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Review: Dyrathor - Sacred Walcraft of Hel

DYRATHOR - Sacred Walcraft of Hel

Stil: Pagan Metal
Label: Black Bards Entertainment
Songanzahl: 10 Songs
Dauer: 50:35
Webseite: www.dyrathor.com/
Wertung: 12/15
Reviewer: Rip | 28.5.2010




DYRATHOR sind eine recht junge Band aus Nordrhein-Westfalen , die 2006 gegründet wurde und sich mit ihrem Demo “Memories in Frost” einen guten Bekanntheitsgrad in der aufkommenden Paganszene erarbeitet hat.
Mit gerade mal dem Durchschnittsalter von 16 Jahren spielten sie auf zahlreichen Konzerten mit namhaften Bands und ihre Demo CD wurde trotz 2ter Pressung wieder ausverkauft.


Dieses Jahr bringen sie ihr erstes Album mit dem Namen “Sacred Walcraft of Hel” heraus, welches ihren Stil des Pagan-Metals mit BM und Folkeinflüssen weiterführt.
Es finden sich sowohl deutsche als auch englische Songs auf dem Album.

Zu Beginn wird man mit düsterer Stimme ins heidnische Flair entführt, doch der Schurkenlacher am Ende des ersten Tracks zeigt auf, dass es auf dem Album sehr stimmig zugehen wird.

So kommt man zum ersten Song auf dem Album, welcher nach ihrer Demo CD benannt ist und hat sogleich einen typischen Pagan- Song zu hören, der zwar von den Lyrics das typische schon allzu oft gehörte Thema des superbösen Christentums hat, aber songtechnisch sehr gut gelungen ist. Der harte und schnelle Leadgesang von Markus abwechselnd mit schön gesungenen Chorälen und Julians perfekt und schnell gespielter Violine erzeugen eine wunderbare Stimmung und einen unverwechselbaren Sound.

“Im Auge des Sturms” ist langsamerer und Gesang wechselt permanent zwischen Screaming und Growling, die Violine wird ebenfalls langsamer gespielt und verleiht dem Song einen einprägsamen Klang.


Der dritte Song “Ariovist” behandelt den bekannten germanischen König in einem wiederum schnelleren Stück, welches erstmal ein wirklich prägnantes Gitarrenspiel enthält, jedoch kurz darauf wieder von der Violine abgelöst wird.
Der Stil bleibt beim nachfolgenden Song “Und ewig rinnt das Blut” gleich, der jedoch erstmals hörbar Keyboard oder Synthesizer-Passagen enthält. Diese hätte man sich aber auch ersparen können, die sie ohne diese auch ein sehr gutes akustisches Flair aufbauen. Lyrisch behandelt der Text den Horkenstein (wahrscheinlich ein alter Opferstein, um den sich mehrere Sagen drehen) in Hattingen (die Heimatstadt der Band), der einen würdigen Song als Ersatz für seine heutige, unwürdige Lage bekommen hat.

Mit “Ode an die Heimat” lässt die Band ein weiteres mal seine Wurzeln in einem Lied verlauten, das ein Gedicht vertont. Songtechnisch gesehen hat man ein im Vergleich eher langsameres Stück und es kommt wie im Track “Ariovist” eine kurze Sprechpassage vor, die ein weiteres starkes Merkmal von DYRATHOR sind.
“Kampf auf Samsey” (ebenfalls ein überarbeitetes Stück von der Demo) führt wider ins heidnisch-mythologische Flair, nämlich auf die Insel
Samsø, auf der das verfluchte Schwert Tyrfing das erste der drei Unglücke herbeibeschwört. Leider ist zum Song nicht wirklich mehr zu erwähnen, da es den vorigen Songs ziemlich gleicht.


“Thumelicus Secutor” behandelt wieder ein historisches Thema. Es geht um Thumelicus, der von Germanicus als römische Kriegsbeute in seinem Triumphzug benutzt wurde und angeblich später in der Arena in Ravenna sein Ende fand. Dementsprechend geht es in den Lyrics um dessen Gedanken und Gefühlen in der Arena.

Der nächste Song, “Entspringe dem Felsen” enthält (endlich?) etwas Abwechslung und ist ein ruhigeres Lied, das die Merseburger Zaubersprüche vertont. Der Vokalist trägt diese sehr gut vor und der Klang eines Klaviers am Anfang und Ende des Songs erzeugen eine schöne Stimmung.

“Wudana Wittekina Waigand” der letzte Song auf dem Album nimmt wieder historische Thematik an- Den Widerstand der Sachsen gegen Karl den Großen.
Doch so viel gutes der Song musikalisch enthält, so mies ist das dauernde Synthesizer- ”Geklimper” im Hintergrund, das sich wie der Soundtrack eines Low-Budget Mittelalterfilms anhört , was sehr schade ist, da es den finalen Song des Albums ziemlich verhaut.


Ich bin ganz ehrlich: Ich habe mir noch nie so schwer getan bei einem Album auf einen Konsens zu kommen wie bei diesem hier.
DYRATHOR haben zweifelsohne ein tolles Album produziert und, was sehr wichtig ist, ihren eigenen, alten Stil erhalten und weiterentwickelt. Vor allem die Violine verleiht der Band ein prägnantes Merkmal und macht die Songs zu guten Stücken. Doch die im Album immer stärken werdenden Keyboard/Synthesizer Passage sind etwas, dass DYRATHOR
sich ersparen könnte. Stattdessen sollten sie vielleicht einen E-Bass dazu holen, der den Songs helfen könnte ein intensiveres und ausgefeilteres Flair zu verschaffen.

An den Lyrics sind sehr die historischen Aspekte zu loben und vor allem die beiden Gedichte sind ein tolles Thema, dass sich die Gruppe ausgesucht hat.
Im Großen und Ganze empfehle ich, da es trotz der paar Makel und der manchmal fehlenden Abwechslung ein tolles Album ist und im Vergleich zu den vielen boomenden Pagan- Bands einen eigenen Stil enthält.


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