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SCAVANGER - Giving Entrance REVIEW

SCAVANGER - Giving Entrance

Stil: Heavy Rock/Metal
Label: Eigenproduktion
Songanzahl: 11 Songs
Dauer: 52:05
Webseite: www.scavanger.de
Wertung: 12,5/15
Reviewer: Steelbound | 21.5.2010




Die Rosenheimer Band SCAVANGER dürfte den meisten Metallern unbekannt sein, veröffentlichten sie mit "Giving Entrance" grade mal ihr zweites Album, wobei das 2005-er, selbstbetitelte Werk, noch unbekannter ist. Dennoch hatte die Band die Chance, sehr viele Gigs mit prominenten Bands zu spielen, wie z.b. Y&T oder Oomph!. Außerdem, nicht zu vergessen, das Heavy Metal's Calling-Festival, welches die Band jährlich organisiert und mit sehr guten Bands, welche ebenfalls meistens aus Bayern stammen, aufwarten kann. So ungefähr habe ich SCAVANGER auch kennengelernt, nämlich durch die Kollegen von CRYSTALLION, welche auch dort auftreten. Leider ist das dich eine etwas große Distanz, aber man kriegt's natürlich schon mit, wo und mit wem die eigene Lieblingsband spielt.


Vom Stile her sind SCAVANGER und CRYSTALLION aber wohl eindeutig grundverschiedenen, denn wo CRYSTALLION auf melodische Gitarren-Leads legen, kommen SCAVANGER mit Heavy Riffs daher. Da ist die Grundausrichtung, klar, die sich an Bands wie Judas Priest und Iron Maiden, sowie einem dicken Heavy Rock-Einschlag orientiert. Daher sind die Markenzeichen der Band ein klarer Gesang, der aber auch im Gegensatz zum meist sehr hohen Power Metal-Gesang eher in die raue Richtung geht, sodass die Songs keineswegs kitschig oder ähnliches sind, sondern immer mit richtig dicken Eiern abrocken!


Ein kleiner Hinweis am Rande: Das Album "Giving Entrance" könnt ihr euch auf der Band-Webseite immer noch kostenlos herunterladen! Und spätestens das sollte euch dann von den Qualitäten der Band überzeugen!


Und eben jenes Album habe ich nun netterweise zur Besprechung von der Band bekommen. Ich muss sagen, das Album ist in sich perfekt geschlossen, kein Song reißt aus dem Muster aus, welches etwas sehr einfaches vorgibt: Hier wird Wert auf Tradition und Eingängigkeit gelegt! Wer hier komplexe Songstrukturen mit Stücken jenseits der 10-Minuten-Grenze erwartet, sollte schnell wegklicken. Das ist nämlich genau das Gegenteil des Albums, welches einfach nur Arsch tritt und Spaß macht! Gleich ein Kracher wie "Rebirth" am Anfang sorgt für gute Laune, mit 80-er-Riffs, guten Soli und einem tollen Refrain. Die Lieder sind allesamt wirklich sehr gut, keiner fällt ab, wobei sie teils doch ein wenig zu unabwechslungsreich sind. So stellt sich nach ein paar mal Hören schon ein bisschen Langeweile ein.

Das ist aber nicht wirklich schlimm, da die Songs eben auf Spaß anstatt von komplizierten, immer wieder neu zu entdeckenden Strukturen, setzen. So folgen auch die beiden Tracks "The Last Judgement" und "Stalker" dem Muster aus Eingängigkeit und klassichen Riffs, bevor mit "The Evil Rocks the Night" meiner Meinung nach wieder ein richtiger Kracher vorliegt. Die Band-Shouts kommen sehr gut rüber, wobei die Produktion ein wenig besser sein könnte. Aber das ist verzeihlich, bei einer Eigenproduktion. Gänzlich ohne HAMMERFALL-Anleihen kommt "Riders of the Storm", welcher zu Beginn sehr balladesk erscheint, aber mit einem Tempo-Wechsel und gutem Chorus überzeugt.

Das folgende "Metal Queen" ist ein ganz typischer, nach vorne rockender Heavy Metal/Rock-Song, wie er auch von den Legenden der 80'er sehr gut hätte geschrieben werden können. Name, Lyrics als auch Musik verkörpern einfach den richtigen Spirit, so muss das sein! "Assassins of Ankh Morpork" dürfte euch bereits bekannt sein, da wir mit dem Song die Band bei "Supporting the Underground" bereits vorgestellt hatten. Dieser hat auch durchaus die Berechtigung als Highlight des Albums, die Gitarristen sind auf Höchstform und lassen ein gutes Solo oder Riff nach dem anderen raus.

Man hält sich nicht lange mit irgendwelchen Bridges oder Einlagen auf, nein, hier wird einfach direkt in den Refrain gerockt, der sicher der stärkste des Albums ist. Gleich darauffolgend steht "Together We Stand, Together We Die", der meine zweite Wahl für einen Track zur Vorstellung gewesen wäre. Dieser kommt nämlich mit seinen Stakkato-Riffs sehr MANOWAR-Artig rüber, wobei hier eher an MANOWAR zu "Kings of Metal"-Zeiten zu denken ist. Der Refrain kommt mit der Titel-Zeile sehr hymnisch als auch episch rüber. Nochmal ein richtiges Highlight! Die letzten beiden Stücke des Albums, "Dead End" und "Between the Devil and the Deep Blue Sea" rocken nochmal kräftig, wobei letzterer eher melodisch und episch daherkommt, was auch der Titel schon andeuten mag.


Als Extra gibt es auf dem Album noch die Akustik-Version des Stückes "Heavy Metal's Calling" zu bestaunen, oder zu "behören". Das Stück steht im Original so auf dem 2005'er-Selftitled-Album, welches mir leider nicht vorliegt. Im Original ist der Song jedoch einer, der auf keinem Gig der Band fehlen darf, sowie Namensgeber fürs Festival und Bandhymne. In der Akustik-Version ist er wie verwandelt, sehr ruhig und langsam, was ihm aber auch gut steht. Perfekter Abschluss für dieses Album!


Im Fazit möchte ich sagen, dass SCAVANGER weder innovativ noch revolutionär sind – aber einfach geniale, rockende und arschtretende Songs schreiben können. Da müssen die ersteren beiden Eigenschaften eben mal zurückgestellt werden: Bei SCAVANGER ist das nicht nötig! Sicher eine der besten "Underground"-Produktionen des Jahres 2010!


"When Heavy Metal's Calling, the Revolution's near!"


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