Rage - Gib dich nie Auf (EP)
RAGE - Gib Dich Nie Auf (EP)
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Rage gehört wohl zu den meist unterschätzten Metal Bands die es auf dieser Erde gibt. Jeder der sich jetzt fragt wieso Rage Against the Machine den unterschätzt sind hat meine These so eben bestätigt. Den die Rede ist nicht von der US Amerikanischen Nu-Metal Band aus Los Angeles, sondern von der Deutschen Heavy Metal Band Rage aus Herne, Nordrhein-Westfalen. Gegründet wurde die Band im Jahre 1983 als „Avenger“ von Bassisten und Sänger Peter „Peavy“ Wagner (Welcher auch bei der Punk Rock Band „Der Riß“ mitspielte und für einige Zeit Songschreiber der Progressive Thrash Metal Formation „Meakong Delta“ war), den Gitarristen Alf Meyerratken und Jochen Schröder und dem Drummer Jörg Michael (Momentan bei Stratovarius, war davor auch bei Meakong Delta, Running Wild, Grave Digger, Axel Rudi Pell, Headhunter und Saxon tätig). Anfangs noch eine gewöhnliche Speed Metal Band, entwickelte sich die Band bald zu einer Vorzeige-Band des deutschen Heavy Metals. Sie waren unter anderem die erste Heavy Metal Band, die ein Album mit einem Orchester aufgenommen hat (Das Album hieß „Lingua Mortis“ und kam 1996 in die Läden. SCREW YOU METALLICA!). Trotz der ein oder anderen Krise gelang es Herrn Wagner immer wieder die Band am leben zu halten. Bis heute bringen sie in regelmäßigen Abständen Alben raus und sind gerade dabei ihr 20tes Album aufzunehmen, welches 2010 in die Läden kommen soll.
Aber genug Geschichte für Heute. Kommen wir zum eigentlichen Thema: Die EP „Gib Dich Nie Auf“ wurde im Januar diesen Jahres von Nuclear Blast Records veröffentlicht. Das besondere an dieser EP ist, das sie erstens als kleines Geburtstagsgeschenk der Band diente und man zweitens mit dem Titel-Track „Gib Dich Nie Auf“ am diesjährigen Bundesvision Songcontest (einem Contest ins Leben gerufen von Stefan Raab und angelehnt an den Eurovision Songcontest) teilgenommen hat. Eine der Regeln dieses Contests ist das der Song mindestens zu 50% auf Deutsch sein muss. Deswegen haben Rage den Song auch auf Deutsch eingespielt. Eine Englische Version ist auch vorhanden. Der Song ist damit der zweite Rage Song, der in Deutsch eingesungen wurde (erster war „Vollmond“, die Deutsche Version von „Full Moon“ aus dem „Speak of the Dead“ Album aus dem Jahr 2006). Als Außenseiter und mit minimaler Promotion schaffte es Rage auf Platz 3, was für eine Metal Band wie Rage bei so nem Contest schon was besonderes ist (Ich weiß das Subway to Sally, Oomph! und In Extremo auf teilgenommen haben und die ersten beiden haben sogar gewonnen. Aber ich glaube jeder wird mir zustimmen wenn ich sage das diese 3 Bands nicht ganz in die selbe Sparte wie Rage fallen).
Eröffnet wird die EP vom Titelstück „Gib Dich Nie Auf“. Ein im Mid-Tempo angesiedelter, auch etwas grooviger und leicht eingänglicher Song der dem Zuhörer, wie der Name schon sagt, dazu bringen soll nie aufzugeben. Da dieser Song für den Bundesvision Songcontest geschrieben wurde, ist es kein Wunder das Rage ihn eher einfach gehalten haben. Ich glaube auch kaum das die Jungs da mit Songs wie „Black in Mind“, „Soundchaser“ oder „Down“ eine Chance gehabt hätten. Er geht wie erwähnt leicht ins Ohr und bleibt dann auch eine Weile im Kopf. Der Riff ist nicht der komplexeste, aber das macht ihn nicht schlecht. Herausstechen tut der Hymnen-artige Prechrus (hätte auch nicht gedacht, das ich das mal so sagen würde). Ich hätte mir gewünscht, dass der richtige Chorus auch so wäre. Alles in allem ein guter Track, der den 3. Platz verdient hat. Wobei es auch schon bessere Stücke von Rage gab.
Weiter geht es mit „Vollmond“. Nach einem ruhigen Intro geht es mit einem fetten Riff und richtig los. Das Drumming von Mike Terrana, der als dieser Song aufgenommen wurde noch in der Band war, macht den Song zu richtigen Granate. Diese Hymne ist zusammen mit „No Fear“ und „Kill Your Gods“ wohl der beste Song vom „Speak of the Dead“ Album und beweist mal wieder was für ein selten Genialer Komponist Victor Smolski ist.
Der nächste Song ist „Never Give Up“, die Englische Version von „Gib dich nie Auf“. Diese Version ist mit Intro und längerem Gitarrensolo gut eine Minute länger als die Deutsche Version und haut so noch mal etwas mehr rein, Ansonsten gilt eigentlich das selbe wie für „Gib dich Nie Auf“.
Und jetzt kommen wir zu Terrified, dem wohl besten Song der EP. Aufgenommen wurde er 2007 für das Nuclear Blast Anniversary Album „Into the Light“ und war der ersten Rage Song mit deren neuen Drummer Andre Hilgers. Mit einem brachialen Riff geht es los. Der Song ist bis auf den Hymnenartigen Refrain sehr thrashig gehalten ohne aber die Rage Trademarks zu vergessen. Andre Hilgers beweist das er zwar nicht so technisch frisiert ist wie ein Mike Terrana, aber es trotzdem jederzeit mit diesem Aufnehmen kann. Ein Meisterwerk.
Dann kommen wir zum ersten und einzigen Tiefpunkt: Die orchestrierte Version von „Lord of the Flies“. Versteht mich nicht Falsch, „Lord of the Flies“ ist ein genialer, düsterer Mit-Temp Song der an „Bleeding Eyes“ von Masterplan erinnert und der mal wieder beweist wie wichtig Gitarrist Victor Smolski für die Band geworden ist. Aber diese Version...Naja...Man hat die Instrumente leise gedreht und ein paar Instrumente drübergeklatscht. Es hört sich irgendwie so zusammengewürfelt an. Und von dem Man, der die bombastische „Suite Lingua Mortis“ komponiert und orchestriert hat, hätte ich mehr erwartet. Kauft euch lieber das „Carved in Stone“ Album mit der Original Version des Songs.
Der letzte Song, „Home“, ist eine vertextete und Orchestrierte Version des Instrumental Stückes „Longing“ von Victor Smolskis erster solo EP „Destiny“. Dieser Song ist eine pure Orchester-Ballade bei der Victor ein Cello-Solo hinlegt, bei dem einem die Tränen kommen. Der zweitbeste Song der EP. Victor Smolski ist einfach ein Gott.
Insgesamt ist es es eine gute EP, was in erster Linie „Terrified“ und „Home“ zu verdanken ist. „Gib Dich Nie Auf“ bzw. „Never Give Up“ ist auch ein guter Song, aber für Rage-Verhältnisse doch eher nur Mittelmaß. Wer großer Fan der Band ist und alles haben muss, kann sich die EP holen, Wer die Special Edition von „Speak of the Dead“ und den Nuclear Blast Anniversary Sampler „Into the Light“ besitzt und sich die Orchestra Version von „Lord of the Flies“ von Nuclear Blast umsonst gedownloadet hat, der sollte sich den Kauf noch mal überlegen.
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