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Orion's Reign - Nuclear Winter

ORION'S REIGN - Nuclear Winter

Stil: Power Metal
Label: IceWarrior Records
Songanzahl: 16 Songs
Webseite:

http://www.orionsreign.com/

Wertung: 9,5/15
Reviewer: Steelbound



 

Bisher waren mir die sechs Griechen ORION'S REIGN noch nicht bekannt, mit dem Re-Release ihres Albums „Nuclear Winter“ über IceWarrior Records bin ich auf sie aufmerksam geworden und habe mich bei Franko von IceWarrior Records um eine Promo bemüht, die dann auch eingetroffen ist – die Version mit 5 Bonustracks! Das fand ich richtig genial. Bisher hatte ich nur Ausschnitte gehört, und die haben mir richtig gut gefallen. 
Zuerst: Das Album ist beileibe kein durchschnittliches Power Metal-Album, wie man es bei dem Namen, Bandlogo oder Cover erwarten könnte, es setzt sich durchaus ab. Musikalisch orientieren sich die Griechen eindeutig an solchen Epik-Meistern wie Rhapsody of Fire, dies jedoch nur vage, denn hauptsächlich bringt die Band ihren eigenen Stil ein. So zum Beispiel beim sehr hymnischen Opener „Amidst the Battle“, der ein grandioses Beispiel für gute Melodien und Keyboard-Einsatz ist. Man hört der Band zwar noch ihr recht junges Alter an, aber dafür ist es richtig gut. Lediglich Sänger Yiannis gefällt mir nicht. Stellenweise ist er gut, aber wenn er in den hohen Lagen singt, beziehungsweise es versucht, verliert er. Denn dann kommt das ganze recht schräg und schief daher, was sich etwas hysterisch anhört. Im Titelsong beweist er jedoch, dass er es auch besser kann – in einer mittleren Tonlage ist er richtig gut und erinnert an Fabio Lione von Rhapsody. Ich weiß nicht, ob er auch die kurzen Screams eingebracht hat, diese klingen jedoch sehr professionell und ausgezeichnet. Ich liebe es, wenn sich in Power Metal-Songs solch „böse“ klingenden Screams oder Growls einflechten, und ORION'S REIGN machen das wunderbar. Die Verbundenheit zu italienischen Epic Metallern erkennt man auch am symphonischen Interludium „Cruor Ritus“, welches den Mid-Tempo-Song „Darkness Comes“ einleitet. Dieser trumpft mit Stakkato-Riffs auf und einem Keyboard, welches dezent im Hintergrund agiert. Yiannis ist in diesem Song in einer recht guten Stimmung, wobei die hohen Schreie im Hintergrund einige Leuten aufstoßen könnte – ich finde es recht angenehm und passend. In der zweiten Strophe singt eine cleane Stimme im „Duett“ mit einem Growl-Gesang, klasse! Der Refrain kann sehr überzeugen, kommt sehr hymnisch rüber und die Lyrics brennen sich ins Gehirn ein. „A Way Out“ und das Vokal-Lose „Steel Horizons“ sind beide recht unspannend, um nicht zu sagen überflüssig. Bei „Medfeast“ muss ich wieder an unsere Freunde von Rhapsody denken, die auch gerne mal das ein oder andere Folk-Instrumental einstreuen. So auch hier, dieses geht aber mit nur einer Minute recht schnell zu Ende. Das hätte länger sein dürfen! Es leitet den von Flöten oder ähnlichen Instrumenten getragenen Song „Oldead“ ein. Mit ganz viel Doublebass und Riffs bringt dieser sicher einen jeden Power Metal-Fan schnell zum Headbangen. Ich finde es amüsant, Yiannis Stimme wechselt von Song zu Song – Sang er auf „Amidst the Battle“ noch hoch und schlecht, singt er hier hoch und – gut! Sehr merkwürdig. Warum nicht direkt so? Naja, egal. „Oldead“ schlägt in die gleiche hymnische Kerbe wie „Amidst the Battle“, nur mit einem etwas höheren Tempo. Besonders die Flöten-Melodie ist nett und eingängig.  Anschließend folgt die Trilogie „Beyond Eternity“, die mit „The Parting“ ihren Anfang nimmt. Schon die Titel weisen auf die Lyrik hin, die im epischen Fantasy-Bereich angesiedelt ist. Sehr geil. Dieser Track startet mit einem sehr symphonischen Intro, Yiannis singt fast schon in der Art eines Opern-Sängers. Solche Einflüsse einzubringen, finde ich auch sehr sympathisch. So geht der Song in das Opus „The Slaughter“ über, in welchem Yiannis wieder etwas schlechter singt. Zu monoton ist hier seine Tonlage, um überzeugen zu können. Die Instrumentalisten und der Bombast können den Song jedoch retten, auch wenn er nicht sonderlich eingängig ist noch gute Melodien aufweist. Da hätte man nach dem Intro mehr erwarten dürfen! Das Ende des offiziellen Teils des Albums stellt „The Vision“ dar. Dieser verzichtet weitgehend auf Klimper-Keyboards, sondern setzt diese eher als atmosphärisches Mittel ein. Der Refrain wird von einem starken Chor unterstützt, leider fehlt hier insgesamt etwas. Dennoch, nett zum Anhören aber nicht sehr überzeugend. Da kamen Sachen wie der Titeltrack schon besser. 
Der Bonus-Teil beginnt mit dem Preludium „Dawn in Carnage“, welches richtig genial auf eine Schlacht einstimmt – so klingt es auf jeden Fall. „Last Stand“ klingt zu Beginn etwas merkwürdig, als dann jedoch der Chor einsetzt, sind die Zweifel weggefegt. Der Song erinnert vom Einsatz der Symphonischen Elemnte an Rhapsody of Fire, während sich Sänger Yiannis immer noch nicht verbessert hat. Der Gesang klingt einfach sehr schief. Schade. „Siege of Ruad“ beginnt ebenfalls mit Schlacht-Klängen, anschließend folgt ein ruhiger Teil, in dem eine Frau singt. Das gefällt sehr gut, besonders da das Gitarrenspiel sehr gefühlvoll ist. Yiannis singt daraufhin etwas ruhiger und balanciert mal wieder auf der Grenze zum Abstürzen mit der Stimme – ob er es wirklich tut, mag jeder selber entscheiden, für mich bleibt er noch oben, so gerade noch in Ordnung. Der Epische Teil beginnt und, ich muss sagen, vom Instrumentalen her ist die Band genial. Bitte, Jungs, holt euch einen anderen Sänger! Ich will keine Zwiespalt hervorrufen, allerdings wäre damit jedem gedient, besonders den Hörern. Die beiden darauf folgenden „Orchestral Version“ von „Last Stand“ und „Siege of Ruad“ sind überflüssig – wie bei allen Orchestralen Versionen von Songs, die es bereits gibt. Meine Meinung. 
Damit wird jedoch das Album zu einem guten Abschluss gebracht. Ob das Album aber gut ist... da werden sich die Meinungen spalten. Genre-Fans werden wahrscheinlich Gefallen finden, während andere Hörer dem nicht so gut gegenüberstehen. Also gilt: Erst anchecken, dann kaufen. 

 


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