ändert sich dann spätestens mit dem Refrain, der wie ein kleines Feuerwerk klingt. Im Hintergrund hört man wieder diverse Growls als Unterstützung, was diesem Song auch absolut nicht schadet. Der letzte Refrain setzt dann noch mal eins drauf, klingt noch treibender und fesselnder als ohnehin schon.
Ein mehr als nur würdiger Abschluss für ein gutes Album, welches den Vorgänger meiner Meinung nach übertrifft. Wer denkt, dass das Outro nur sinnloses Geplänkel ist, der hat falsch gedacht. Auch hier zeigt sich Ana noch mal sehr gefühlvoll und emotional. So macht es auch Spaß, sich ein Outro zu geben, da sich viele Outros eigentlich als überflüssig herausstellen, doch hier ist das anders. Auch das Geklimper weiß hier zu überzeugen und lässt den Hörer nach einem kleinen Abenteuer wieder runter kommen.
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