Winter's Verge

Die Zypriotischen Power Metaller Winter's Verge haben am 29.1. ihr Album ''Tales of Tragedy veröffentlicht. Grund genug, um mit der Band über ihre Musik, Geschichten und die Metalszene auf Zypern zu sprechen. Im Interview habe ich Bassist Miguel.
Hi Miguel! Vor kurzem habt ihr euer neues Album “Tales Of Tragedy” veröffentlicht. Was denkst du persönlich über das Album?
Hallo! Wir sind sehr zufrieden mit dem Album. Ich meine, wäre es nicht irgendwie sinnlos etwas zu veröffentlichen von dem du selbst denkst es sei nicht gut? Wer würde schon etwas kaufen wollen das du selbst noch nicht mal kaufen würdest? Da es unser zweites Album ist, haben wir die Dinge, die wir beim machen des ersten Albums gelernt haben, bei diesem Album angewandt und ich denke dass es in vielen Bereichen sehr viel ausgemacht hat.
Was erwartet und erhofft ihr euch für das Album? Verkauft sich das Album gut?
Also, darüber wissen wir noch nichts. Wir bekommen die Verkaufszahlen des Platten-Labels nur alle 6 Monate. Deswegen nehme ich an, das wir dass im Juni herausfinden werden. Hoffentlich läuft alles gut. Es sah jedenfalls so aus, als ob die Leute es während der Tour gerne am Merchandise Stand gerne gekauft haben...
Ihr seit eine Power Metal Band, aber ihr habt keine Lyrics über Drachen oder Krieger. Mir kommt es so vor das eure Lyrics sehr “Up-To-Date” sind und sich weniger im Bereich der Fantasie bewegen. Um was geht es also in euren Texten?
Normalerweise geht es um die Geschichte eines Individuums, welches mit irgendeinem Problem kämpft oder darum, das dass, was es durchmacht, anders verstanden oder interpretiert werden kann. Manchmal beschäftigen wir uns mit fantastischen Ideen oder mythologischen Wesen, aber wir versuchen das eher dezent zu machen.
Wieso spielt ihr gerade Power Metal? Ich sage nicht, dass das schlecht ist (ganz im Gegenteil, ich finde das sehr gut), aber es würde mich interessieren warum ihr euch dieses Genre ausgesucht habt.
Ich hab mich schon immer für Power Metal interessiert. Ich liebe Death Metal, Black Metal und generell den ganzen extremen kram (ich habe in einer Black Metal Band gespielt, bevor ich bei Winter’s Verge eingestiegen bin), aber Power Metal hat mich schon immer irgendwie fasziniert. Dadurch kam ich zur klassischen Musik, was mich dazu gebracht hat Musik an der Universität zu studieren. Also hat Metal eine große Rolle darin gespielt, mich zu dem Musiker und der Person zu machen, die ich heute bin.
Bis vor kurzem war ihr noch mit den Finnen von Stratovarius auf Tour. Wie war das Publikum so und habt ihr etwas von den „Meistern“ gelernt?
Das Publikum in den Ländern, in denen wir gespielt haben (meist Ost-Europa), waren so glücklich das eine Metal Band für sie spielte, das sie total abgegangen sind und eine klasse Zeit hatten. Die Jungs von Tracedawn (die andere Support-Band bei der Tour), haben uns erzählt, das man in Nord-Europa ein viel kritischeres Publikum hat und auch sie so genante „Rock Polizei“. Das sind Leute die nur zu den Shows komme um zu sehen wie viele Fehler die spielende Band macht um sich selbst zu sagen, dass ihre eigene Band viel besser ist. Das hier ist Rock & Roll! Es geht eigentlich darum Spaß zu haben! Und es scheint mir so, dass die Leute in Ländern wie Bulgarien, der Slowakei oder Tschechien immer noch an diese Idee erinnern.
Um wieder zum Album zurück zu kommen: Es kommt mir so vor als ob ihr euch die Story von „Captain’s Log“ als Inspiration für das Cover Artwork genommen habt. Stimmt das? Und wenn ja, warum habt ihr euch gerade das ausgesucht?
Das Stimmt. Es ist die Interpretation des Song von unseren Grafikdesigner Meran. Wir haben es gewählt, weil es einer unserer Lieblingssongs vom Album ist und wir uns gedacht haben, das es ein super Album Cover hergeben würde. Schiffe, Piraten, Stürme, das muss man einfach lieben!

Eine Sache, die Winter’s Verge sehr einzigartig macht, ist der Fakt das ihr aus Zypern kommt. Ich muss zugeben das ich keine andere Band aus eurem Heimatland kenne außer euch. Ich weiß das Griechenland ein paar geniale Bands hat, aber Zypern... Könnt ihr uns noch ein paar andere, gute Bands aus Zypern Empfehlen? Wie groß ist die Metal-Szene da?
Wir haben da ein paar sehr talentierte Bands. The Szene ist noch sehr klein, da wire in sehr kleines Land sind. Aber ich denke die Qualität der Musik ist sehr gut. Wir haben ein paar großartige Bands wie Sulphur Generation (Classic Rock), Blynd (Metalcore/Thrash) und RUST (80s Metal). Es gibt außerdem noch eine starke Black/Death Metal Szene hier mit Bands wie Antimony oder Stormcast.
Wie schwer ist es für eine Band aus Zypern in diesem Business?
Also, es wird schon viel Interesse and Zypern gezeigt und natürlich entwickelt sich die Szene, was heißt, das es mehr Übungsräume und mehr Studios gibt und das die Leute generell viel übers Business lernen. Aber das Hauptproblem ist die Lage von Zypern. Da es eine Insel ist, kannst du nicht so einfach den Bus beladen und auf Tour gehen wie es eine Band vom Festland kann. Es macht es ziemlich schwierig eine Band auch außerhalb von Zypern zu promoten. Das Internet ist natürlich eine große Hilfe. Dadurch sind wir auch zum ersten mal mit unserem Produzent R.D. Liapakis (Mystic Prophecy, Valley’s Eve) in Kontakt gekommen und haben so auch Kontakt mit den Platten-Labels aufgenommen. Aber zum Großteil war es unser Wille die nötigen Opfer zu bringen um unser Ziel zu erreichen. Und manchmal wollen Leute diese Opfer eben nicht bringen.
Was magst du persönlich so sehr an Zypern?
Das Essen, das Wetter und die Geschichte. Ich liebe es in London zu leben und ich spende 70% meiner Zeit hier, aber da gibt es natürlich auch Sachen die ich von Zuhause vermisse. Besonders das Essen. Das Essen in England ist sch***e. Natürlich hat auch England eine große und lange Geschichte, aber irgendwie hat es mir das antik Griechische und Römische auf Zypern irgendwie angetan. Das ist auch etwas, was ich musikalisch noch mehr erforschen will.
So, das war’s. Vielen Dank für die Antworten und viel Glück für eure Zukunft.
Vielen Dank auch dir und denk immer Dran: Stay Heavy!
Interview geführt von Steelbound

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